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Dienstag, 27. Oktober 2026

Der Blick nach vorn: Rationalität ist Bronze, Magie ist Gold


Neulich bin ich auf das Video eines Vortrags von Rory Sutherland an der "The Welcome Conference" gestoßen. Darin geht es unter anderem um die Wahrnehmung von Geschwindigkeit abhängig vom Blickwinkel. Und da Perspektivwechsel mich stets brennend interessieren, habe ich mich damit auseinandergesetzt. Fazit: Rasen lohnt sich nicht (Bild: AI / generiert mit Pixabay).

Kolumne von Oliver Schmitt

Roderick Henry Sutherland ist ein Werbefachmann aus Wales und Ehrenpräsident von Ogilvy Consulting. Seinen Vortrag auf der The Welcome Conference – eine jährliche Hospitality-Konferenz in den USA – von 2025 beginnt er damit, dass er Rationalität als den Bronze-Standard der Kommunikationsbranche einordnet. Silber sei Einfallsreichtum und Gold sei Magie. Und Magie beruhe auf Technologie, die auf psychologischer Ebene magisch werde. Dabei beklagt er, dass wir sehr viel Zeit damit verbringen, Probleme mit objektiven Mittel zu lösen, anstatt mit subjektiven.

Als Beispiel bringt er den Neubau einer Zugstrecke für 6 Mrd. Pfund, wodurch die Fahrzeit um 30 Minuten verkürzt wurde. Für nur 50 Mio. Pfund, meint er, hätte man das WLAN in den Zügen verbessern und so die subjektive Aufenthaltsqualität während unveränderter Fahrzeit deutlich steigern können. Die eigentliche Frage, die zu stellen sei, ist eine verhaltensbezogene: Wie kann man die Zugfahrt so angenehm machen, dass sich die Leute blöd vorkommen würden, wenn sie das Flugzeug nehmen? Und der Grund dafür, dass wir uns diese kreativen Fragen so ungern stellen ist, dass sie offen sind, dass es mehrere richtige Antworten gibt.

Dann zeigt er das Bild eines Tachometers. Innen mit der vertrauten Skala km/h oder Miles per hour. Diese Skala ist vollkommen linear, so wie wir es gewohnt sind. Die äußere Skala, ein sog. Paceometer, zeigt die erforderlichen Minuten pro zehn Meilen an. Sie zeigt an, wie lange wir brauchen, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen. Dadurch wird sichtbar, dass die zusätzliche Zeitersparnis mit jedem weiteren Zugewinn an Geschwindigkeit immer geringer wird. Abnehmender Grenznutzen heißt das. Allerdings steigt der Energieverbrauch exponentiell an. Das ist mathematisch trivial, entspricht aber überhaupt nicht der Intuition.

Die Erkenntnis darin: Erst wenn wir Informationen anders präsentiert bekommen, können wir etwas erkennen, was sonst völlig im Verborgenen bleibt – aber von höchster Bedeutung z.B. für die Allokation knapper Ressourcen ist. Und wir sollten beherzigen, dass Rationalität oft tatsächlich nur der Bronze-Standard ist. Gerade auf Messen, wo sich Menschen in ihrer Subjektivität, in ihrer Emotionalität und, ja, auch in ihrer Faszination für Verblüffendes begegnen, sollten wir öfter Einfallsreichtum und Magie zum Einsatz bringen.

Dadurch können wir leichten Herzens darauf verzichten, immer noch mehr Vollgas zu geben, da wir wissen, dass es uns unserem Ziel nicht wirklich schneller näherbringt.

Buchtipp: "Datengetriebenes Eventmanagement" von Jens Kuntzemüller


Events sind weit mehr als organisatorische Einzelprojekte: Sie sind strategische Touchpoints, Marketinginstrumente, Erlebnisräume und Datenquellen zugleich. Dennoch nutzen viele Organisationen Eventdaten bislang nur punktuell. Jens Kuntzemüller zeigt auf, wie aus verstreuten Informationen ein systematischer, datengetriebener Ansatz wird – von der Datenerfassung über die Analyse und Interpretation bis hin zu Personalisierung, Marketing, Sales, Ressourcensteuerung, Nachhaltigkeit sowie Recht und Ethik (Bild: Duncker & Humblot).

Dieses Playbook verbindet wissenschaftlich fundierte Grundlagen mit praxisnahen Methoden, Checklisten und konkreten Anwendungsbeispielen. Als Arbeitsbuch richtet es sich an Eventmanager, Marketingverantwortliche, Agenturen und Entscheider, die Veranstaltungen nicht nur professionell planen, sondern gezielt steuern und messbar erfolgreicher machen möchten.

