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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Freitag, 11. September 2026

Der Blick nach vorn: Geteilte Zitronen und der Nutzen Neugeborener


Ich bin oft im Netz unterwegs, wo mich vieles abstößt, und vieles inspiriert. Diesmal sind mir zwei Weltsichten untergekommen, die ich aufgreifen möchte. Beide haben mit Kreativität, Komplexität und Nutzen zu tun, der sich nur bei näherer Betrachtung erschließt. Beides Dinge, die weltweit in gewissen Kreisen derzeit nicht gerade Hochkonjunktur haben (Bild: AI / generiert mit Pixabay).

Kolumne von Oliver Schmitt

Der englische Physiker und Chemiker Michael Faraday lebte im 19. Jahrhundert und wurde einmal gefragt, welchen praktischen Nutzen die Grundlagenforschung habe. Seine pointierte Gegenfrage darauf: Welchen Nutzen hat ein Neugeborenes? Er wollte damit auf das große Potenzial beider abheben, das sich erst im Laufe der Jahre entfalte. Ein Neugeborenes hat keinen unmittelbaren Nutzen. Ganz im Gegenteil, es erfordert intensive Pflege und Aufmerksamkeit, und das über Jahre. Was für ein Glück, dass aufwachsende Kinder (noch) nicht in den Händen von Populisten liegen, die kaum die nötige Geduld und Sorgfalt dafür aufbringen.

Aber was haben wir damit zu tun? Wir können daraus lernen, dass es sich sehr wohl lohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen, sich Zeit für kreative Prozesse zu nehmen, um echten Innovationen den Weg zu bereiten – anstatt immer nur auf den unmittelbar greifbaren Nutzen zu schielen. Oder die Flinte nicht allzu schnell ins Korn zu werfen, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt. Gut Ding will Weile haben, und so wie vielen das Babyglück nicht sofort vergönnt ist, braucht es auch im beruflichen Alltag oft mehrere Anläufe.

Die zweite beeindruckende Weltsicht kommt in einer Geschichte zum Ausdruck, die ich leider keiner Autor*in zuordnen konnte. Es geht darum, wie eine Zitrone zu teilen sei. Der Reflex, den auch ich zuerst hatte, ist: Wir teilen sie in zwei (gleich große) Hälften. Dann ist der Gerechtigkeit genüge getan und jeder möge mit seiner Hälfte tun, was ihr oder ihm beliebt. Was, wenn wir uns vorher fragen, was wir mit unserem Anteil anstellen wollen? Wenn etwa der Eine die Schale braucht, um mit den Zesten daraus seinen Plätzchenteig zu verfeinern. Und die Andere auf den Saft schielt, um daraus Limonade zu machen. Dann führt die vermeintlich gerechte Teilung nur dazu, dass beide einen erheblichen Teil ungenutzt wegwerfen.

Die Moral von der Geschichte: Sich einmal vorher kurz darüber austauschen, was Jeder denn so vorhat, bevor man sich in vermeintlich auf Gerechtigkeit schielende Verteilungskämpfe stürzt. Denn dann haben wir die Chance, knappe Ressourcen so zu verteilen, dass sie wirklich optimal genutzt werden können. Nebenbei liegt in dieser Geschichte auch viel Weisheit über Kollaboration. Wer klug zusammenarbeitet und Fairness nicht in stupider Arithmetik sucht, der kann knappe Ressourcen so verteilen, dass der maximale Nutzen entsteht.

Ich wünsche uns in der FAMA-Community, dass wir klug und vorausschauend miteinander umgehen und so für die Einzelnen wie für die Gemeinschaft das Beste herausholen. Mit Geduld, Kreativität und Cleverness. So san‘mer halt!

Newsticker smartville.digital: Visionen • Nightcall • Tschakka


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Reto Gurtner; Foto: Philipp Ruggli).

