News

Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
Anregungen und Kommentare können Sie jederzeit per E-Mail an newsletter@fama.de schicken. Mitglieder sollten sich außerdem hier - falls noch nicht geschehen - zum FAMA-Newsletter anmelden, der derzeit acht Mal jährlich erscheint und der auch spezifischere Informationen und Anregungen enthält.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Der Blick nach vorn: Intellektuelle Teilzeit ist keine gute Idee


Für mich hätte sich die Teilnahme an der 4. DACH-Messefachtagung in Bern auch dann gelohnt, wenn alle anderen Beiträge, außer dem von Oliver Hoffman („Die Zukunft der Arbeit ist psychologisch“) ein voller Reinfall gewesen wären. Waren sie natürlich nicht. Und dennoch enthielt sein Vortrag ein paar entscheidend erhellende Einsichten über das, was uns und unsere Organisationen in Zukunft erfolgreich machen kann. Intellektuelle Teilzeit gehört nicht dazu (Bild: generiert mit Perplexity).

Kolumne von Oliver Schmitt

Hoffmann weist darauf hin, dass die Skills, die Menschen und Organisationen in Zukunft erfolgreich machen, stark geprägt sind von psychologischen Anforderungen: Kreatives Denken, Resilienz, Selbstbewusstsein, Empathie, Motivation, oder soziale Einflussnahme. Das Problem, das er sieht: Unternehmen würden zwar über Skills reden, aber nicht über deren psychischen Voraussetzungen. Das Ergebnis: Kreativitätsforderungen ohne innere Ruhe, Resilienz ohne Erschöpfungspotenziale ernst zu nehmen.

Was er vorschlägt, nennt sich das „Modell der inneren Ökonomie“. Analytisches Denken brauche Klarheit, Selbstbewusstsein entstehe durch Integration von Erinnerung und Identität, Empathie erfordere Vorstellungsvermögen und Motivation komme nicht aus Bonusmodellen. Seine Kernfrage: Welche inneren Bedingungen ermöglichen überhaupt erst den wirkungsvollen Einsatz von Skills?

Und was tun wir? Wirbeln wie die aufgescheuchten Hühner um den Fuchs „Künstliche Intelligenz“ und versuchen den Anschluss nicht zu verpassen. Aber den Anschluss woran? Wenn man sich den Umgang mit KI anschaut, stellt man fest, dass oftmals ein Outsourcing der kreativen Auseinandersetzung mit Problemen und deren Lösungen versucht wird. Aber das wird nach hinten losgehen. Im Vortrag und der anschließenden Diskussion fiel der Begriff „intellektuelle Teilzeit“, mit dem unsere Fähigkeit zu Denken und zu echter Kreativität verkümmern, weil wir unser Hirn nur noch in Teilen nutzen. Hoffmann hält das für einen fundamentalen Irrtum. Er fürchtet einen digitalen Hyper-Taylorismus, weil das Denken selbst delegiert wird.

Statt die KI als Hilfsarbeiter für lästige Routineaufgaben einzusetzen, suchen wir nach bequemen Abkürzungen, damit wir uns um die Mühen der Ebene und um intellektuelle Schöpfungstiefe gleichermaßen drücken können. Zurück bleiben intellektuell faule, nicht sonderlich einfallsreiche, aber umso einfältigere Zombies. Klar, ganz so drastisch wird es schon nicht kommen. Aber wenn ich mir das psychologische Skillset von oben so anschaue: Nehmen sich unsere Schulen Zeit für Empathie und Selbstmotivation? Fokussieren unsere Entwicklungsprogramme auf Resilienz und Selbstbewusstsein? Gewähren wir uns und unseren Teams echte Freiräume für kreatives Denken?

Oder sind wir so im Abwettern immer heftiger werdender Krisen gefangen, dass uns gar nicht auffällt, dass wir die Krisen zwar nicht selbst erschaffen, uns aber miserabel darauf vorbereitet haben? Wir haben es in der Hand: Die Märkte und unsere Kunden, sie geben bereitwillig Auskunft, was ihnen echten Mehrwert bietet (oder bieten würde). Dabei dürfen wir sie nicht zu einem plumpen „Wünsch Dir was“ einladen, sondern sollten sie einbinden, um an unseren professionellen, empathischen und zutiefst kreativen Entwicklungsprozessen teilzuhaben. Kunden haben da voll Bock drauf. Ich, wir, Du, Ihr auch?

