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Dienstag, 20. September 2022

Der Blick nach vorn: Erst sollen wir nicht, dann wollen wir nicht


15% Energieeinsparung erwartet die EU im Zeitraum zwischen 1. August 2022 und 31. März 2023 von der Wirtschaft, um die Nachfrage nach Gas spürbar zu senken. Für uns als Branche, die gerade mit größter Anstrengung versucht, sich von den schlimmsten Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erholen, ist das keine Kleinigkeit. Zwar haben wir aus anderen Gründen gerade einen der messereichsten Sommer der Geschichte erlebt, aber der Nachholbedarf in der kalten Jahreszeit ist enorm und verlangt nach beheizten Messehallen.

Die Messewirtschaft im Vereinigten Königreich, die gerade erst vom oft clownesk auftretenden und skandalumwitterten Premierminister Johnson befreit wurde, erfährt derzeit noch ein ganz anderes Dilemma. Zwar hat die Regierung verkündet, dass während der Trauerzeit um die verstorbene Queen Elizabeth II keinesfalls Veranstaltungen abgesagt werden müssten. Aber sogar die erlösgetriebene Premier-League mit ihrem dichten Spielplan hat flugs den gesamten 7. Spieltag abgesetzt.

Was, so möchte man fragen, sollen wir denn noch alles aushalten? Tja, am besten, wir gewöhnen uns einen fundamental anderen Umgang mit Krisen an. Jörg Zeißig hat es im Interview mit smartville gerade erst treffend formuliert: „Ich schlafe gut, da wir in unserem Job jeden Tag mit Herausforderungen zu tun haben. Das ist «normal» in unserer Branche, so dass wir uns gegenwärtig aktiv den Herausforderungen der Situation am Beschaffungsmarkt und der generellen Ressourcenknappheit stellen, mit Respekt, jedoch ohne Angst.“ Kudos dafür.

Die im AUMA organisierten Verbände und Messegesellschaften haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 vollkommen klimaneutral zu werden. Schon 2023 soll Nachhaltigkeit Bestandteil aller Ausschreibungen werden und bis 2025 soll die Messewirtschaft komplett auf 100% Ökostrom setzen. AUMA-Vorsitzender Harting beschreibt es so: „Messen sind Teil der Lösung auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Messen sind die Treffpunkte, auf denen Branchenpartner als Problemlöser gemeinsam Wege in eine nachhaltige Zukunft bereiten.“ Recht hat er.

Denn wer, wenn nicht wir, soll Wegbereiter einer klimaneutralen Zukunft werden? Wir, die wir schon immer eine Plattform zur Findung und Präsentation neuer, besserer Lösungen gestaltet haben. Wir, die wir immer wieder aufs Neue die klügsten Köpfe in kreativer und zugleich gelöster Stimmung zusammenbringen. Und, mal ehrlich: Zurzeit sollen wir weniger fossile Energien und Ressourcen verbrauchen, spätestens ab 2040 wollen wir dann sogar selbst gar nichts mehr davon verbrauchen. Wenn das vielleicht sogar noch ein bisschen früher klappt, dann dürfen wir uns auch mal wieder auf die Schulter klopfen. Aber erst dann!

Buchtipp: Jakob Schnetz • Ort der Verheißung


Scheinwerfer funkeln wie der Sternenhimmel und verheißen noch bessere Produkte, effizientere Dienstleistungen und rentablere Investitionen. Messen – Ereignisse mit maximaler Konzentration von Angebot und Nachfrage auf kleinstmöglichem Raum und in minimaler Zeit – sind das Spiegelbild der globalen, wachstumsbasierten, leistungs- und konsumorientierten kapitalistischen Wirtschaftsform. 

Die scheinbare Parallelwelt der Messehallen beherbergt für das kurze Spektakel einer Messe jede erdenkliche Interessensgruppe und jede Branche der Gesellschaft: Haustiere, Waffen, Teppiche, Erotik, Kunst, Babys, Schmuck, Nutztiere, IT, Elektrotechnik, Landwirtschaft, Tourismus, Autos, etc. Der Ort der perfekten Vermarktung wird bestimmt von genormten Kulissen, Live-Shows und erbittertem Kampf um die Aufmerksamkeit der Kunden. Mit bis zu 10 Mio. Besuchern und mehr als 170 überregionalen Messen pro Jahr gilt Deutschland weltweit als wichtigster Messestandort. 

Jakob Schnetz, Jahrgang 1991, hat Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover studiert, mit analytischem Verstand recherchiert und mit einfühlsamem Blick diese ganz besondere Welt dokumentiert. 

„Ort der Verheißung“ (112 Seiten) ist im April 2019 in der Edition Lammerhuber (Baden, Österreich) erschienen. Als gebundenes Buch kostet es 39,90 EUR.