MICE-Business as unusual in der Weißen Arena in Laax

Künstliche Intelligenz macht das Leben einfacher, aber es wird nie das Erlebnis ersetzen. Nirgends wird das sichtbarer als in Europas führender Freestyle-Destination Laax mit dem UNESCO Weltkulturerbe Sardona und zahlreichen spektakulären Attraktionen Laax bietet ein Umfeld für MICE-Anlässe von Weltformat - im Winter und im Sommer.

Xaver-Award 2026 ruft zum „Nightcall for Live Excellence“

Unter dem Motto «Nightcall – for LiveCom Excellence» ruft der Xaver-Award 2026 erneut die kreativsten Köpfe und innovativsten Projekte der Schweizer Live-Kommunikationsbranche auf die große Bühne. Der wichtigste Branchenaward der Schweiz macht sichtbar, was entsteht, wenn Strategie, Kreativität, Technologie und perfekte Umsetzung aufeinandertreffen. 49 herausragende Projekte sind ab sofort online – erstmals mit der neuen Xaver LiveComvention als Warm-up zur großen Award Night.

Wenn Tschakka-Rufe nicht mehr reichen

Den Messeerfolg verdoppeln von einer vergleichbaren Messe zur anderen ist keine Utopie, sondern reine Logik. Die Realität auf den Messeständen sieht meist anders aus.

Fünf Fragen an: Chsristian Künzli • SLA Expo Event | Winkler


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes ist Christian Künzli, Vorsitzender des frischgebackenen FAMA-Mitglieds Swiss Livecom Ass. Expo Eevent und Geschäftsführer der Winkler Livecom AG, an der Reihe (Bild: Winkler).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Bei guten Gesprächen mit Familie und Freunden – diskutieren, lachen, erzählen und irgendwann feststellen, dass schon wieder ein paar Stunden vergangen sind. Und auf dem Golfplatz: Dort verliere ich nicht nur ab und zu einen Ball, sondern regelmäßig auch das Zeitgefühl.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Nur gute Argumente reichen nicht immer, um mich von etwas anderem zu überzeugen. Es braucht Überzeugungskraft und manchmal auch eine gewisse Hartnäckigkeit. Genau so war es bei der künstlichen Intelligenz. Als vor drei, vier Jahren der große Hype begann, war ich überzeugt, dass das eher ein Strohfeuer ist. Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, welchen Einfluss KI in so kurzer Zeit auf unseren Alltag und unsere Arbeitswelt haben würde. Heute muss ich sagen: Da lag ich ziemlich daneben – und habe meine Meinung gründlich geändert.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Dass sich mein Beruf oft ein bisschen wie ein Hobby anfühlt – obwohl es natürlich Arbeit ist. Ich mache etwas, das mich jeden Tag aufs Neue begeistert, und darf mit vielen tollen Menschen besondere Momente schaffen. Freude an den kleinen Dingen haben, gemeinsam Erfolge feiern und nachhaltig etwas bewirken – das macht meinen Beruf für mich besonders.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Jeder, der den Mut dazu hat! Spaß beiseite: natürlich jeder. Ich erfahre lieber früh, dass ich auf dem Holzweg bin, als erst dann, wenn ich schon einen großen Teil davon zurückgelegt habe. Offenheit und Ehrlichkeit sind für mich wichtige Tugenden. Die Zeiten, in denen einer allein sagt, wo es langgeht, sind längst vorbei. Es wäre doch unvernünftig, nicht das Wissen und die unterschiedlichen Perspektiven vieler zu nutzen, um am Ende die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Unmöglich! Es gibt bei mir eigentlich nur zwei etwas längere Zeitspannen ohne Smartphone: nachts, wenn ich schlafe, und auf einer Runde Golf. Das sind immerhin zwischen fünf und acht Stunden Verzicht.

