In einer übersichtlichen Welt, in der nach verlässlichen Regeln gespielt wurde, war mit (politischem) Willen viel gewonnen. Da wurden gemäß der eigenen Programmatik Prioritäten gesetzt, Pläne gemacht und Ressourcen zu deren Umsetzung beschafft und organisiert. So haben Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in der Nachkriegszeit jahrzehntelang zum Wohle vieler funktioniert. Komplexität konnte man Ausblenden, Freund und Feind waren klar benannt, die Umwelt ließ sich geduldig und unwidersprochen ausbeuten. Aber jetzt? (Bild: TemperateSage / Pixabay)
Kolumne von Oliver Schmitt
Dass diese Karo-einfach-Methode nicht mehr so recht funktionieren will, erleben wir gerade am eigenen Leib. Obwohl, die Handlungen von manch mächtigem Akteur erscheinen derart willkürlich und unüberlegt, dass man sich ungläubig die Augen reibt. Anyway: Seit Menschen die Erfahrung machen, dass Wohlstand und Wachstum keine Automatismen (mehr) sind, regieren ungeahnte Verlustängste den Alltag vieler. Weil wir so viel erreicht haben, steht so viel auf dem Spiel. Was unsere Sicherheit gestern noch gefestigt hat – Bürokratie, Beharrlichkeit oder Stereotypen – klebt heute zäh wie Honig an unseren Hacken. Ob große Politik, große Konzerne oder große Vorhaben: Sie haben gemeinsam, dass ihnen alte Gewissheiten, Klumpenrisiken oder sprunghafte Dynamiken drohen, auf die Füße zu fallen.
Und mittendrin wir Messen. Gleichermaßen abhängig von funktionierender Infrastruktur (Nah- und Fernverkehr mit nachvollziehbarer Funktion), offenen Grenzen (rasche Visavergabe und störungsfreier Flugverkehr) und einem Mindestmaß an Vertrauen ineinander. Vor allem letztes wird gerade nach Kräften auf die Probe gestellt.
Das Prinzip des XMV würde da helfen? Was das ist? „Xunder Menschenverstand“, im österreichischen Sprachgebrach auch liebevoll „Hausverstand“ genannt. Dazu noch eine Prise Anstand und Respekt, eine ordentliche Portion Verlässlichkeit kann auch nicht schaden. Wir Messen praktizieren (und fördern!) das seit jeher, geradezu beispielhaft. Es wäre ein Jammer, wenn skrupellose Brandstifter die Voraussetzungen für eine konstruktive und verlässliche Weltordnung schleifen.
Für uns bleibt vorerst nur, dass wir an unseren Tugenden festhalten und mit unseren Messen dafür sorgen, dass sich Marktakteure unterschiedlichster Herkunft und mit unterschiedlichsten Interessen besser verstehen. Das ist nämlich ein Schlüssel für weniger Konflikte auf dieser Welt.







