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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Freitag, 11. September 2026

Ruhe vor dem Herbst: August mit Klassikern


Die Hitzewelle stellte die Klassiker der Sommer-Publikumsmessen Messen vor eine ordentliche Herausforderung. Ihre Reichweite konnten diese jedoch trotz hoher Temperaturen beibehalten, so dass insgesamt weit über eine halbe Million Besuchende zu verzeichnen waren. Vier Veranstaltungen gab es, von denen zwei von zünftigen Volksfesten begleitet wurden. Wir beglückwünschen die Kolleg*innen zu ihren Messen und bringen unseren Respekt für die Sommer-Leistung zum Ausdruck (Bild: Ornaris/Bernexpo).

Mitglieder stellen sich vor: Nilly Nail • Messe Dornbirn


Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Jetzt wollen wir erstmal der Reihe nach die neuen Mitglieder aus Österreich vorstellen. Die Messe Dornbirn ist zwar schon länger dabei, hat aber mit Nilly Nail eine neue Geschäftsführung. Er beantwortet uns einige Fragen (Bild: Messe Dornbirn).

Die Messe Dornbirn ist ein traditionsreicher Messeplatz im Vier-Länder-Eck am Bodensee. Was ist das Besondere an eurer Ausrichtung?

Das Besondere ist für mich die Kombination aus regionaler Verankerung und einem klaren Blick über die Region hinaus. Wir sitzen mitten in einer der wirtschaftlich stärksten Regionen Europas – Vorarlberg, Ostschweiz, Liechtenstein und Süddeutschland. Das ist ein enormes Potenzial.

Gleichzeitig glaube ich nicht mehr an die klassische Universalmesse, die versucht, möglichst viele Themen unter einem Dach abzubilden. Unsere Zukunft liegt in klar positionierten Fachmessen und Veranstaltungsformaten, die für eine definierte Zielgruppe einen echten Mehrwert schaffen.

Das heißt für mich: Wir wollen nicht möglichst viele Quadratmeter verkaufen, sondern relevante Plattformen für bestimmte Märkte entwickeln. Der Aussteller soll nicht bei uns sein, weil wir Fläche haben, sondern weil wir ihm Zugang zu den richtigen Kunden, Entscheidern und Geschäftsmöglichkeiten bieten.

Dazu kommt unsere regionale DNA. Die Messe Dornbirn ist kein austauschbarer Veranstaltungsort. Wir sind Teil dieser Region, kennen die Unternehmen, die Menschen und die Märkte. Genau diese Nähe ist ein Wettbewerbsvorteil, den wir künftig noch stärker ausspielen wollen.

Turbulente Zeiten: AUMA-Trends 2026/2027 veröffentlicht


Die hohe Internationalität deutscher Messen ist ihr Wettbewerbsmerkmal und Kernvorteil. Zugleich steht das starke Interesse internationaler Besucherinnen und Besucher sowie Aussteller am deutschen Messemarkt im Spannungsfeld hochvolatiler Geopolitik, notwendiger Infrastruktur-Investitionen und heimischer Wachstumsbremsen. Mit den „AUMA-Trends 2026/2027“ zeigt der Verband, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und welche Herausforderungen und Chancen die Zukunft bestimmen (AUMA-GF Jörn Holtmeier, Bild: Steffen Kugler).

Unter dem Titel „Deutsche Messewirtschaft: Resilient in turbulenten Zeiten“ bündeln die AUMA-Trends in ihrer fünften Ausgabe Analysen, Daten, Interviews und Praxisbeispiele zur Entwicklung der deutschen Messewirtschaft.

Menschen aus veranstaltenden und ausstellenden Unternehmen berichten, wie sie zur Resilienz der Branche beitragen. Sie schildern gelungene Projekte, innovative Pilotversuche und die Bedeutung von Stabilität und Wandel, um Erwartungen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden und neue Ausstellergruppen zu gewinnen. 

Aus Expertensicht wertet beispielsweise Dr. Jan Trenczek vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos KI als wichtigen Hebel für die Zukunftsfähigkeit der Messewirtschaft. Sie werde die persönliche Begegnung nicht ersetzen, sondern ihre Relevanz erhöhen, Mehrwerte besser sichtbar machen und neue Möglichkeiten für Matchmaking, Erfolgsmessung und internationale Vernetzung eröffnen.