Newsticker smartville.digital: Blech • Zukunftsgemeinde • Ansätze


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messe- und Eventwirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Dr. Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Foto: Smartville).

The Place To Be? Countdown zur Ble.ch-Messe in Bern 

Der Workshop zur Generation Z im Rahmen des neuen Spenglertages, Digitalisierung, der kostenlose Eintritt, der voraussichtliche Besucher*innenrekord, die Sonderzone Swiss Robotics - das sind die Gründe, weshalb ein Besuch der Ble.ch vom 20. – 22. September ein Muss für Angehörige der verarbeitenden Metallindustrie ist. 

LEWE-Event: Zukunft diskutieren – Zukunft gestalten 

René Ziswiler, früher Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Luzern, lanciert die Initiative «Zukunftsgemeinde». Sie ist sowohl Initiative für ein lebenswertes Leben (LEWE) als auch Forum für Zukunftsfragen. Am 17. September 2022 trafen sich die Macher*innen von Zukunftsgemeinden in Buttisholz. 

„Wir müssen Ansätze finden, mit Krisen offen umzugehen.“ 

Regionalisierung, Ressourcenknappheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und das Metaverse sind Fragen, die die Messewirtschaft umtreiben. Jörg Zeißig, CEO Holtmann+ findet im smartville.digital-Interview intelligente Antworten. Auch auf «the next big thing» in Live Kommunikation. 

Erfolgreich mit "Blackout": Herbstmesse Dornbirn war "grüscht"


Mehr denn je stellte die Herbstmesse durch das umfangreiche Programm einen Anziehungsort für die Besucher*innen dar. Neben altbewährten Klassikern erwartet sie ein spannendes Programm. Allen voran die Sonderschau „Zäm sicher! Blaulicht & Blackout“, die im Freigelände ein besonderes Erlebnis ermöglichte (Bild: Udo Mittelberger/Messe Dornbirn).

Die Herbstmesse ist gesellschaftlich aber auch wirtschaftlich wichtig. 61% der Ausstellenden sind aus Vorarlberg. „Diese Zahl unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung der Herbstmesse für die Region“, betont Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin der Messe Dornbirn. „Mir sind und waren grüscht - Es war endlich wieder eine Herbstmesse ganz ohne Einschränkungen, dafür mit viel Neuheiten und einem abwechslungsreichen Programm.“, so Tichy-Treimel weiter.

Mit fast 50.000 Besuchenden konnte die Herbstmesse das pandemiebedingt schwächere Vorjahresergebnis um 40% steigern. Wegen des Impf- und Testzentrums vom Land Vorarlberg in der größten Messehalle konnten war in diesem Jahr nur für 359 ausstellende Unternehmen Platz. Über 64% der Besuchenden reisten mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß an. Im nächsten Jahr feiert die Dornbirner Herbstmesse mit ihrer 75. Ausgabe Jubiläum.

Ausgebürstet: Messe Freiburg verabschiedet sich von der Interbrush


Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) wird nach rund 45 Jahren die Fachmesse Interbrush in der Messe Freiburg nicht fortführen. Somit wird es bereits im Jahr 2024 keine Interbrush mehr in Freiburg geben. Trotz intensiven Dialogs mit den beteiligten Verbänden und führenden Ausstellern konnte keine gemeinsame Linie gefunden werden (Bild: Uwe Baumann/Pixabay).

In weiteren Gesprächen wurde von den Unternehmen sowie den beiden Verbänden ABMA und FEIBP ein rollierendes System mit wechselnden europäischen Standorten, beispielsweise in Italien und Benelux, gefordert, verbunden mit der Auflage, dass die Federführung zukünftig nicht mehr bei der FWTM/Messe Freiburg liegen solle.

Nach Abwägung aller diskutierten Punkte hat sich die FWTM dazu entschlossen, das Format in Zukunft nicht fortzuführen – ein Veranstaltungsort im nicht deutschsprachigen Ausland alle vier Jahre ist für die FWTM aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen weder zielführend noch realisierbar. Auch das Festhalten an der Interbrush 2024 ohne die Unterstützung der Verbände und führender Unternehmen ist aus Sicht der FWTM in dieser Branche für alle Beteiligten weder inhaltlich noch ökonomisch vertretbar.