Fünf Fragen an: Olga Mešan • FAMA e.V.


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Derzeit steht der Reihe nach das FAMA-Team Rede und Antwort.  Nach den Vorständen Henning Könicke, Astrid Jaeger, Stefan Köster, Michael Kynast, Michael Köhler, Robert Ninnemann, Sabine Tichy-Treimel, dem Kommunikationsbeauftragten Oliver Schmitt und Geschäftsstellenleiterin Juliane Heißer, folgt diesmal Olga Mešan, die unsere Geschäftsstelle unterstützt und die Newsletter pflegt und verschickt (Bild: FAMA / Tobias Schmid).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Immer. Die Zeit ist mein Endgegner – egal womit ich mich beschäftige. Ob beim Unkraut jäten oder mit Tochter basteln, ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, dass die Zeit so schnell vergehen kann.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Wie mein Vorname schon verrät, bin ich in der ehemaligen UdSSR aufgewachsen. Dort bin ich mit der Ansicht groß geworden, dass die Welt nur schwarz oder weiß ist. Seitdem ist einige Zeit vergangen und auch meine Umgebung hat sich verändert. Ich habe gelernt, dass es ganz viel verschiedene Grautöne dazwischen gibt.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Ich fühle es nicht „nur“ als Beruf sondern auch als Berufung. Jeden Tag begegne ich unterschiedlichsten Menschen. Aus jeder Begegnung nehme ich für mich etwas mit und wachse. Ich bin glücklich ein Teil von einem großartigen Team zu sein!

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Wenn der Ton passt – dann darf es jeder. Für mich ist wichtiger die Frage, ob und was daraus gemacht wird.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Wäre möglich – nur eben umständlich. Dann bräuchte ich eine Kamera für Fotos, einen Notizblock, CD-Player oder gar einen Ghettoblaster. Und das Festnetztelefon müsste dann wieder angeschlossen werden. Ich bleibe dann doch lieber beim Bewährten.

Newsticker smartville.digital: Abschied • Vize-Rekord • Erfolgskurs


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Palexpo Genf; Foto: Smartville).

Austausch, Inspiration und Weiterentwicklung: Fachmesse Abschied

Die neue Schweizer Fachmesse Abschied ’26 vom 29. bis 30. Oktober 2026 in der Messe Luzern mit über 70 Ausstellern und Partnern wird mit einem attraktiven Rahmenprogramm mit Fachreferaten, Workshops, Symposien, Studientagungen und Jahreskonferenzen von nationaler Bedeutung ergänzt.

Bernexpo: Zweithöchster Umsatz der Firmengeschichte

Die Generalversammlung vom 27. Mai 2026 bestätigte ein operativ solides Ergebnis sowie das erfolgreiche Ende einer umfassenden Transformations- und Investitionsphase, die mit der Eröffnung der Festhalle ihren Höhepunkt fand. Die BERNEXPO AG blickt auf ein intensives und erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Präsidiumswechsel im Verwaltungsrat ist vollzogen.

Palexpo bestätigt seinen Erfolgskurs

2025 war ein entscheidendes Jahr für Palexpo: Nach den Jahren der Covid-Pandemie kehrt das Messegelände zu Stabilität zurück, sein Programm erstrahlt in neuem Glanz, es wurden bedeutende strukturelle Verbesserungen vorgenommen und die Ambitionen für die Zukunft von Veranstaltungen wurden gestärkt.

Gemeinsame Sache: MCH und Informa starten mit Basilia


Die Basilia Jewellery & Watch Fair, eine Kollaboration zwischen Informa Markets und der MCH Group – zwei der weltweit führenden Veranstalter von Fachmessen –, ist eine neue internationale Plattform, auf der sich im April 2027 in der Messe Basel, Halle 2, Vertreter aus Asien, Europa und der gesamten globalen Branche treffen werden (Bild: MCH Group).

Die Basilia Schmuck- und Uhrenmesse basiert auf dem Konzept „Access through Discovery“, bei dem – wie in jeder großartigen Stadt – das, was man im Inneren vorfindet, die Reise wert ist. Basilia ist wie eine Stadt mit Stadtvierteln, Bezirken, Tälern, Knotenpunkten, Alleen, Innenhöfen, Piazzas und vielem mehr aufgebaut, wobei jedes Element die Energie, Identität und den kulturellen Charakter der weltweit führenden Zentren der Schmuck-, Edelstein- und Uhrenherstellung widerspiegelt.