Tausend Geschichten: Inform Oberwart verbindet Wirtschaft mit Kultur


Was haben ein Baumeister, eine Hebamme, ein Poolbauer, eine Künstlerin, ein Bienenzüchter, eine Polizistin, ein Heiztechniker und ein Kind auf einer Hüpfburg gemeinsam? Auf der Inform Oberwart treffen sie sich! Seit jeher verbindet die Messe Wirtschaft und Kultur – und überrascht jedes Jahr aufs Neue. Weit über 250 Ausstellerinnen und Aussteller machen sie zu einer Veranstaltung, auf der Handwerk, Information, Einkaufserlebnis, Kunst und Unterhaltung ganz selbstverständlich zusammentreffen (Bild: Burgenlandmesse).

Die Inform Oberwart ist keine Messe, auf der man einfach etwas einkauft oder sich informiert. Sie ist ein Ort, an dem aus einem kurzen Besuch plötzlich ein ganzer Tag wird. Weil hinter jeder Ecke etwas wartet, womit man nicht gerechnet hat.

Da steht jemand staunend vor einer Erfindung, von der er bis vor wenigen Minuten noch nicht wusste, dass sie existiert. Ein paar Meter weiter erklärt das Bundesheer modernste Technik. Kinder toben über Bewegungsstationen, während ihre Eltern mit Expertinnen und Experten über Förderungen, Familienangebote oder den nächsten Hausumbau sprechen. Großeltern lassen sich die ID Austria einrichten, Jugendliche absolvieren ein Sicherheitstraining und irgendwo dazwischen wird bereits der Termin mit dem Fensterprofi vereinbart.

Weitere Informationen finden sich hier.

Herz zeigen: HErbstmesse Solothurn engagiert für Barrierefreiheit


Wenn vom 18. bis 27. September 2026 die Herbstmesse Solothurn (HESO) ihre Tore öffnet, steht der Verein INVA Mobil  im Rampenlicht des regionalen Zusammenlebens. Dieser zeigt sich überglücklich und zutiefst dankbar: Wir wurden für die diesjährige, exklusive Spendenaktion „HESO zeigt Herz“ ausgewählt. Unter unserem Leitspruch „Jeder Franken fährt“ dürfen wir unsere Arbeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einem grossen Publikum vorstellen (Bild: HESO).

Mobilität bedeutet Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Doch was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, stellt Personen mit vorübergehenden oder dauerhaften Mobilitätsbehinderungen vor große Barrieren. Genau hier schließt INVA Mobil an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr eine kritische Lücke. Der Verein sorgt dafür, dass Menschen jeden Alters trotz Einschränkungen mobil bleiben und am Leben teilnehmen können. „Im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns steht immer der Mensch“, betont das Team. „Dass wir die Chance bekommen, diese Herzensarbeit im Rahmen von ‚HESO zeigt Herz‘ vorzustellen, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.“ An unserem Stand möchten wir diese Sichtbarkeit nutzen, um Danke zu sagen und mit der Bevölkerung, Gönnern und Partnern direkt ins Gespräch zu kommen.

Weitere Infos zur HESO finden sich hier.

Ganzjähriger Austausch: Pro Care startet Academy für Pflege


Die Anforderungen an professionell Pflegende verändern sich kontinuierlich. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, gesetzliche Rahmenbedingungen und wachsende Anforderungen an die Versorgungsqualität müssen häufig unter hohem Zeitdruck in die Praxis übertragen werden. Gleichzeitig braucht die Branche Orte, an denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam diskutiert und auf konkrete Arbeitssituationen bezogen wird (Bild: Deutsche Messe).

Die Pro Care begleitet die Branche ab sofort auch zwischen den Messeterminen. Mit der „Pro Care Academy“ startet die Deutsche Messe ein ganzjähriges Fortbildungs- und Austauschprogramm für die Pflege. Die Teilnahme an den Onlineangeboten ist kostenfrei. Zum Start richten sich die ersten Webinare an Pflegefachpersonen. Künftig soll das Angebot auch Führungskräfte sowie Verantwortliche aus Management und Verwaltung in Pflegeeinrichtungen und -unternehmen ansprechen.