„Wir bedauern diese Entwicklung und die Entscheidung der Verbände und einiger weniger, aber in der Außenwirkung sehr wichtigen Aussteller sehr. Unseres Erachtens wurden Werte und Kompetenzen wie Erfahrungen, Qualität, Branchenkenntnis und auch die über vier Jahrzehnte bestehende Partnerschaft nicht in die Bewertung und Ergebnisfindung mit einbezogen – die aber eine essenzielle Säule der Veranstaltung sind“, sagt FWTM-Geschäftsführer Daniel Strowitzki. „Wir wünschen der gesamten Branche, deren Teil wir für viele Jahre sein durften, für die Zukunft alles Gute und bedanken uns bei allen, die das Format Interbrush über viele Jahrzehnte begleitet haben.“

Comeback einer Legende: Infa wird 75 Jahre Deutsche Messe mitfeiern


Deutschlands erfolgreichste Erlebnis- und Einkaufsmesse, kehrt nach einem Jahr pandemiebedingter Pause nach Hannover zurück. Rechtzeitig zur 75-Jahr-Feier der Deutschen Messe wird auf der Infa vom 15. bis 23. Oktober kräftig mitgefeiert. Mit über 500 Ausstellern in sechs Messehallen und acht bunten Themenwelten.

Infa-Projektleiterin Klaudia Kohl ist froh: „Nachdem wir im letzten Jahr die Infa absagen mussten, freuen wir uns alle sehr, dass wir nun wieder Messen veranstalten können.“ Das Besondere an der Infa, die im Wirtschaftswunderjahr 1954 an den Start ging, ist seit jeher der einzigartige Mix aus Shoppingerlebnis, Unterhaltung und Information. Zu Shoppen gibt es nahezu alles, was das Leben schöner macht.

Doch die Infa ist weitaus mehr als ein Shoppingparadies. Denn erst der Mix aus Produktvielfalt, Unterhaltung und Information macht sie zur echten Erlebnismesse. Schon im Eingang werden die Besucher mit außergewöhnlicher Stelzenkunst begrüßt, es gibt Musik-Acts sowie prominente Gäste in der Show-Küche der „Markthalle“ – unter anderem NDR-Bingo-Bär Michael Thürnau.

Die Infa 2022 – für die Messe-Macher ein Signal in Richtung Zukunft, auch wenn sie insgesamt ein wenig kleiner ausfällt als in der Vergangenheit. Projektleiterin Klaudia Kohl: „Die wirtschaftlichen Herausforderungen der letzten zwei Jahre, die Inflation sowie Lieferschwierigkeiten aufgrund des Ukraine-Krieges haben auch viele unserer Aussteller betroffen, sodass das Warenangebot in diesem Jahr etwas abgespeckter ausfällt. Dennoch garantieren wir ein unvergessliches Live-Erlebnis mit tollen Produkten und einem bunten, umfassenden Rahmenprogramm. Denn Messen sind und bleiben auch in Zukunft Orte der Zusammenkunft, der Begegnung und des Austausches.“

Der Nächste bitte: FAMA Sprechstunde startet mit Infektionsschutzgesetz


Am Mittwoch, den 5. Oktober 2022 feiert das jüngste Format des FAMA Premiere. Die FAMA Sprechstunde zum Themenfeld „Recht und betriebliche Praxis“ macht den Anfang (Bild: FAMA).

Inhaltlich fokussiert die erste Sprechstunde auf die gesetzliche Neuregelung des Infektionsschutzes im Herbst und Winter 2022. FAMA Justiziar Martin Glöckner und sein kongenialer Sparringspartner Thilo Könicke sorgen dafür, dass die wesentlichen Aspekte verständlich zusammengefasst und praxisorientiert aufbereitet werden. Die Sprechstunde startet am 5. Oktober 2022 um 15 Uhr und findet online statt. Die Teilnahme ist auf Mitarbeitende von FAMA Mitgliedern beschränkt und für diese kostenlos. 

Nachbesserung nötig: Notfallplan Gas für Eventbranche


Grundsätzlich unterstützt das Forum Veranstaltungswirtschaft den Notfallplan Gas der Bundesregierung. Allerdings fordert es mehrere Änderungen im Sinne der Eventbranche und ein schnelles Sonderprogramm, um die Branche in ihrer noch immer schwierigen Lage zu unterstützen. Gleichzeitig legt die Branchenallianz einen praktischen Leitfaden vor, mit dem Unternehmen ihren Energieverbrauch selbst reduzieren können (Bild: Steven/Pixabay).

Die EU will mit dem Notfallplan Gas für den Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 ein freiwilliges Ziel von 15 Prozent festsetzen, um die Nachfrage nach Gas zu senken. Bis Ende September sollen die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Notfallpläne entsprechend aktualisieren und ihre geplanten Maßnahmen präsentieren.  

Das Forum Veranstaltungswirtschaft begrüßt selbstverständlich diese Gaseinsparungen für den Winter, wie es das in einem Brief vom 01. September 2022 an den Parlamentarischen Staatssekretär Michael Kellner beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz bereits dargelegt hat. Die Veranstaltungswirtschaft unterstützt daher diesen Plan und wird jede zumutbare Maßnahme umsetzen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. 

Die vollständige Pressmitteilung vom Forum Veranstaltungswirtschaft finden Sie hier