Die digitale Publikation „AUMA-Trends 2026/2027“ steht ab sofort unter trends.auma.de zur Verfügung. In 15 Beiträgen, Interviews, Analysen und Datenauswertungen sowie mit interaktiven Elementen und Infografiken zeigt sie, welche Entwicklungen die deutsche Messewirtschaft heute prägen und ihre Zukunft bestimmen.

Aufgehellt negativ: Björn Sänger kommentiert ifo-Zahlen vom Juli


Björn Sänger vom VDVO kommentiert die ifo-Daten für das Forum Veranstaltungswirtschaft. Die Juli-Zahlen des ifo-Instituts bleiben recht verhalten bis pessimistisch. Das Geschäftsklima hellt sich zwar auf, bleibt aber deutlich negativ. Hier kann es zu einem Gewöhnungseffekt gekommen sein bzw. werden die ursprünglich negativer angenommenen Ansichten angepasst. Das spiegelt sich in der aktuellen Geschäftslage wider, die zwar ebenfalls überwiegend negativ geschildert, aber gegenüber dem massiven Einbruch im Dezember etwas stabiler bewertet wird (Bild: FVAW). 

Interessant ist die Betrachtung dieser Zahlen unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung, die sich seit Mai positiv zeigt. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Der VDVO MICE Climate Index, mit dem der VDVO jeweils zu Jahresbeginn und zur Jahresmitte die wirtschaftliche Lage unter seinen Mitgliedern – in Ergänzung zu den ifo-Zahlen – abfragt, löst diesen Widerspruch auf. In der MICE-Branche herrschen hoher Kostendruck, Budgetkürzungen, kurzfristige Buchungen und Planungsunsicherheit vor. Die reine Zahl der Veranstaltungen bleibt relativ stabil, die einzelnen Veranstaltungen werden aber kleiner. Gleichzeitig steigen die Kosten, was auf den Umsatz durchschlägt, die Marge aber reduziert.

Diese Entwicklung zeigt sich dann bei der Beschäftigung: In Zeiten zunehmender Unsicherheit und bei unter Druck stehenden Margen wird der Personalbestand angepasst.

Die Unsicherheit ist es, die prägend geworden ist für die MICE-Branche. Wenn die Geschäfte der Auftraggeber durch die wirtschaftliche Lage sowie die geopolitischen Entwicklungen unter Druck geraten, so gerät dann – so langsam – auch die Veranstaltungswirtschaft unter Druck. Ganz durchgeschlagen ist diese Entwicklung noch nicht, sodass der Ausblick im VDVO MICE Climate Index eher neutral ist, eine Eintrübung ist insgesamt aber leider schon festzustellen.

Veranstaltungen leben davon, dass sie emotional Botschaften übermitteln können, dass positive Erinnerungen geschaffen werden, die sich im Gedächtnis verhaften. Sie sind grundpositiv. Diese optimistische Grundhaltung fehlt in Politik und Wirtschaft derzeit. Die braucht es aber, um wieder mit dem nötigen Schwung eine neue wirtschaftliche Lage zu schaffen.

Nachhaltig messbar: DHBW Ravensburg veröffentlicht Studie


Wie lassen sich die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung bereits in der Planungsphase abschätzen – und gezielt reduzieren? Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Thomas Bauer (rechts) und Valerie I. Grimm (links) von der DHBW Ravensburg in ihrer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung. Die Studie stellt einen im Rahmen der zugrundeliegenden Fallstudie entwickelten Prognoseansatz vor, der den standortbezogenen CO₂-Fußabdruck von Veranstaltungen prognostiziert und damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für nachhaltigeres Eventmanagement schafft (Bild: DHBW).

Angesichts wachsender Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa durch die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und weitere regulatorische Vorgaben, stehen Unternehmen und Veranstaltungsorganisationen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Emissionen transparent zu erfassen und zu dokumentieren. Besonders komplex ist dies in der Veranstaltungsbranche, in der zahlreiche Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette zusammenwirken.

