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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Montag, 2. März 2026

Der Blick nach vorn: Was an Messen passiert, passiert nur an Messen


Manche Gelegenheiten muss man am Schopf packen, wenn sie sich einem bieten. So geschehen an der zurückliegenden Retro Classics auf dem Gelände der Messe Stuttgart. Der zeitgleich stattfindende CDU-Bundesparteitag und die ausgestellten Oldtimer als emotionale Sympathieträger erzeugten eine Konstellation, wie sie so eigentlich nur auf Messen entstehen kann (Bild: Retro Messen).

Kolumne von Oliver Schmitt

Klar, man kann das auch von langer Hand planen. Dafür gibt es schließlich Protokollabteilungen. Allerdings kann sich kaum ein mittelständischer Familienbetrieb sowas leisten. Zudem ist es fraglich, ob eine Oldtimer-Messe bei den zuständigen Stellen im Politikbetrieb als angemessene Plattform für den öffentlichkeitswirksamen Auftritt eines Politikers erachtet wird.

Wer die Könickes kennt, der weiß, dass hier stets pragmatisch agiert wird und genau das ist auch passiert. Nun hat auch nicht jeder eine passende Adenauer-Limousine von Mercedes-Benz verfügbar, aber das gehört eben zur messetypischen Serendipität dazu. Ein bisschen Glück braucht es natürlich auch, wenn sich ein Politiker als Sammler und Oldtimer-Fan entpuppt. Aber das ist dann halt das Glück des Tüchtigen.

Die Grundvoraussetzung ist aber dieses messetypische Setting: Hier kommen Menschen zusammen, die ein Interesse, eine Aufgabe oder ein Thema eint. Und wenn es um besonders viele Menschen geht (in diesem Fall 83.000 Oldtimer-Fans und rund 2.000 Teilnehmende am Parteitag), dann bleibt nicht mehr viel Infrastruktur übrig, wenn es trocken, warm und professionell zugehen soll. Den Rest besorgt die unnachahmliche Mischung von attraktiven Fotomotiven, gesellschaftlicher und politischer Relevanz und natürlich der Riecher, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.

In diesem speziellen Fall kann sich der FAMA glücklich schätzen, ein schlagkräftiges Vorstandsgremium zu haben, dass aus den politischen Forderungslandschaft von Messen flugs ein Positionspapier zu formulieren und dies an passender Stelle persönlich zu überreichen. Das ist quasi Lobbyismus im Vorbeigehen und gerade deshalb von besonderer Qualität.

Mein Respekt gilt daher unseren Vorstandmitgliedern, die sich unermüdlich und ehrenamtlich für die Messewirtschaft einsetzen, und natürlich Henning und Thilo Könicke, die mit ihrem Team die Gelegenheit ergriffen und neben schönen Bildern echten Mehrwert für unsere Gemeinschaft erzeugt haben. Bravo!

Buchtipp: Nachhaltigkeitsmanagement in der Veranstaltungsbranche


Dieses Buch zeigt praxisnah und auf den Punkt, wie Sie ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagementsystem Schritt für Schritt in Ihrem Unternehmen etablieren. Nachhaltigkeit ist längst ein Schlüsselfaktor für die Zukunft der Veranstaltungsbranche. Die internationale Norm ISO 20121 bietet hierfür einen klaren Rahmen, doch die Umsetzung dieses abstrakten Regelwerks ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Die Autoren erklären anhand konkreter Beispiele aus der Branche und praxiserprobter Handlungsempfehlungen, wie sich die Norm in den betrieblichen Alltag übersetzen lässt (Bild: Springer Gabler).

Von den Grundlagen des PDCA-Zyklus über Führung, Planung und Betrieb bis hin zu konkreten Anwendungen aus verschiedenen Gewerken ist es ein Werk für Geschäftsführende, Nachhaltigkeitsbeauftragte und Qualitätsmanager*innen, die endlich mit der Implementierung der Norm beginnen wollen – für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Wirkung in der Veranstaltungswirtschaft.