Zum Auftakt geht es um die Expertenstandards in der Pflege. Das erste Webinar am 16. September trägt den Titel „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“. Referent ist Mario Gießler, Pflegeexperte für chronische Wunden und Mitglied der DNQP-Expertengruppe zur Aktualisierung des Expertenstandards. Weitere Webinare zu den Expertenstandards Kontinenzförderung und Erhaltung und Förderung der Hautintegrität folgen im Oktober und November 2026. Im Januar 2027 geht es im Webinar „Expertenstandards 2027/28: Updates & Ausblick“ um einen Ausblick auf das kommende Pflegejahr: Was steht an, was ist neu, was ändert sich?

Weitere Informationen finden sich hier.

Stabilität bauen: RoBau liefert Impulse


Die Landesbaumesse RoBau geht in ihre 36. Saison und lädt vom 25. bis 27. September in die HanseMesse Rostock ein. Als größte Messe für privaten Hausbau, Modernisierung, Energietechnologien und Handwerk im Nordosten Deutschlands bietet sie Bauwilligen, Modernisierern und Interessierten eine ideale Plattform, um sich umfassend zu informieren, inspirieren zu lassen und konkrete Projekte anzustoßen (RoBau-PL Marco Haase, Bild: inRostock).

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Lebenshaltungskosten stellt sich für viele Menschen die Frage, ob Investitionen in Wohneigentum sinnvoll sind. Die RoBau setzt hier ein klares Zeichen: „Sachwerte wie Immobilien bieten langfristige Stabilität und sind ein bewährter Schutz vor Inflation. Wer heute in den Bau oder die Modernisierung der eigenen vier Wände investiert, schafft nicht nur ein Zuhause, sondern auch nachhaltige Sicherheit für die Zukunft.“, erläutert Marco Haase als Projektleiter der Messe.

„Die Messe zeigt eindrucksvoll, dass Bauen und Modernisieren heute so vielseitig und zugänglich sind wie nie zuvor. Von energieeffizienten Bauweisen über innovative Heiz- und Solartechnologien bis hin zu modernen Finanzierungsmöglichkeiten – Besucher erhalten praxisnahe Einblicke und individuelle Beratung von Experten aus der Region. Besonders im Fokus stehen nachhaltige Lösungen, die langfristig Kosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“, so Haase weiter.

Weitere Infos finden sich hier.

Erfolgreiches Magdeburg: MVGM empfängt 1,2 Mio. Gäste


Die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM) verbucht ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025: Mit rund 1,2 Millionen Gästen, einem Besucherplus von zehn Prozent in ihren Arenen und Eventlocations sowie Umsatz- und Gewinnsteigerungen konnte die städtische Gesellschaft ihr Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessern. Besonders stark wuchsen die Bereiche Sport sowie Konzerte und Shows, wie aus dem jetzt vorgelegten Jahresbericht der MVGM hervorgeht (MVGM-GF Steffen Schüller, Bild: MVGM).

„Bei Konzert- und Sportveranstaltungen verzeichnen wir mehr Events und steigende Gästezahlen. Das ist umso erfreulicher, weil sich der Veranstaltungsmarkt insgesamt noch immer unter dem Vor-Corona-Niveau bewegt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anhaltend anspruchsvoll sind“, sagt MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller.

Die Gesamtzahl der Besucherinnen und Besucher lag 2025 erneut deutlich über der Millionenmarke. Dabei wurden unter dem Dach der MVGM rund 100.000 Gäste mehr als im Vorjahr gezählt. Die mehr als 1,2 Millionen Gäste verteilten sich auf rund 500 Veranstaltungen. Den größten Anteil hatten Sportevents in GETEC- und Avnet Arena. Allein in diesem Bereich kamen bei 66 Veranstaltungen rund 685.000 Gäste zusammen, ein Plus von 70.000 gegenüber 2024.

Wir gratulieren zur guten Entwicklung und wünschen weiterhin viel Erfolg. Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier.

