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Freitag, 7. August 2026

Hoch mit Schatten: Marc Stähly kommentiert ifo-Zahlen vom Juni


Die Veranstaltungswirtschaft stabilisiert sich oberflächlich – bleibt aber strukturell angespannt, insbesondere für Selbstständige. Das Geschäftsklima verschlechtert sich im Jahresverlauf kontinuierlich von –10,3 auf –19,2 und zeigt eine wachsende Skepsis gegenüber der Zukunft des Wirtschaftszweiges – obwohl wir wissen: Die Welt kommt ohne uns nicht aus (Bild: FVAW). 

Parallel dazu verbleibt die Geschäftslage trotz kurzfristiger Erholung nach dem massiven Einbruch im Dezember (–35,2) dauerhaft im negativen Bereich und liegt im Juni bei –28. Für viele Selbstständige bedeutet das weiterhin unsichere Auftragslagen und mangelnde Planbarkeit.

Die Umsätze wirken stabiler, mit Werten zwischen 44 und 52 Punkten und einem leichten Aufwärtstrend zum Ende des Zeitraums. Aber Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Wer seine Tagessätze nicht angepasst hat, arbeitet trotz voller Auftragsbücher auf Verschleiß. Dumping mag kurzfristig Kunden bringen – langfristig untergräbt es den eigenen Wert und den der ganzen Branche. Qualität hat ihren Preis – und sollte ihn auch bekommen.

Die Beschäftigungszahlen zeigen einen Aufwärtstrend von –12,8 auf –1,2 – und das, obwohl Soloselbstständige in dieser Statistik gar nicht erfasst sind. Soloselbstständige sind kein Puffer, sie sind Kern des Geschäftsmodells der Veranstaltungswirtschaft. Die Diskussion um Scheinselbstständigkeit verunsichert viele Auftraggeber dabei unnötig. Wer klar strukturierte Verträge nutzt, sauber abgrenzt und das Auftragsgeschehen gut dokumentiert, kann auch eine Prüfung gelassen angehen.

Insgesamt bleibt das Bild fragil. Planungsunsicherheit ist das Grundrauschen. Aber es gibt eine einfache Stellschraube: Frühzeitige Anfragen schaffen Planbarkeit – für alle Seiten. Wer als Auftraggeber früh bucht, bekommt die besten Köpfe. Wer als Auftragnehmer nicht wartet, bis das Telefon klingelt, sondern proaktiv auf Kunden zugeht, schafft sich selbst mehr Planungssicherheit. Der goldene Herbst ist möglich – aber er kommt nicht von allein.