Datengetriebenes Eventmanagement • Eventdaten verstehen, skalieren, nutzen – ein Playbook, Jens Kuntzemüller, Edition Wissenschaft & Praxis, 149 Seiten, Berlin, 2026, Duncker & Humblot, 59,90 EUR

Newsticker Smartville.digital: Neuanfang • Ausgezeichnet • Erfolg


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Foto: Smartville).

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die Basilia ist

Der Zeitpunkt für einen Neuanfang könnte nicht besser sein. Neue Märkte, neue Käufergenerationen und veränderte Beschaffungsanforderungen prägen die Schmuck- und Uhrenindustrie und bringen frischen Wind in einen traditionsreichen Sektor. Die Schmuck- und Uhrenmesse Basilia ist darauf ausgerichtet, diese Dynamik aufzugreifen.

Teamwork makes the Dream work: Easyfairs Switzerland ausgezeichnet

Easyfairs Switzerland gehört 2026 zu den besten Arbeitgebern der Schweiz. Das Unternehmen aus Reinach BL belegt bei den Best Workplaces™ Schweiz in der Kategorie Micro-Unternehmen den 5. Platz und ist der einzige ausgezeichnete Messeveranstalter der Schweiz.

Mit Fabienne Meyerhans erfolgreich ins neue Kapitel

Die Messe Luzern AG blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 mit 15.9 Millionen Franken Umsatz zurück. Da kommt die NovaFood gerade richtig. Sie bietet von innovativen Start-up-Degustationen bis hin zu autonom fahrenden Robotern spannende Überraschungen.

Positiver Trend: Innsbrucker Herbstmesse mit hoher Zufriedenheit


Am 11. Oktober ging die 92. Innsbrucker Herbstmesse nach fünf abwechslungsreichen Tagen zu Ende. Rund 36.800 Besucherinnen und Besucher nutzten das breite Einkaufs- und Erlebnisangebot von knapp 340 Ausstellern. Eine unabhängige Befragung zeigt: 80 Prozent der Gäste kauften direkt auf der Messe ein oder planen einen Kauf im Nachgang (Bild: CMI).

Die Messe präsentierte ein vielfältiges Spektrum von Wohnen, Mode und Kulinarik bis hin zu Sport und Sicherheit. Neben den Einkaufs- und Beratungsangeboten sorgten zahlreiche Mitmachbereiche für Begeisterung: Polizei, Rotes Kreuz und Bundesheer gaben bei „Sicherheit erleben“ spannende Einblicke, während Sportvereine und -verbände zum Mitmachen einluden. Der „Treffpunkt Genuss“ lockte mit regionalen und internationalen Köstlichkeiten.

Auch die Besucherstruktur zeigt den Erfolg der Messe: Jeder fünfte Gast war zum ersten Mal dabei, und 85 Prozent empfehlen die Veranstaltung weiter. Mit hoher Zufriedenheit bei Besuchern und Ausstellern setzt die Innsbrucker Herbstmesse ihren positiven Trend fort und bleibt ein Publikumsmagnet in Tirol.

Weitere Informationen finden sich hier.

Neue Plattform: Messe Luzern startet IMS Expo


Die Schweiz hat eine neue Plattform: die Integrated Media Systems IMS. Vom 22. bis 23. September 2027 bringt sie erstmals Hersteller, Integratoren, Distributoren und Dienstleister mit Planern und professionellen Anwendern zusammen. Showcases, Case Studies und Live-Demos zeigen, wie AV-Technik, IT, digitale Medien und Gebäudetechnik zusammenspielen (Bild: Messe Luzern).

Die Messe Luzern AG lanciert mit der IMS – Integrated Media Systems eine neue Plattform für die professionelle Systemintegration und digitale Medientechnik. Ob vernetzte Sitzungsräume, digitale Klassenzimmer, Kontrollräume oder Gebäudeautomation: Medien- und Kommunikationssysteme verbinden heute unterschiedliche Technologien. AV-Technik, IT, digitale Medien und Gebäudetechnik wachsen somit immer stärker zusammen und der Austausch zwischen den beteiligten Fachpersonen wird wichtiger.

Weitere Informationen finden sich hier.