Die Forschenden der DHBW Ravensburg setzen genau an dieser Stelle an. Ihr entwickeltes Rahmenmodell ermöglicht es, relevante Emissionsquellen systematisch zu erfassen und den Product Carbon Footprint (PCF) verschiedener Veranstaltungskomponenten und -dienstleistungen standortbezogen auf Basis von Planungsparametern zu prognostizieren. Dabei werden Dienstleistungen nach ihrem Leistungsort gruppiert und zentrale Einflussfaktoren wie Energieverbrauch oder Catering berücksichtigt – Bereiche, in denen sich bereits während der Planung Ansatzpunkte zur Emissionsminderung ableiten lassen.

„Nachhaltigkeit darf nicht erst nach einer Veranstaltung bilanziert werden. Entscheidend ist, ökologische Auswirkungen bereits im Vorfeld sichtbar zu machen, damit Veranstalter fundierte Entscheidungen treffen können“, erläutert Prof. Dr. Thomas Bauer vom Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement der DHBW Ravensburg.

Weitere Informationen finden sich hier.

Sneak Peek: Im Ulm und um Ulm und um Ulm herum


Noch ist das Programm für die Messefachtagung im Herbst in Ulm und das dazugehörige B2C-Fachforum im Entwicklungsstadium. Aber aufgrund unserer exzellenten Beziehungen durften wir einen ersten Blick auf mögliche Themen werfen und konnten daraus einen kleinen Sneak Peek für unseren August-Newsletter machen (Bild: Ulm Messe). 

Für die Vision Notes gibt es Ideen für die Themen Messeerfolgskontrolle, Technologie und Wissenstransfer auf Messen und eine Verstetigung des in Bern begonnenen nextGen-Feldes. Vertieft werden diese Themen dann anschließend – in bewährter Manier – von unseren engagierten Teilnehmenden und kundigen Moderator*innen in Deep Dives.

Der Ulmer Zungenbrecher ist übrigens bei weitem nicht das Einzige, was die Donaustadt zu bieten hat. Zum einen ist da natürlich das imposante Münster mit Deutschlands höchstem Kirchturm, die Bundesfestung als ehemals größte Festung Europas, der 40.000 Jahre alte ›Löwenmensch‹ und ein schräges Hotel, das im Guinness-Buch steht. Die Ulm-Messe selbst wiederum bieten viel mehr als nur die Vermietung von Messehallen und Planung von Ausstellungen oder Konferenzen. Im Angebot sind Beratung, Planung und Durchführung für Firmenveranstaltungen, Tagungen, Events, OpenAirs oder Incentives mit dem gewissen Extra.

Für das im Zusammenarbeit mit dem AUMA am zweiten Tag stattfindende B2C-Fachforum sind auch schon Themenfelder in der Diskussion. Zum einen sollen nicht immer nur die strahlenden Best-Practices im Vordergrund stehen, sondern diesmal auch schiefgegangene Fuck-ups. Zum anderen wäre ein Blick auf Entrepreneurship und Performance denkbar und – last but not least – stehen Kreativität und Ideenmanagement auf dem Wunschzettel. Was davon wirklich den Weg ins Lineup schafft, darüber halten wir euch hier im Newsletter und auf den FAMA-SoMe-Kanälen auf dem Laufenden.

Die umweltfreundliche Anreise mit der Bahn erleichtern Event-Tickets, die hier bereits buchbar sind. Auch Hotelzimmer können im Hotel direkt an der Tagungslocation per Mail schon reserviert werden.

Freitag, 7. August 2026

Der Blick nach vorn: Mehr Sterne entdecken


Genauer hinschauen lohnt sich. Denn dann können wir Dinge entdecken, die wir so vorher vielleicht gar nicht für möglich gehalten haben. Im Business Development ist das eine ganz entscheidende Tugend. Wer in der Abgeschiedenheit der Berge den Blick durch ein Teleskop riskiert, der kommt womöglich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bezeichnenderweise jedoch sind diese Sterne zu jeder Zeit da. Wir können sie nur nicht immer sehen (Bild: Gerd Altmann / Pixabay).