Quick Guide ISO 20212 • Nachhaltigkeitsmanagement in der Veranstaltungsbranche, fwd/IFES (Hrsg.), 203 Seiten, Heidelberg, 2026, Verlag Springer Gabler, 29,99 EUR

Mutiger werden: Swiss Cyber Security Days für digitale Unabhängigkeit


Unter dem Motto «Digital Sovereignty – The New Frontier» fand am 17. und 18. Februar 2026 die siebte Ausgabe der Swiss Cyber Security Days auf dem BERNEXPO-Areal in Bern statt. Nationale und internationale Referent*innen lieferten Antworten auf die wichtigsten digitalen Fragen unserer Zeit. Mit 2.800 Besuchenden und über 100 Ausstellern blicken die Veranstalter auf eine erfolgreiche Ausgabe zurück (Bild: BERNEXPO).

Am Dienstag, 17. und Mittwoch, 18. Februar 2026 wurde das BERNEXPO-Areal zum Brennpunkt einer Debatte, die über Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung entschied. Zum dritten Mal in Folge gastierten die Swiss Cyber Security Days, die führende Plattform zum Thema Cybersicherheit, in Bern und brachten nationale und internationale Referent*innen an einem Ort zusammen. Mit 2.800 Besuchenden und über 100 Ausstellern knüpfte die Ausgabe an den Vorjahreserfolg an. Ein Höhepunkt war das Referat von Florian Schütz, Direktor Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), der die aktuelle Cybersicherheitslage in der Schweiz einordnete und sie in Beziehung zum internationalen Umfeld setzte.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier.

Newsticker smartville.digital: Wurzeln • Disruption • Influencer


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (ESB Marketing Netzwerk; Foto: Smartville).

CEO a.i. Andrea Zappia will mit MCH auf starken Wurzeln wachsen

Der Jännertrunk der MCH Group ist zu einer beliebten Tradition geworden, weil man stets viel Neues erfährt. CEO a.i. Andrea Zappia nahm zum ersten Mal am Jännertrunk teil und es war erfrischend, seinen italienischen Charme auf der Bühne zu sehen. „Nur unsere starken Wurzeln erlauben es uns, zu wachsen und in der Stadt Basel finden wir eine Inspiration“, sagte er.

Digitale Disruption, Pandemie und Marktbereinigung im Schweizer Entertainment

Wo steht das Schweizer Entertainment nach einem Jahrzehnt voller Umbrüche? Seit zehn Jahren prägt der Kongress 360° Entertainment diese Branche. Das Jubiläum in Andermatt bringt am 24. und 25. März frische Impulse und neue Formate auf die Bühne.

Warum Influencer*innen strategischer Erfolgsfaktor für Messen & Events sind

Influencer*innen sind in der Live-Kommunikation längst vom „Nice-to-have“ zum strategischen Hebel geworden. Für Messen und Events – deren Kosten stetig steigen – eröffnen sie die Möglichkeit, Reichweite weit über den Messestand oder die Veranstaltung hinaus zu erzielen und gleichzeitig zusätzlichen Traffic vor Ort zu generieren.

Zuhause im Wandel: com:bau Dornbirn bietet Orientierung


Vom 6. bis 8. März zeigt die com:bau im Messequartier Dornbirn, wie sich Bauen und Wohnen weiterentwickeln. Als zentrale Plattform vernetzt sie Bauwirtschaft, Fachleute und Interessierte. Sie vereint Angebote aus Bauhandwerk, Energie, Finanzierung sowie Immobilien und bietet unabhängige Beratung für Sanierung, Bauvorhaben und Kauf (Bild: Messe Dornbirn).

Die Baubranche befindet sich im Wandel. Höhere Kosten und begrenzte Budgets beeinflussen die Entscheidungen rund um das Bauen und Sanieren. Viele Bauinteressierte suchen verlässliche Informationen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Das Eigenheim bleibt wichtig, gleichzeitig gewinnen neue Wohnformen an Bedeutung.