Fünf Fragen an: Gunnar Heinrich • adventics


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes sind unsere außerordentlichen Mitglieder an der Reihe und diesmal beantwortet Gunnar Heinrich, Geschäftsführer von adventics, dem Partner für Aussteller-Reporting, Anforderungs- und Produktmanagement, Auswahl von Event Tech Lösungen und Anbieter-Scouting, die Fragen (Bild: adventics).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Noch vor zwei Jahren hätte ich spontan gesagt: Beim Motorradfahren auf irgendwelchen Pässen in den Dolomiten oder den Seealpen. Inzwischen habe ich die Maschine verkauft und das Hobby an den Nagel gehängt. Heute sind es ausgedehnte Essen mit Freunden, irgendwo auf der Welt. Da vergesse ich sehr gerne die Zeit. Beruflich passiert mir das am Aufbautag einer Messe. Ich gehe morgens um acht in die Halle und wundere mich um sieben, warum es draußen dunkel ist.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Ich habe lange geglaubt, digitale Leaderfassung sei etwas für die ganz großen Messen, auf denen ein einzelner Aussteller in drei Tagen schnell über tausend Kontakte erfasst. Inzwischen sehe ich das fast umgekehrt. Auf kleineren Messen sind die Gespräche länger und die Kontakte wertvoller. Gerade deshalb tut es mehr weh, wenn ein Aussteller am Ende nichts in den Händen hält. Die kleine Messe ist oft die bessere Kontaktbörse, sie hat nur das schlechtere Marketing. Das gilt übrigens genauso für B2C-Messen, und Veranstalter wie Aussteller fangen gerade an, das zu erkennen.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Dass die Messe einer der letzten Orte ist, an dem sich Menschen freiwillig gegenübertreten, sich die Hand geben und tatsächlich zuhören. Da kommt keine Videokonferenz ran. Wir sorgen dafür, dass aus diesen Begegnungen auch etwas wird, wenn alle wieder zuhause sind. Und ich mag die Internationalität und die Vielfalt an Branchen und Themen. Das inspiriert, und man lernt jeden Tag dazu.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Jeder, der gute Argumente hat. In der Praxis sind das meistens meine Mitarbeiter und Branchenkollegen, weil sie es am besten wissen. Und meine Familie, weil sie es am häufigsten tut. Ehrlich gesagt würde ich mich freuen, wenn das öfter passiert. Ohne kritisches Feedback geht vieles deutlich langsamer voran. Neuerdings widerspricht mir auch eine KI. Darum habe ich sie ausdrücklich gebeten.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Für jemanden, dessen Produkt auf Smartphones läuft, wäre das so etwas wie ein Berufsverbot. Privat dagegen klingt es auf den ersten Blick verlockend, auf den zweiten durchaus beängstigend. Nach drei Tagen wäre ich vermutlich tiefenentspannt, aber garantiert auch nervös, weil irgendwo etwas passiert, von dem ich nichts weiß. Also: Ohne Smartphone kein Problem, nehme ich halt den Laptop.

Erste Highlights: Mag-C in Erfurt lüftet den Vorhang


Wenn sich die Messe Erfurt am 23. und 24. Januar 2027 erneut in einen Treffpunkt für Manga, Anime, Games und Cosplay verwandelt, steht die Community im Mittelpunkt. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein internationales und Fan-orientiertes Programm. Die ersten Highlights für 2027 stehen jetzt fest (Bild: Messe Erfurt).

Gemeinsam mit den Cosplay Central Crown Championships hebt die Mag-C das Thema Cosplay auf die internationale Bühne. Die Convention wird Schauplatz eines internationalen Cosplay-Ausscheids, bringt erfahrene Cosplayerinnen und Cosplayer aus verschiedenen Regionen zusammen und stellt insbesondere die gestalterische und handwerkliche Qualität selbst gefertigter Kostüme in den Mittelpunkt.

„Von Nähtechniken und Materialverarbeitung über Rüstungs- und Prop-Bau bis hin zu Spezialeffekten und sogar motorisierten Kostümen – die Teilnehmerinnen und Teilnehmerbringen Charaktere aus Anime, Manga und Games in einer spektakulären Show auf die Bühne“, erklärt Theresa Witt, Projektleitung Mag-C.

Weitere Informationen finden sich hier.

Küchenparty live: Food & Life präsentiert Tommy Eder


Als kleines Kind spielte er Koch mit Erde, Blättern und allem, was er finden konnte. Heute gehört Tommy Eder insbesondere in Österreich zu den renommiertesten Spitzenköchen des Landes. Auf der Food & Life der GHM in München widmet er sich einem Novum: einer Küchenparty mitten im Messegeschehen (Bild: Tommy Eder).

Tommy Eder machte sich in der weltweiten Spitzengastronomie einen Namen, kochte jahrelang als kreativer Küchenchef in einem der besten Häuser Österreichs, dem Ikarus im Salzburger Hangar 7. Nun dürfen die Besucher der Food & Life vom 25. bis 29. November 2026 in den Genuss seiner Kochkünste kommen. Gemeinsam mit 35 Besucherinnen und Besuchern zaubert er im KüchenWERK in Halle A5 zwei Mal täglich ein Sechs-Gänge-Menü.

Für sein Menü greift er unter anderem auf hochwertige Produkte von anderen Ausstellern zurück, wie beispielsweise Fleisch von Land.Luft, Panettone von Leomir oder Brot von Christian Philipps.

Weitere Informationen finden sich hier.