Weitere Informationen finden sich hier.

Abschied eines visionären Machers: Tom Winter (Bernexpo) im Interview


Gerade noch waren wir mit der DACH Messefachtagung bei ihm und der Bernexpo zu Gast. Und Ende des Monats verlässt er das Unternehmen, um zu seinen Wurzeln als Bauingenieur beim Generalübernehmer Lsinger Marazzi SA zurückzukehren. Vor fünf Jahren, mitten in der Pandemie begann er als CEO bei der Bernexpo und wir wollten die Gelegenheit nutzen, von einem visionären Macher, der noch immer über eine frische Außenperspektive auf die Messewirtschaft verfügt, ein paar Einordnungen zu bekommen (Bild: FAMA / Tobias Schmid).

Dein Einstieg bei der Bernexpo erfolgte inmitten der Covid-Pandemie. Was waren deine wesentlichen Befürchtungen, Erkenntnisse und Überraschungen aus deiner Anfangszeit in der Messewirtschaft?

Die Pandemie war für uns und die Branche in mehrfacher Hinsicht dramatisch. Zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellten sich uns aufgrund der bereits vor der Pandemie weit fortgeschrittenen Digitalisierung von Vermarktungskanälen sehr grundsätzliche Fragen der Existenzberechtigung.

Die Zusammenarbeit im Team, mit dem Verwaltungsrat, unseren Kund*innen und den Behörden war in dieser Phase eminent wichtig und im Nachhinein eindrücklich solidarisch und konstruktiv. Dieser Hintergrund ließ dafür aber auch keinerlei Fragen offen, dass wir unsere zukünftige Positionierung, die Arealnutzung, das Veranstaltungsportfolio und die Transformation hinsichtlich der operativen Prozesse und unserer digitalen Fähigkeiten ganz radikal angehen wollten.

Dass die Stadt und unsere Entscheidungsgremien den Mut hatten, die Volksabstimmung und den Bauentscheid zur Festhalle in diese Zeit zu legen ist nicht selbstverständlich und darf uns durchaus mit Stolz erfüllen.

Die Messewirtschaft selbst gehört jetzt nicht gerade zu den Innovationstreibern in der Schweiz und in Europa. Und dennoch sind Messen ganz wesentliche Plattformen für Innovationen der Wirtschaft. Was waren neben der Festhalle die wichtigsten Transformationsvorhaben während deiner Zeit bei der Bernexpo? Was ist nach Plan verlaufen, was besser und was hättest Du dir anders vorgestellt?

Die Messewirtschaft kann für sich beanspruchen, schon immer sehr nahe an jeglicher Innovation, neuen Errungenschaften und damit am Puls der Zeit gearbeitet zu haben. Die hohe Ausstellenden- und Besuchendentreue vergangener Jahrzehnte haben uns aber hinsichtlich dem Einsatz neuer Methoden in den Bereichen Hospitality/Customer Journey-, Cross Channel-Marketing und Contact Management träge lassen werden. Vielfach wurden die entsprechenden Fähigkeiten einzelnen Akteur*innen oder Formaten überlassen.

Wir haben substantiell in die Themen Diversifizierung Veranstaltungsportfolio, modulare Angebotsgestaltung, Campaigning/Contact Management, Data, Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit investiert.

Wir konnten uns bei allen Themen substantiell weiterentwickeln. Den Zeit- und Abstimmungsbedarf habe ich übergeordnet sicher unterschätzt - wir haben allen Beteiligten da sehr viel abverlangt.

Thüringer Genuss: Grüne Tage Thüringen zeigen Welt der Landwritschaft


Die 13. Landwirtschaftsmesse „Grüne Tage Thüringen“ lädt vom 25. bis 27. September 2026 in die Messe Erfurt ein und macht die Landeshauptstadt erneut zum zentralen Treffpunkt der Agrarbranche. Unter dem Motto „Die ganze Welt der Landwirtschaft in Erfurt“ richtet sich die Veranstaltung sowohl an Fachpublikum als auch an interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher (Bild: Messe Erfurt).

