News

Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
Anregungen und Kommentare können Sie jederzeit per E-Mail an newsletter@fama.de schicken. Mitglieder sollten sich außerdem hier - falls noch nicht geschehen - zum FAMA-Newsletter anmelden, der derzeit acht Mal jährlich erscheint und der auch spezifischere Informationen und Anregungen enthält.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Der Blick nach vorn: Du bist gut genug


In der schnelllebigen Meme-Kultur brachte der Ohrwurm-Song „Gut Genug“ diesen Sommer ein lustiges Missverständnis. Der im ikonischen Falsett gesungene Refrain „Du bist gut genug“ von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David wurde in der Welt als „Doobie Scoot Canoe“ verstanden – und gefeiert. Dieses sog. Mondegreen-Phänomen sorgt immer wieder für Verwirrung und steht auch ein bisschen für unsere Zeit (Bild: AI / generiert mit Pixabay).

Kolumne von Oliver Schmitt

In dem Song geht es um die Sehnsucht, so akzeptiert zu werden, wie man ist, um Trost und Zuspruch. Als virales Meme, vor allem auf Tiktok und Instagram, hat es der Refrain mittlerweile zur universellen Tonspur für allerlei Content gebracht. Unabhängig vom Missverständnis konnte der Song den sonst üblichen Widerstand gegen nicht-englische Texte im Web vor allem deshalb überwinden, weil die Algorithmen nicht die Sprache, sondern die Reaktion der Nutzenden ins Kalkül zieht. Da stellt sich mir die Frage: Wie geht man eigentlich auf Messen viral?

Früher war die Sache höchst einfach: Leicht bekleidete Mädchen, im billigsten Sinne von „sex sells“, eigneten sich nicht nur auf Publikumsmessen dazu, die Aufmerksamkeit von (meist männlichen) Besuchenden auf sich zu ziehen. Wahrscheinlich würde das sogar heute noch funktionieren, wäre es nicht mittlerweile zu Recht verpönt. Akustische Reize, wie etwa die flotten Sprüche der Propagandist*innen oder wummernde Bässe, sind ebenfalls dankbare Attraktionen. Gewinnspiele und Messerabatte eignen sich ebenfalls dazu, Privatbesuchende an den eigenen Stand zu locken.

Die buchstäbliche Musik spielt allerdings online. Diese schneeballartige Verbreitung von kurzen Memes ist in der physischen Welt allenfalls in Situationen schierer Panik vorstellbar. Und die möchte auf Messen ganz sicher niemand erleben. Bleibt also die Aufgabe, in der digitalen Parallelwelt virale (oder wenigstens gesteigerte) Aufmerksamkeit für Messen und ihre Aussteller zu erzeugen. Dazu gibt es haufenweise Beispiele (wir würden uns über Links dazu übrigens sehr freuen!), auch wenn immer eine gehörige Portion Glück dazugehört.

Wenn es dann um den persönlichen Kontakt zwischen Menschen und Menschen, zwischen Menschen und Unternehmen oder zwischen Menschen und Marken kommt, dann freilich können Messen wieder ihre Stärken ausspielen: Missverständnisse entstehen erst gar nicht oder werden, falls doch, schnell ausgeräumt. Legendäre Mondegreens wie „Agathe Bauer“ für „I‘ve got the power“ von Snap oder „Sweet dreams are made of cheese“ statt „this“ von Eurythmics könnten sich auf Messen nur schwer entwickeln. Denn im persönlichen Austausch sind Richtigstellungen schnell erledigt.

Ich wünsche uns, dass wir uns als Konsument*innen, als Produzierende, auch als politische und soziale Wesen wieder mehr persönlich begegnen, gerade außerhalb unserer Bubbles. Um Missverständnisse auszuräumen, um einander besser zu verstehen und um Populist*innen nicht so leicht auf den Leim zu gehen. Gerne übrigens auf Messen und Ausstellungen, oder?

Newsticker smartville.digital: Branchentalk • Positiv • Co-Präsidium


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (v.l.: Bala Trachsel, Nicole Pandiscia, SLA Expo Event; Foto: Smartville).

Branchentalk zur Aqua Suisse Messe

Wenn es die Easyfairs Branchenmesse Aqua Suisse im November 2027 nicht gäbe - man müsste sie erfinden, so wichtig ist Wasser für unsere Zukunft. Christos Bräunle vom SVGW nennt im Interview die Herausforderungen, die auf uns und auf Brunnenmeister zukommen.

MCH Group mit positiven Halbjahresergebnis

Die MCH Group erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein positives Ergebnis. Dies ist das vierte positive Halbjahresergebnis in Folge – trotz eines herausfordernden geopolitischen Umfelds, das sich insbesondere auf die Geschäftstätigkeit im Nahen Osten auswirkte. 