Ruhe vor dem Herbst: August mit Klassikern


Die Hitzewelle stellte die Klassiker der Sommer-Publikumsmessen Messen vor eine ordentliche Herausforderung. Ihre Reichweite konnten diese jedoch trotz hoher Temperaturen beibehalten, so dass insgesamt weit über eine halbe Million Besuchende zu verzeichnen waren. Vier Veranstaltungen gab es, von denen zwei von zünftigen Volksfesten begleitet wurden. Wir beglückwünschen die Kolleg*innen zu ihren Messen und bringen unseren Respekt für die Sommer-Leistung zum Ausdruck (Bild: Ornaris/Bernexpo).

Mitglieder stellen sich vor: Nilly Nail • Messe Dornbirn


Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Jetzt wollen wir erstmal der Reihe nach die neuen Mitglieder aus Österreich vorstellen. Die Messe Dornbirn ist zwar schon länger dabei, hat aber mit Nilly Nail eine neue Geschäftsführung. Er beantwortet uns einige Fragen (Bild: Messe Dornbirn).

Die Messe Dornbirn ist ein traditionsreicher Messeplatz im Vier-Länder-Eck am Bodensee. Was ist das Besondere an eurer Ausrichtung?

Das Besondere ist für mich die Kombination aus regionaler Verankerung und einem klaren Blick über die Region hinaus. Wir sitzen mitten in einer der wirtschaftlich stärksten Regionen Europas – Vorarlberg, Ostschweiz, Liechtenstein und Süddeutschland. Das ist ein enormes Potenzial.

Gleichzeitig glaube ich nicht mehr an die klassische Universalmesse, die versucht, möglichst viele Themen unter einem Dach abzubilden. Unsere Zukunft liegt in klar positionierten Fachmessen und Veranstaltungsformaten, die für eine definierte Zielgruppe einen echten Mehrwert schaffen.

Das heißt für mich: Wir wollen nicht möglichst viele Quadratmeter verkaufen, sondern relevante Plattformen für bestimmte Märkte entwickeln. Der Aussteller soll nicht bei uns sein, weil wir Fläche haben, sondern weil wir ihm Zugang zu den richtigen Kunden, Entscheidern und Geschäftsmöglichkeiten bieten.

Dazu kommt unsere regionale DNA. Die Messe Dornbirn ist kein austauschbarer Veranstaltungsort. Wir sind Teil dieser Region, kennen die Unternehmen, die Menschen und die Märkte. Genau diese Nähe ist ein Wettbewerbsvorteil, den wir künftig noch stärker ausspielen wollen.

Turbulente Zeiten: AUMA-Trends 2026/2027 veröffentlicht


Die hohe Internationalität deutscher Messen ist ihr Wettbewerbsmerkmal und Kernvorteil. Zugleich steht das starke Interesse internationaler Besucherinnen und Besucher sowie Aussteller am deutschen Messemarkt im Spannungsfeld hochvolatiler Geopolitik, notwendiger Infrastruktur-Investitionen und heimischer Wachstumsbremsen. Mit den „AUMA-Trends 2026/2027“ zeigt der Verband, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und welche Herausforderungen und Chancen die Zukunft bestimmen (AUMA-GF Jörn Holtmeier, Bild: Steffen Kugler).

Unter dem Titel „Deutsche Messewirtschaft: Resilient in turbulenten Zeiten“ bündeln die AUMA-Trends in ihrer fünften Ausgabe Analysen, Daten, Interviews und Praxisbeispiele zur Entwicklung der deutschen Messewirtschaft.

Menschen aus veranstaltenden und ausstellenden Unternehmen berichten, wie sie zur Resilienz der Branche beitragen. Sie schildern gelungene Projekte, innovative Pilotversuche und die Bedeutung von Stabilität und Wandel, um Erwartungen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden und neue Ausstellergruppen zu gewinnen. 