Kolumne von Oliver Schmitt

Frei nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Carl Sagan lässt sich nämlich sagen, dass es nicht mehr Sterne gibt, nur weil wir plötzlich Teleskope haben. Entscheidend ist, dass wir zur rechten Zeit mit den rechten Mitteln den Blick auf die richtigen Stellen richten. Dann erkennen wir Zusammenhänge, die uns im Geschäftsalltag weiterbringen können. Und, schwupps, sind wir wieder beim derzeitigen Dauerbrenner, der künstlichen Intelligenz. Sie kann ein mächtiges Teleskop sein. Leider sind die gezeigten Bilder manchmal schlicht erfunden. Aber darum soll es diesmal gar nicht gehen.

Der Fokus liegt diesmal auf der rechten Zeit, den rechten Mitteln und den richtigen Stellen. Die Verlockung ist groß, mit einem mächtigen Instrument einfach mal allerlei zu entdecken. Es wird sich dann schon ein Anwendungsfall finden. Viel mächtiger wird Geschäftsentwicklung, wenn sie auf einer analytischen Basis aufsetzt, über ein klares Bewusstsein zu den Bedürfnissen der Stakeholder verfügt und einen strategischen Korridor von Entwicklungszielen aufgebaut hat. Ist unsere Nomenklatur zeitgemäß? Haben wir alle relevanten Besucherzielgruppen auf dem Schirm? Erzeugen wir mit unseren Formaten einen spürbaren Mehrwert? Wird dieser Mehrwert auch gebraucht?

Die gute alte SWOT-Analyse, also der neugierige Blick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, offenbart oft bereits sehr Erfolg versprechende Suchfelder. Aber auch dafür braucht es den Willen, den Dingen hin und wieder auf den Grund zu gehen, wenn mehr als nur Allgemeinplätze sichtbar werden sollen. Denn der größte Feind erfolgreicher Messen ist der Übermut: Wir kennen unsere Kunden, wir kennen die Trends, wir machen schon alles richtig. Und plötzlich steht eine Messe, oder schlimmer noch, ein Relaunch-Konzept in Frage, scheinbar aus heiterem Himmel.

Die Sterne sind alle da. Den eigenen Leitstern zu identifizieren, das hängt von der Richtung ab, die man einschlagen möchte. Ich bin kein Astrophysiker und möchte das Bild nicht überstrapazieren. Ich plädiere für Ernsthaftigkeit, Professionalität und – wenn es um den Markt und die Kunden geht – für eine gute Portion Bescheidenheit und Beflissenheit, den Kunden zu dienen. Das schöne ist, dass ernsthaftes Interesse an Kunden dort in der Regel auf offene Ohren stößt. Und dass die KI dann ein mächtiges Teleskop sein kann, das uns hilft, das volle Potenzial eines überwältigenden Sternenhimmels zu entdecken und zu nutzen.

Per aspera ad astra, wer ist dabei?

Newsticker smartville.digital: Exzellenz • Maritim • Hebel


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (DACH-Messefachtagung; Foto: Tobias Schmid).

Exzellenz in Live-Kommunikation lässt sich nicht digitalisieren

Erlebnisse anstatt Messehallen, das sei, was die Messekunden suchten, wurde an der FAMA Fachtagung vom 22. und 23. Juni in der Bernexpo gesagt und die Themen zogen sich wie ein roter Faden durch den gelungenen Anlass. Moderatorin Nadine Brõnnimann sprach erfrischend auch vom „Vertrauen, das man nicht digitalisieren kann“.

Das maritime Herz der Schweiz schlägt am Bodensee

Die grenznahe Lage am Vierländereck Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein und 20 - 30 Prozent der Besucher*innen aus der Schweiz machen die Interboot in der Messe Friedrichshafen gewissermaßen zu einem Schweizer Heimspiel.

„KI ist ein Hebel, kein Risiko“ auf der maintenance Schweiz

Vom 26. bis 27. August 2026 verwandelt sich die Messe Zürich erneut in den zentralen Treffpunkt der industriellen Instandhaltung, Automation und Digitalisierung, wenn die maintenance Schweiz zusammen mit der Partnermesse all about automation ihre Tore öffnet.