Neues Co-Präsidium bei EXPO EVENT

Die Swiss LiveCom Association EXPO EVENT wächst und will künftig noch stärker in allen Landesteilen präsent sein. Das Mitgliederwachstum in verschiedenen Regionen und Kantonen soll gezielt weitergeführt werden, wofür der Verband auf eine verstärkte regionale Marktbearbeitung setzt.

Neue Partnerstruktur: Viecon mit neuen Partnern für Audiovisuelles


Mit Concept Solutions und Steinerlive setzt Viecon Messe Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, ab 1. Januar 2027 auf zwei starke Partner für audiovisuelle Dienstleistungen. Die Grundlage dafür bildete ein umfangreicher, öffentlicher Auswahlprozess. Viecon stärkt mit dem erweiterten Preferred-Partner-Modell ihr Serviceangebot und schafft für Veranstalter*innen zusätzliche Wahlmöglichkeiten, mehr Flexibilität sowie Zugang zu umfassender technischer Expertise (v.l. Thomas Wasshuber, Martina Candillo, Katharina Weishaupt, Christian Steiner; Bild: Viecon).

Technologische Innovationen, digitale Formate, wachsende Erwartungen an Inszenierung sowie ein erweitertes Verständnis im Bereich Nachhaltigkeit verlangen nach spezialisierten Lösungen und verlässlichen Partnern. 

„Wir wollen unseren Kund*innen jederzeit die bestmögliche technische Unterstützung für ihre Veranstaltungen bieten. Mit Concept Solutions und Steinerlive haben wir zwei Unternehmen an Bord, die für Qualität, Verlässlichkeit und Innovationskraft stehen und unseren hohen Anspruch an Service und Kundenerlebnis langfristig mittragen“, sagt Katharina Weishaupt, Geschäftsführerin von Viecon.

Die Auswahl der Preferred Partner erfolgte auf Basis eines umfassenden Kriterienkatalogs. Bewertet wurden neben fachlicher Expertise, Innovationskraft, Servicequalität und moderner technischer Infrastruktur auch die Qualifikation der Teams sowie die Fähigkeit, selbst bei anspruchsvollen Eventformaten höchste Veranstaltungs- und Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Weitere Informationen finden sich hier.

Treffpunkt Holz: Olma Messen lancieren neues Fachformat


Die Olma Messen St.Gallen lancieren mit dem Treffpunkt Holz ein neues Fachformat für die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. Der Branchentreffpunkt findet erstmals am Freitag, 29. Januar 2027, auf dem Messegelände in St.Gallen statt und verbindet Ausstellung, Fachprogramm und Networking. Die Veranstaltung richtet sich an Fachbesuchende aus der gesamten Deutschschweiz (Bild: Olma Messen).

Der Treffpunkt Holz knüpft an den Erfolg von „Muni Max“ an – das Holzbauprojekt am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) 2025 – und wurde gemeinsam mit Partnern aus Branche, Bildung und Innovation weiterentwickelt. Das Format greift ein Bedürfnis aus der Branche nach Austausch, Weiterbildung und Vernetzung auf. Hauptpartner der Veranstaltung sind die Lignum Holzkette St.Gallen, die ibW Höhere Fachschule Südostschweiz und der Säntis Innovations-Cluster Holz. Ergänzend fließt das Wissen eines breiten Experten-Netzwerks aus Verbänden, Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Innovationspartnern ein.

Weitere Informationen finden sich hier.

Fünf Fragen an: Sebastian Grein • Aditus


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes sind unsere außerordentlichen Mitglieder an der Reihe und den Anfang macht Sebastian Grein, Geschäftsführer von Aditus, dem bekannten Anbieter von Ticket-, Einlass- und Registrierungslösungen (Bild: Aditus).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Wenn aus einer zunächst etwas verrückten Idee plötzlich etwas Konkretes wird. Ich kann mich ziemlich lange in neue Themen verbeißen, vor allem wenn Technik, Geschäft und Menschen zusammenkommen. Privat passiert mir das beim Rennradfahren und beim Kochen. Beim Kochen erreiche ich zwar nicht ganz das Niveau von Henning Könicke, aber ich liebe es und kann dabei tatsächlich komplett abschalten.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Bei künstlicher Intelligenz. Dass AI unsere Art zu leben und zu arbeiten grundlegend verändern wird, habe ich schon länger geglaubt. Was ich deutlich unterschätzt habe, ist die Geschwindigkeit. Ich hätte diese Veränderung eher über die kommenden zehn Jahre erwartet. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass wir schon in den nächsten drei Jahren Veränderungen erleben werden, die für viele von uns heute noch schwer vorstellbar sind.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Die enorme Bandbreite. An einem Vormittag kann es um Unternehmensstrategie, einen Vertrag und ein neues Produkt gehen und am Nachmittag um die sehr konkrete Frage, warum ein Badge an einem Eingang nicht so aussieht oder funktioniert, wie es soll. Ich mag diese Mischung aus großer Flughöhe und ziemlich viel Bodenhaftung. Und vor allem die Möglichkeit, Dinge tatsächlich gestalten zu können.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Marc Luzoff. Und er macht von diesem Recht auch regelmäßig Gebrauch. Ansonsten im Prinzip jeder. Überzeugen muss er mich trotzdem. Im Ernst: Gerade die Menschen, die näher an einem Thema sind als ich, müssen mir widersprechen können. Eine Führungsposition erhöht schließlich nicht automatisch die Trefferquote.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Dass ich deutlich mehr am Notebook sitzen würde. Spaß beiseite: Ich würde mich tatsächlich ziemlich abgehängt fühlen. Ich lese und informiere mich sehr viel über mein Smartphone, und unser Beruf bringt es inzwischen mit sich, dass wir Veranstaltungen und Kollegen auf der ganzen Welt haben. Da möchte und muss ich erreichbar und auf dem Laufenden sein. Das Smartphone ist für mich deshalb weder notwendiges Übel noch digitaler Zwang, sondern schlicht ein Werkzeug, das aus meinem Alltag kaum wegzudenken ist. Und das finde ich ehrlich gesagt auch überhaupt nicht schlimm.