Aus Expertensicht wertet beispielsweise Dr. Jan Trenczek vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos KI als wichtigen Hebel für die Zukunftsfähigkeit der Messewirtschaft. Sie werde die persönliche Begegnung nicht ersetzen, sondern ihre Relevanz erhöhen, Mehrwerte besser sichtbar machen und neue Möglichkeiten für Matchmaking, Erfolgsmessung und internationale Vernetzung eröffnen.

Die digitale Publikation „AUMA-Trends 2026/2027“ steht ab sofort unter trends.auma.de zur Verfügung. In 15 Beiträgen, Interviews, Analysen und Datenauswertungen sowie mit interaktiven Elementen und Infografiken zeigt sie, welche Entwicklungen die deutsche Messewirtschaft heute prägen und ihre Zukunft bestimmen.

Aufgehellt negativ: Björn Sänger kommentiert ifo-Zahlen vom Juli


Björn Sänger vom VDVO kommentiert die ifo-Daten für das Forum Veranstaltungswirtschaft. Die Juli-Zahlen des ifo-Instituts bleiben recht verhalten bis pessimistisch. Das Geschäftsklima hellt sich zwar auf, bleibt aber deutlich negativ. Hier kann es zu einem Gewöhnungseffekt gekommen sein bzw. werden die ursprünglich negativer angenommenen Ansichten angepasst. Das spiegelt sich in der aktuellen Geschäftslage wider, die zwar ebenfalls überwiegend negativ geschildert, aber gegenüber dem massiven Einbruch im Dezember etwas stabiler bewertet wird (Bild: FVAW). 

Interessant ist die Betrachtung dieser Zahlen unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung, die sich seit Mai positiv zeigt. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Der VDVO MICE Climate Index, mit dem der VDVO jeweils zu Jahresbeginn und zur Jahresmitte die wirtschaftliche Lage unter seinen Mitgliedern – in Ergänzung zu den ifo-Zahlen – abfragt, löst diesen Widerspruch auf. In der MICE-Branche herrschen hoher Kostendruck, Budgetkürzungen, kurzfristige Buchungen und Planungsunsicherheit vor. Die reine Zahl der Veranstaltungen bleibt relativ stabil, die einzelnen Veranstaltungen werden aber kleiner. Gleichzeitig steigen die Kosten, was auf den Umsatz durchschlägt, die Marge aber reduziert.

Diese Entwicklung zeigt sich dann bei der Beschäftigung: In Zeiten zunehmender Unsicherheit und bei unter Druck stehenden Margen wird der Personalbestand angepasst.

Die Unsicherheit ist es, die prägend geworden ist für die MICE-Branche. Wenn die Geschäfte der Auftraggeber durch die wirtschaftliche Lage sowie die geopolitischen Entwicklungen unter Druck geraten, so gerät dann – so langsam – auch die Veranstaltungswirtschaft unter Druck. Ganz durchgeschlagen ist diese Entwicklung noch nicht, sodass der Ausblick im VDVO MICE Climate Index eher neutral ist, eine Eintrübung ist insgesamt aber leider schon festzustellen.

Veranstaltungen leben davon, dass sie emotional Botschaften übermitteln können, dass positive Erinnerungen geschaffen werden, die sich im Gedächtnis verhaften. Sie sind grundpositiv. Diese optimistische Grundhaltung fehlt in Politik und Wirtschaft derzeit. Die braucht es aber, um wieder mit dem nötigen Schwung eine neue wirtschaftliche Lage zu schaffen.

Nachhaltig messbar: DHBW Ravensburg veröffentlicht Studie


Wie lassen sich die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung bereits in der Planungsphase abschätzen – und gezielt reduzieren? Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Thomas Bauer (rechts) und Valerie I. Grimm (links) von der DHBW Ravensburg in ihrer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung. Die Studie stellt einen im Rahmen der zugrundeliegenden Fallstudie entwickelten Prognoseansatz vor, der den standortbezogenen CO₂-Fußabdruck von Veranstaltungen prognostiziert und damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für nachhaltigeres Eventmanagement schafft (Bild: DHBW).