Die com:bau greift diese Entwicklungen auf und führt die zentralen Branchenthemen an einem Ort zusammen. Sie bündelt Bauhandwerk, Energie, Finanzierung und Immobilien und verdeutlicht, wie vielfältig die aktuellen Anforderungen an Bauprojekte sind. Knapp 180 AusstellerInnen stellen dazu Baustoffe, Sanierungskonzepte, Photovoltaiklösungen mit Speicher, Smart Home Technologien sowie Finanzierungsmodelle und Immobilienangebote vor. Fachleute geben unabhängig und kostenlos Auskunft zu Energieeffizienz, Förderungen und rechtlichen Faktoren.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier.

Fünf Fragen an: Robert Ninnemann • FAMA e.V.


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Derzeit stehen der Reihe nach unsere eigenen Vorstandsmitglieder Rede und Antwort. Nach Henning Könicke, Astrid Jaeger, Stefan Köster, Michael Kynast und Michael Köhler folgt nun Robert Ninnemann (im Vorstand für die Zusammenarbeit mit dem Forum Veranstaltungswirtschaft zuständig), im Hauptberuf Geschäftsführer von RAM Regio aus Erfurt (Bild: RAM Regio/Volker Hielscher).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Eigentlich immer dann, wenn ich in ein gutes Gespräch mit interessanten Menschen vertieft bin. Wenn noch nicht alles gesagt ist, passiert es schnell, dass jemand auf die Uhr schaut und das Ende anmahnt – meine Frau kann davon ein Lied singen.

Wenn alle gehen wollen, habe ich oft noch eine letzte Frage, die unbedingt geklärt werden muss, damit ein Termin wirklich rund abgeschlossen ist.

Wie hat sich deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Durch die Vielzahl an Begegnungen und Eindrücken versuche ich eigentlich ständig, Positionen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Mein aktuelles Lieblingsbeispiel ist die „Verwaltung“. In der öffentlichen Debatte hört man derzeit fast täglich pauschale Bürokratie- und Verwaltungskritik. In der aktuellen Vorarbeit zu unserem größten Messeprojekt, der Thüringen Ausstellung 2026, habe ich jedoch viele sehr positive Erfahrungen gemacht. Diese Begegnungen haben mein Verständnis für die jeweils andere Perspektive deutlich erweitert und mir gezeigt, wie viele engagierte Menschen dort lösungsorientiert arbeiten und unterstützen wollen.

Wenn man wirklich zuhört – ganz im Sinne von audiatur et altera pars, also auch die andere Seite hört – wird schnell klar, dass jeder aus seinem Fachgebiet wertvolle Impulse einbringen kann.

Was ist das Beste an deinem Beruf?

Ganz klar: die Vielfalt. An einem Tag führe ich politische Gespräche, am nächsten tauche ich in technische Detailfragen ein mit Menschen, die für ihr Thema brennen.

Diese Mischung aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten macht die Arbeit an Verbrauchermessen für mich jeden Tag neu spannend. Meine Neugier ist dabei ein großer Motor – ob mir der Staatssekretär oder Minister aus seinem Alltag berichtet oder ein Eisenbahner mit leuchtenden Augen eine historische Weichenstellanlage erklärt, beides kann gleichermaßen faszinierend sein.

Genau diese thematische Bandbreite ist ein echtes Geschenk und zeigt, wie viel Inspiration und neuer Input in der Organisation von Verbrauchermessen steckt.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Grundsätzlich jeder – entscheidend ist für mich nur, dass die Argumente fundiert und wirklich durchdacht sind. Ich bin jederzeit bereit, meine Positionen anzupassen, wenn neue Perspektiven oder bessere Begründungen auf den Tisch kommen.

Schwieriger wird es für mich nur dann, wenn Kritik eher der Verlängerung einer Diskussion dient als einer echten inhaltlichen Weiterentwicklung. Unser verstorbener Unternehmensgründer Eberhard Kreuser pflegte zu sagen: „Die Ausrede ist schneller raus als die Maus zurück im Loch.“ In diesem Satz steckt viel Wahrheit – denn nicht jede Gegenposition bringt automatisch einen echten Mehrwert.