Neun Tage: Infa macht das Leben schöner


Vom 10. bis 18. Oktober 2026 dreht sich auf dem Messegelände in Hannover wieder alles um die Themen, die das Leben schöner, genussvoller und abwechslungsreicher machen. Die infa steht für Trends und Inspiration und bündelt ihr Angebot in diesem Jahr unter drei großen Oberthemen: Genuss, Lifestyle und Zuhause. Sie finden sich in den unterschiedlichen Themenwelten der Messe immer wieder (Bild: Deutsche Messe).

Was die infa dabei ausmacht, ist die Mischung aus Shopping, Information und Erlebnis. Neben den Angeboten der Aussteller gibt es Shows, Mitmachaktionen, Workshops, Talkrunden und ein täglich wechselndes Bühnenprogramm. Viele Angebote laden dazu ein, Dinge nicht nur anzuschauen, sondern selbst auszuprobieren. 

Gleich am ersten infa-Wochenende, 10. und 11. Oktober, stehen zwei besondere Programmpunkte auf dem Kalender. Bei infalino dreht sich alles um Schwangerschaft, Babys und junge Familien. Das zweitägige Special bietet Informationen, Beratung, Produkte und ein abwechslungsreiches Programm für werdende Eltern und Familien mit kleinen Kindern.

Weitere Informationen finden sich hier.

Bewährter Kern: FAF mit neuen Formaten und neuen Impulsen


Die FAF - FARBE, AUSBAU & FASSADE findet vom 7. bis 10. März 2028 erstmals in Stuttgart statt. Mit dem Standortwechsel setzt die Fachmesse neue Schwerpunkte. Neben ihrem Kern – dem Maler-, Lackierer-, Stuckateur- und kreativen Ausbauhandwerk – rücken künftig Themen wie Nachwuchs, Qualifizierung, Raumgestaltung und betriebliche Zukunft verstärkt in den Fokus (Bild: GHM).

Gleichzeitig richtet sich die FAF noch gezielter an verwandte und angrenzende Zielgruppen, darunter Raumausstatter, Bodenleger, Innenarchitekten und Planer sowie die Bau- und Wohnungswirtschaft. „Viele Betriebe arbeiten heute an Schnittstellen, die früher klarer voneinander getrennt waren. Das wollen wir auf der FAF stärker abbilden und angrenzende Gewerke und Themen einbeziehen. Das Herzstück der Messe bleibt dabei unverändert: das Maler-, Lackierer-, Stuckateur- und kreative Ausbauhandwerk“, sagt Bettina Erdmann, Director der FAF.

Weitere Informationen finden sich hier.

Weichen gestellt: Neureuter Fair Media mit neuem Gesellschafter


Die Neureuter Fair Media Gruppe regelt frühzeitig die Nachfolge und stellt damit die Weichen für die Zukunft des Unternehmens. Seit 1. September 2026 ist die unternehmergeführte Tradineo Gruppe als neuer Gesellschafter mit an Bord. Die Tradineo Gruppe ist auf Nachfolgeregelung, Fortführung und Weiterentwicklung mittelständischer Unternehmen spezialisiert (Markus Baumann; Bild: NFM).

Mit dem Einstieg verfolgt Neureuter Fair Media ein klares Ziel: Die Nachfolge in der Geschäftsführung soll frühzeitig vorbereitet und damit die langfristige Kontinuität des Unternehmens gesichert werden. Peter Schuck, geschäftsführender Gesellschafter von Neureuter Fair Media, wird sich altersbedingt auf eigenen Wunsch im Laufe des Jahres 2027 aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Gemeinsam mit der Tradineo Gruppe wird nun nach einem geeigneten Nachfolger gesucht, der künftig neben Markus Baumann die Geschäftsführung bilden wird und insbesondere den Bereich Finanzen verantworten soll. Gemeinsam soll die Nachfolge bis spätestens Ende 2027 geregelt sein.

Weitere Informationen finden sich hier.