Angesichts wachsender Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa durch die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und weitere regulatorische Vorgaben, stehen Unternehmen und Veranstaltungsorganisationen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Emissionen transparent zu erfassen und zu dokumentieren. Besonders komplex ist dies in der Veranstaltungsbranche, in der zahlreiche Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette zusammenwirken.

Die Forschenden der DHBW Ravensburg setzen genau an dieser Stelle an. Ihr entwickeltes Rahmenmodell ermöglicht es, relevante Emissionsquellen systematisch zu erfassen und den Product Carbon Footprint (PCF) verschiedener Veranstaltungskomponenten und -dienstleistungen standortbezogen auf Basis von Planungsparametern zu prognostizieren. Dabei werden Dienstleistungen nach ihrem Leistungsort gruppiert und zentrale Einflussfaktoren wie Energieverbrauch oder Catering berücksichtigt – Bereiche, in denen sich bereits während der Planung Ansatzpunkte zur Emissionsminderung ableiten lassen.

„Nachhaltigkeit darf nicht erst nach einer Veranstaltung bilanziert werden. Entscheidend ist, ökologische Auswirkungen bereits im Vorfeld sichtbar zu machen, damit Veranstalter fundierte Entscheidungen treffen können“, erläutert Prof. Dr. Thomas Bauer vom Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement der DHBW Ravensburg.

Weitere Informationen finden sich hier.

Sneak Peek: Im Ulm und um Ulm und um Ulm herum


Noch ist das Programm für die Messefachtagung im Herbst in Ulm und das dazugehörige B2C-Fachforum im Entwicklungsstadium. Aber aufgrund unserer exzellenten Beziehungen durften wir einen ersten Blick auf mögliche Themen werfen und konnten daraus einen kleinen Sneak Peek für unseren August-Newsletter machen (Bild: Ulm Messe). 

Für die Vision Notes gibt es Ideen für die Themen Messeerfolgskontrolle, Technologie und Wissenstransfer auf Messen und eine Verstetigung des in Bern begonnenen nextGen-Feldes. Vertieft werden diese Themen dann anschließend – in bewährter Manier – von unseren engagierten Teilnehmenden und kundigen Moderator*innen in Deep Dives.

Der Ulmer Zungenbrecher ist übrigens bei weitem nicht das Einzige, was die Donaustadt zu bieten hat. Zum einen ist da natürlich das imposante Münster mit Deutschlands höchstem Kirchturm, die Bundesfestung als ehemals größte Festung Europas, der 40.000 Jahre alte ›Löwenmensch‹ und ein schräges Hotel, das im Guinness-Buch steht. Die Ulm-Messe selbst wiederum bieten viel mehr als nur die Vermietung von Messehallen und Planung von Ausstellungen oder Konferenzen. Im Angebot sind Beratung, Planung und Durchführung für Firmenveranstaltungen, Tagungen, Events, OpenAirs oder Incentives mit dem gewissen Extra.

Für das im Zusammenarbeit mit dem AUMA am zweiten Tag stattfindende B2C-Fachforum sind auch schon Themenfelder in der Diskussion. Zum einen sollen nicht immer nur die strahlenden Best-Practices im Vordergrund stehen, sondern diesmal auch schiefgegangene Fuck-ups. Zum anderen wäre ein Blick auf Entrepreneurship und Performance denkbar und – last but not least – stehen Kreativität und Ideenmanagement auf dem Wunschzettel. Was davon wirklich den Weg ins Lineup schafft, darüber halten wir euch hier im Newsletter und auf den FAMA-SoMe-Kanälen auf dem Laufenden.

Die umweltfreundliche Anreise mit der Bahn erleichtern Event-Tickets, die hier bereits buchbar sind. Auch Hotelzimmer können im Hotel direkt an der Tagungslocation per Mail schon reserviert werden.