Im Fokus der Messe stehen aktuelle Entwicklungen und Zukunftsthemen der Landwirtschaft. Im Bereich „Innovation & Technik“ präsentieren Ausstellerinnen und Aussteller modernste Landmaschinen, Robotiklösungen im Pflanzenbau sowie digitale Anwendungen für eine nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung. Fachbesucherinnen und Fachbesucher erhalten damit einen umfassenden Überblick über technologische Trends der Branche.

Ein weiterer Höhepunkt sind die Tierschauen, die mit hochkarätigen Zuchtwettbewerben und Bundesschauen aufwarten. Besucherinnen und Besucher gewinnen dabei Einblicke in moderne Haltungssysteme und aktuelle Aspekte des Tierwohls.

Weitere Informationen finden sich hier.

Aktive Zukunft: Husum lanciert Lebenswege


Der Anteil älterer Einwohnerinnen und Einwohner in Schleswig-Holstein nimmt zu – womit für immer mehr Menschen die aktive Gestaltung der zweiten Lebenshälfte zum Thema wird. Hier setzt die Messe Husum & Congress an und veranstaltet am 10. und 11. Oktober 2026 erstmals die Publikumsmesse „Lebenswege Husum“. „Wir richten uns an Menschen ab 50, an Angehörige sowie alle, die sich aktiv mit Themen rund um Gesundheit, Wohnen, Vorsorge und Lebensqualität beschäftigen“, sagt Projektleiterin Johanna Hansen (Bild: HMC).

Hansen, die regelmäßig auch an der Organisation der Fachmesse Husum Wind beteiligt ist und die Fachkonferenz Coast & Prevention verantwortet, freut sich auf das neue Format für Endverbraucher: „Viele Menschen stellen sich auch hier bei uns an der Westküste die Frage, wie sie den nächsten Lebensabschnitt bestmöglich gestalten. Die einen überlegen, wie sie sich Hilfe im Alltag organisieren können, andere möchten sich sinnvoll engagieren oder sich schon früh informieren, wie sie ihre Angehörigen unterstützen. Wir wollen Beratung und Anregungen für alle Lebenslagen bieten.“

Entsprechend vielseitig soll auch der Ausstellungs- und Vortragsbereich besetzt werden. Auf der Agenda stehen Themen wie Reisen, Ausflüge, Mobilität und Gesundheit sowie Unterstützung im Alltag, Beratung zur Vorsorgevollmacht oder zu testamentarischen Regelungen. In Planung ist auch eine Messe-Partnerschaft mit der Expertin für Trends und Entwicklungen rund um smartes und barrierefreies Bauen und Wohnen, der GGT (Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® mbH) aus dem Nordrhein-Westfälischen Iserlohn. Sie vermittelt auch Kontakte zu Herstellern und Handwerksunternehmen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die sowohl komfortabel sind als auch das Leben mit Einschränkungen erleichtern. Die GGT wird mit einem Messestand und fachkundiger Beratung auf der Lebenswege Husum vertreten sein.

Weitere Informationen finden sich hier.

Umfassende Modernisierung: Messe Ried investiert für Jubiläumsjahr


Gemeinsam mit der Stadtgemeinde und der Messe Ried will das Land Oberösterreich rund 5,25 Millionen Euro investieren. Dabei soll das Gelände umfassend modernisiert werden. „160 Jahre Erfolgsgeschichte sind Verpflichtung und Auftrag zugleich. Mit der Modernisierung der Messe Ried verbinden wir Tradition mit Zukunft und schaffen die Basis dafür, dass dieser Standort auch in den nächsten Jahrzehnten Impulse für Wirtschaft und Region setzt“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer (Bild: Messe Ried).

Ein Teil der bestehenden Infrastruktur entspricht nicht mehr den Anforderungen eines modernen Messe- und Veranstaltungszentrums: Insbesondere der Eingangsbereich rund um Halle 12 ist baulich und funktional veraltet. Mit Blick auf das 160-jährige Bestehen der Rieder Messe im Jahr 2027 wird daher eine umfassende Erneuerung umgesetzt.

Im Zuge dieses Projekts wird die bestehende Halle 12 abgebrochen und durch ein modernes Foyer mit rund 350 m² Nutzfläche ersetzt, während gleichzeitig die Vorplatz- und Außenanlagen neu gestaltet und die Verkehrs- sowie Zugangssituation verbessert werden. Darüber hinaus wird die Halle 19 um bis zu 1.100 m² erweitert und durch ein zusätzliches Foyer mit rund 450 m² ergänzt.

Die vollständige Meldung findet sich hier.