Wenn Kritik Substanz hat, neue Blickwinkel eröffnet und zu besseren Entscheidungen beiträgt, nehme ich sie sehr gern an und entwickle das Lagebild entsprechend weiter.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Grundsätzlich erst einmal ein spannendes Experiment. Meine Frau würde vermutlich sofort meinen Puls fühlen und sich fragen, ob mit mir alles in Ordnung ist. Gleichzeitig reizt mich der Gedanke – vielleicht sind die Sorgen im Vorfeld größer als die Realität.

Ich nutze das Smartphone sehr intensiv, um schnell Antworten auf Fragen zu finden, erreichbar zu sein und zügig reagieren zu können, wenn in einem Projekt etwas aufpoppt. Ganz ohne wäre es wahrscheinlich zunächst ungewohnt still, vielleicht sogar mit einem gewissen Kontrollverlust verbunden.

Aber wer weiß – möglicherweise wäre es auch überraschend befreiend und ein guter Anlass zur Selbstreflexion. Vielleicht würde man sogar feststellen, dass vieles auch ohne meine permanente Erreichbarkeit erstaunlich gut funktioniert.

Neue Wege: Andreas Markgraf verlässt inRostock


Nach 23 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit trennen sich die inRostock GmbH und Andreas Markgraf, bisheriger Geschäftsbereichsleiter der HanseMesse Rostock, einvernehmlich. Andreas Markgraf war über mehr als zwei Jahrzehnte in leitender Funktion für die HanseMesse Rostock tätig und hat deren Entwicklung sowie Positionierung als bedeutenden Veranstaltungsstandort in der Region maßgeblich mitgestaltet. In dieser Zeit wurden zahlreiche nationale und internationale Messen, Kongresse und Veranstaltungen erfolgreich umgesetzt und weiterentwickelt (Im Bild mit Kolleg*innen ganz rechts, Bild: inRostock).

Oliver Fudickar, Geschäftsführer der inRostock GmbH, bedankt sich ausdrücklich für das langjährige Engagement: „Andreas Markgraf hat die HanseMesse Rostock über 23 Jahre hinweg mit Fachkompetenz und persönlichem Einsatz geprägt. Für diese langjährige Zusammenarbeit danken wir ihm und wünschen ihm für seine weitere berufliche und persönliche Zukunft alles Gute und viel Erfolg.“

Auch Andreas Markgraf blickt dankbar auf seine Zeit bei der inRostock GmbH zurück: „Nach 23 erfolgreichen Jahren im Landesmessezentrum und unglaublich vielen Aufgaben und Projekten, ist nun der richtige Zeitpunkt, sich neuen Aufgaben zu stellen. Als regionaler Standort beheimatet die HanseMesse ein breites Portfolio an Eigenmessen und Gastveranstaltungen und ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Ich danke allen Ausstellern und Partnern für die Zusammenarbeit und blicke nun neuen beruflichen Herausforderungen entgegen. Dem Team der inRostock GmbH wünsche ich für die Zukunft alles Gute.“

Auch wir wünschen Andreas Markgraf alles Gute.

Mitglieder stellen sich vor: Olaf Freier • HINTE Expo & Conference


Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Doch auch all jene Mitglieder, die schon länger im FAMA vertreten sind, wollen wir hier sukzessive vorstellen. Diesmal an der Reihe ist die HINTE Expo & Conference. Das Unternehmen ist ein privater, familiengeführter Mes-severanstaltern und gehört zur HINTE Gruppe, die von Christoph Hinte in geführt wird. Sein Sohn Vincenz Hinte steht als vierte Generation bereits in Verantwortung und agiert als CEO der HINTE Marketing und Media. HEC-Geschäftsführer Olaf Freier beantwortet uns einige Fragen (Bild: HINTE).

Die HINTE Expo & Conference zählt zu den privaten Messeveranstaltern in Familienhand, in eurem Fall sogar schon in der vierten Generation. Was ist das Besondere an HINTE und an eurer Ausrichtung?

HINTE ist 80 Jahre alt – und genau deshalb können wir nicht stehenbleiben. Als CEO eines Familienunternehmens in vierter Generation sehe ich Tradition als Verpflichtung zur Erneuerung. „HINTE – 80 Jahre Zukunft!“ ist für mich kein Claim, sondern Führungsauftrag. Als inhabergeführtes Unternehmen können wir langfristig entscheiden und Transformation aus eigener Überzeugung steuern.

