Manche Gelegenheiten muss man am Schopf packen, wenn sie sich einem bieten. So geschehen an der zurückliegenden Retro Classics auf dem Gelände der Messe Stuttgart. Der zeitgleich stattfindende CDU-Bundesparteitag und die ausgestellten Oldtimer als emotionale Sympathieträger erzeugten eine Konstellation, wie sie so eigentlich nur auf Messen entstehen kann (Bild: Retro Messen).
Kolumne von Oliver Schmitt
Klar, man kann das auch von langer Hand planen. Dafür gibt es schließlich Protokollabteilungen. Allerdings kann sich kaum ein mittelständischer Familienbetrieb sowas leisten. Zudem ist es fraglich, ob eine Oldtimer-Messe bei den zuständigen Stellen im Politikbetrieb als angemessene Plattform für den öffentlichkeitswirksamen Auftritt eines Politikers erachtet wird.
Wer die Könickes kennt, der weiß, dass hier stets pragmatisch agiert wird und genau das ist auch passiert. Nun hat auch nicht jeder eine passende Adenauer-Limousine von Mercedes-Benz verfügbar, aber das gehört eben zur messetypischen Serendipität dazu. Ein bisschen Glück braucht es natürlich auch, wenn sich ein Politiker als Sammler und Oldtimer-Fan entpuppt. Aber das ist dann halt das Glück des Tüchtigen.
Die Grundvoraussetzung ist aber dieses messetypische Setting: Hier kommen Menschen zusammen, die ein Interesse, eine Aufgabe oder ein Thema eint. Und wenn es um besonders viele Menschen geht (in diesem Fall 83.000 Oldtimer-Fans und rund 2.000 Teilnehmende am Parteitag), dann bleibt nicht mehr viel Infrastruktur übrig, wenn es trocken, warm und professionell zugehen soll. Den Rest besorgt die unnachahmliche Mischung von attraktiven Fotomotiven, gesellschaftlicher und politischer Relevanz und natürlich der Riecher, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.
In diesem speziellen Fall kann sich der FAMA glücklich schätzen, ein schlagkräftiges Vorstandsgremium zu haben, dass aus den politischen Forderungslandschaft von Messen flugs ein Positionspapier zu formulieren und dies an passender Stelle persönlich zu überreichen. Das ist quasi Lobbyismus im Vorbeigehen und gerade deshalb von besonderer Qualität.
Mein Respekt gilt daher unseren Vorstandmitgliedern, die sich unermüdlich und ehrenamtlich für die Messewirtschaft einsetzen, und natürlich Henning und Thilo Könicke, die mit ihrem Team die Gelegenheit ergriffen und neben schönen Bildern echten Mehrwert für unsere Gemeinschaft erzeugt haben. Bravo!







