Genauer hinschauen lohnt sich. Denn dann können wir Dinge entdecken, die wir so vorher vielleicht gar nicht für möglich gehalten haben. Im Business Development ist das eine ganz entscheidende Tugend. Wer in der Abgeschiedenheit der Berge den Blick durch ein Teleskop riskiert, der kommt womöglich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bezeichnenderweise jedoch sind diese Sterne zu jeder Zeit da. Wir können sie nur nicht immer sehen (Bild: Gerd Altmann / Pixabay).
Kolumne von Oliver Schmitt
Frei nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Carl Sagan lässt sich nämlich sagen, dass es nicht mehr Sterne gibt, nur weil wir plötzlich Teleskope haben. Entscheidend ist, dass wir zur rechten Zeit mit den rechten Mitteln den Blick auf die richtigen Stellen richten. Dann erkennen wir Zusammenhänge, die uns im Geschäftsalltag weiterbringen können. Und, schwupps, sind wir wieder beim derzeitigen Dauerbrenner, der künstlichen Intelligenz. Sie kann ein mächtiges Teleskop sein. Leider sind die gezeigten Bilder manchmal schlicht erfunden. Aber darum soll es diesmal gar nicht gehen.
Der Fokus liegt diesmal auf der rechten Zeit, den rechten Mitteln und den richtigen Stellen. Die Verlockung ist groß, mit einem mächtigen Instrument einfach mal allerlei zu entdecken. Es wird sich dann schon ein Anwendungsfall finden. Viel mächtiger wird Geschäftsentwicklung, wenn sie auf einer analytischen Basis aufsetzt, über ein klares Bewusstsein zu den Bedürfnissen der Stakeholder verfügt und einen strategischen Korridor von Entwicklungszielen aufgebaut hat. Ist unsere Nomenklatur zeitgemäß? Haben wir alle relevanten Besucherzielgruppen auf dem Schirm? Erzeugen wir mit unseren Formaten einen spürbaren Mehrwert? Wird dieser Mehrwert auch gebraucht?
Die gute alte SWOT-Analyse, also der neugierige Blick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, offenbart oft bereits sehr Erfolg versprechende Suchfelder. Aber auch dafür braucht es den Willen, den Dingen hin und wieder auf den Grund zu gehen, wenn mehr als nur Allgemeinplätze sichtbar werden sollen. Denn der größte Feind erfolgreicher Messen ist der Übermut: Wir kennen unsere Kunden, wir kennen die Trends, wir machen schon alles richtig. Und plötzlich steht eine Messe, oder schlimmer noch, ein Relaunch-Konzept in Frage, scheinbar aus heiterem Himmel.
Die Sterne sind alle da. Den eigenen Leitstern zu identifizieren, das hängt von der Richtung ab, die man einschlagen möchte. Ich bin kein Astrophysiker und möchte das Bild nicht überstrapazieren. Ich plädiere für Ernsthaftigkeit, Professionalität und – wenn es um den Markt und die Kunden geht – für eine gute Portion Bescheidenheit und Beflissenheit, den Kunden zu dienen. Das schöne ist, dass ernsthaftes Interesse an Kunden dort in der Regel auf offene Ohren stößt. Und dass die KI dann ein mächtiges Teleskop sein kann, das uns hilft, das volle Potenzial eines überwältigenden Sternenhimmels zu entdecken und zu nutzen.
Per aspera ad astra, wer ist dabei?