Wir entwickeln Plattformen mit ganzjähriger Relevanz und verbinden dabei Messe, Medien und digitale Angebote der HINTE Group. Und das nicht nur für uns. HINTE Marketing & Media arbeitet dabei nicht nur für unsere eigenen Projekte – auch externe Unternehmen und Veranstalter nutzen unsere Kompetenzen. Unser Anspruch ist es, Märkte aktiv mitzugestalten.

Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist von permanentem Wandel geprägt. Wie hat sich das Messegeschäft für Euch zuletzt entwickelt und womit rechnet ihr in den kommenden Jahren?

Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Messegeschäft ist kein Selbstläufer mehr. Wir erleben eine stärkere Nachfrage nach klar positionierten Fachplattformen und weniger Toleranz für austauschbare Formate. Größe allein schützt nicht vor Bedeutungsverlust. Entscheidend sind klare Positionierung und die Bereitschaft, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.

Für mich verkauft eine Messe heute nicht mehr nur Fläche, sondern Wirkung – in Form von hochwertigen Leads, inhaltlicher Reichweite und belastbaren Netzwerken. In den kommenden Jahren rechne ich mit einer weiteren Professionalisierung der Geschäftsmodelle in unserer Branche.

Welchen Stellenwert messt Ihr Entwicklungen wie Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Abläufe in eurem Unternehmen bei und wie werden diese die Customer Journeys eurer Aussteller und Besuchenden zukünftig beeinflussen?

Digitalisierung ist bei uns keine eigene Abteilung, sondern Teil unseres Geschäftsmodells. Wir digitalisieren Prozesse in Vertrieb, Flächenmanagement und Content, um Customer Journeys möglichst ohne Medienbrüche zu gestalten.

Für Aussteller bedeutet das perspektivisch präzisere Zielgruppenansprache und mehr Transparenz bei der Lead-Qualität, für Besuchende relevantere Inhalte und bessere Orientierung. Beim Einsatz von KI sind wir erste Schritte in verschiedenen Bereichen gegangen, testen aber auch konkrete Anwendungen. Ein Beispiel ist „Echobrief“ der HINTE Marketing & Media: Ein KI-gestütztes Tool, das Inhalte z.B. Vorträge oder Keynotes analysiert, strukturiert und für Social Media oder Newsletter aufbereitet.

So verlängern wir die inhaltliche Wirkung unserer Veranstaltungen über das Event hinaus. KI muss unser Geschäftsmodell besser machen – nicht nur Prozesse schneller.

Welche Herausforderungen seht ihr in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und wie geht Ihr ganz konkret damit um?

Nachhaltigkeit ist für uns kein Imageprojekt, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Die Herausforderung besteht darin, ökologische Verantwortung wirtschaftlich tragfähig umzusetzen.

Seit Ende 2024 sind wir im Rahmen des Programms KLIMAfit des Umweltministeriums Baden-Württemberg zertifiziert. Diese Leitplanken helfen uns, Entscheidungen im Alltag strukturierter zu treffen – von der Treibhausgasbilanz über Emissionsreduktion bis hin zu mehr Energieeffizienz.

Ökologisch reduzieren wir Papier und Ressourcen, ökonomisch fokussieren wir uns klarer, sozial investieren wir in Team, Weiterbildung und Kultur. Wir sind noch nicht am Ziel, gehen die nächsten Schritte aber konsequent.

Warum ist die HINTE Expo & Conference Mitglied im FAMA und was erwartet ihr euch von unserer Gemeinschaft in Zukunft?

Gerade in Zeiten des Umbruchs braucht unsere Branche ehrlichen Austausch. Wir sind Mitglied im FAMA, weil wir den offenen Dialog auf Augenhöhe und den fachlichen Austausch schätzen. Themen wie neue Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung beschäftigen uns alle intensiv – hier liegt großes Potenzial, gemeinsam weiterzudenken und voneinander zu lernen. Gerade deshalb ist dieser Austausch für mich von großem Wert.

Wir bedanken uns für das Gespräch.