Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Doch auch all jene Mitglieder, die schon länger im FAMA vertreten sind, wollen wir hier sukzessive vorstellen. Diesmal an der Reihe ist die Allgäuer Festwoche. Im Jubiläumsjahr 2026 findet sie zum 75. Mal statt. Das Besondere an der Veranstaltung ist, das sie in weitläufigen Parkanlagen mitten in der Stadt Kempten stattfindet – und das zur besten Hochsommerzeit. Geschäftsführerin Michaela Waldmann beantwortet uns einige Fragen (Bild: Stadt Kempten).
Die Allgäuer Festwoche zählt zu den traditionsreichsten und renommiertesten Publikumsmessen in Süddeutschland. Was ist das Besondere an der Veranstaltung?
Erstmals im Jahr 1949 wurde im Herzen der Stadt Kempten die Allgäuer Festwoche ins Leben gerufen, um das wirtschaftliche und kulturelle Leben verstärkt anzukurbeln. Seit über sieben Jahrzehnten steht der Dreiklang von „Wirtschaftsmesse Kulturtage Heimatfest“ als Basis für das gesellschaftliche Großereignis im Allgäu. Im Jubiläumsjahr 2026 gibt es zur 75. Allgäuer Festwoche eine Vielzahl von Aktivitäten wie Sonderschauen, Festprogramm auf der Stadtparkbühne – ja, es wird sogar ein Jubiläums-Festbier gebraut.
Diese besondere Kombination aus Messegeschehen, Familienprogramm, Kunst, Sport, Musik und gemeinsamem Feiern schlägt die Brücke zwischen Tradition und Moderne. Für Groß und Klein ist die Allgäuer Festwoche einerseits Informationsquelle und andererseits der Treffpunkt im Allgäu - ein buntes Sommerfest mit vielen wertvollen Begegnungen. Während dieser Tage heißt das Zentrum Kemptens all seine Besucher farbenfroh, lebendig und musikalisch willkommen.
Das Messegeschäft ist von permanentem Wandel geprägt. Wie hat sich die Allgäuer Festwoche zuletzt entwickelt und womit rechnen Sie in den kommenden Jahren?
Früher war das Allgäu vor allem für seine malerischen Landschaften, gemütlichen Urlaubsorte und die berühmte Milchwirtschaft bekannt. Doch inzwischen hat sich das Bild gewandelt: Das Allgäu ist eine pulsierende Heimat für zahlreiche international erfolgreiche Unternehmen geworden. Und das verdankt es nicht zuletzt der ständigen Weiterentwicklung der Hochschule Kempten, die eng mit den regionalen Firmen verknüpft ist und einen hervorragenden Ruf weit über die Grenzen des Allgäus hinaus genießt. Gemeinsam mit der Allgäu GmbH, die mit ihren professionellen Marketingkampagnen die Region als innovative Kraft präsentiert, schreibt das Allgäu weiter an seiner Erfolgsgeschichte.
In einer zunehmend globalisierten Welt ist es wichtiger denn je, lokale Stärken zu nutzen und gleichzeitig international zu denken. Das Allgäu bietet hier den Vorteil eines starken heimischen Marktes, der als Sprungbrett für den internationalen Erfolg dient. Die Nähe zu den Kunden, die enge Vernetzung der Unternehmen und die Unterstützung durch regionale Initiativen schaffen eine solide Basis, um auch auf globaler Ebene zu bestehen.
Die Festwoche bietet zudem eine einzigartige Gelegenheit, die Vorteile des heimischen Marktes zu erleben: Hier treffen sich Unternehmer, Innovatoren und Entscheider, um sich auszutauschen, Netzwerke zu knüpfen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Sie ist ein Ort der Inspiration, an dem regionale Stärke und globale Perspektiven Hand in Hand gehen – für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft des Allgäus.
Welchen Stellenwert messen Sie Entwicklungen wie Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Abläufe in eurem Unternehmen bei und wie werden diese die Customer Journey Ihrer Kunden (Aussteller und Besuchende) zukünftig beeinflussen?
Die Stadt Kempten ist im Projekt „Smart City“ mit vielfältigen innovativen Ansätzen unterwegs, um die Entwicklungen der Digitalisierung und KI-Nutzung angepasst und engagiert voranzubringen. Kempten Messe- und Veranstaltungs-Betrieb profitiert an vielen Stellen vom Knowhow und der Dynamik dieser Entwicklung. So bieten wir Service für Aussteller und Kunden mit digitalen Portalen, Planungstools, Ticketportalen oder Informationsangeboten zu diversen Themen.
Welche Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und wie gehen Sie ganz konkret damit um?
Nachhaltigkeit unter den verschiedenen genannten Facetten ist eine Daueraufgabe, die wir seit vielen Jahren bespielen. So gibt es beispielsweise eine durchgängige Verpflichtung zur Verwendung von Mehrweggeschirr für alle Gastronomie- und Imbisspartner. Bei der Vergabe der Verträge achten wir auf regionale Produkte bzw. die Transparenz der Herkunft; zum Ausschank kommen vorwiegend regionale Getränke. Die Einrichtung eines Wertstoffhofs zur Entsorgung der jeweiligen Fraktionen ist selbstverständlich auf dem Gelände vorhanden.
Ökologische Kriterien wie der sorgsame Umgang mit dem Stadtparkgelände im Zentrum der Stadt Kempten, das sich im Veranstaltungszeitraum zum Messe- und Eventgelände verwandelt.
Besonderes Augenmerk liegt auf der barrierearmen Bespielung des gesamten Veranstaltungsgeländes. Nicht nur Menschen mit Einschränkungen, auch Familien und Senioren schätzen die Weitläufigkeit der Wege im Park und in den Messehallen. Behindertengerechte Toiletten, ein Still- und Wickelzelt, konsumfreie Bereiche zum Ausruhen und Verweilen und kostenloses Trinkwasser sind nur einige praktische Beispiele für die Umsetzung.
Auch bei der Ausgestaltung des Geländes, dem Übersichtsplan oder der Gestaltung von Medien oder Websites achten wir auf Fassungen in leichter Sprache oder kontrastreichen Darstellungen.
Warum ist die Allgäuer Festwoche Mitglied im FAMA und was erwarten Sie von unserer Gemeinschaft in Zukunft?
Die Mitgliedschaft im Fachverband bietet Unterstützung bei rechtlichen Einschätzungen, liefert Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Messetätigkeit und Möglichkeiten, die eigene Position zu bestimmen; das Netzwerk ist wertvoll.
Wir bedanken uns für das Gespräch.
