Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Doch auch all jene Mitglieder, die schon länger im FAMA vertreten sind, wollen wir hier sukzessive vorstellen. Diesmal an der Reihe ist inRostock. Das Unternehmen steht für ein breites Spektrum an Messen, Kongressen, Kultur-, Sport- und Businessveranstaltungen und versteht sich als Full-Service-Partner für Veranstalter, Aussteller und Gäste. Geschäftsführer Oliver Fudickar beantwortet uns einige Fragen (Bild: inRostock).
Die inRostock betreibt in Rostock StadtHalle und HanseMesse und bezeichnet sich als „die Nr. 1 im Nordosten“. Was ist das Besondere am Standort Rostock und an der Ausrichtung des Unternehmens?
Rostock ist als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Tourismusstandort im Nordosten Deutschlands hervorragend positioniert. Die maritime Prägung, die Nähe zur Ostsee sowie die gute nationale und internationale Erreichbarkeit, insbesondere Richtung Skandinavien, machen die Hanse- und Universitätsstadt Rostock attraktiv für Veranstalter*innen, Aussteller*innen und Gäste.
Die inRostock GmbH bündelt mit der StadtHalle Rostock und der HanseMesse zwei leistungsstarke Veranstaltungsorte, die in dieser Kombination im Nordosten einzigartig sind. Mit jährlich über einer halben Million Besucher*innen und einem breiten Spektrum von Messen, Kongressen, Shows und Sportveranstaltungen versteht sich inRostock nicht nur als Flächenanbieter, sondern als Full-Service-Partner. Ziel ist es, wirtschaftlich tragfähige, inhaltlich relevante und langfristig erfolgreiche Veranstaltungsformate zu entwickeln und Rostock nachhaltig als führenden Messe- und Veranstaltungsstandort im Nordosten zu positionieren.
Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist von permanentem Wandel geprägt. Wie hat sich das Messegeschäft für die HanseMesse zuletzt entwickelt und womit rechnen Sie in den kommenden Jahren?
Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Strukturwandel erlebt. Für die HanseMesse Rostock zeigt sich 2025 klar als Jahr der erfolgreichen Markterholung. Alle eigenen Messen verzeichneten steigende Besucherzahlen, mit einem neuen Rekord von über 45.500 Gästen auf der OstseeMesse. Insgesamt konnte die HanseMesse im Jahr 2025 über 220.000 Besucher*innen begrüßen.
Für die kommenden Jahre erwarten wir weniger ein reines Mengenwachstum, sondern eine stärkere Profilierung der Formate. Qualität, Erlebnischarakter, thematische Schärfe und wirtschaftliche Tragfähigkeit rücken weiter in den Fokus. Der Messeausblick 2026 mit 19 Messen und Ausstellungen, neuen Formaten wie der Tattoo Convention sowie starken Jubiläen zeigt, dass die Nachfrage nach gut positionierten Verbrauchermessen und spezialisierten Formaten weiterhin hoch ist.
Welchen Stellenwert messen Sie Entwicklungen wie Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Abläufe in ihrem Unternehmen bei und wie werden diese die Customer Journeys von Ausstellern und Besuchenden zukünftig beeinflussen?
Digitalisierung und künstliche Intelligenz haben für die inRostock GmbH einen hohen strategischen Stellenwert. Sie ermöglichen effizientere interne Abläufe ebenso wie eine spürbare Verbesserung der Customer Journeys von Aussteller*innen, Veranstalter*innen und Besucher*innen.
Digitale Tools unterstützen bereits heute Planung, Organisation, Aussteller- und Teilnehmermanagement sowie Kommunikation. Perspektivisch werden KI-gestützte Lösungen eine noch stärkere Personalisierung ermöglichen, etwa bei Informationsangeboten, Besucherführung oder Nachbereitung von Veranstaltungen.
Ziel ist es, Messe- und Veranstaltungsbesuche komfortabler, transparenter und individueller zu gestalten, ohne den persönlichen Austausch als Kern der Branche zu ersetzen.
Welche Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und wie gehen Sie in Ihrem breit aufgestellten Unternehmen damit um?
Nachhaltigkeit ist für ein Unternehmen mit zwei großen Veranstaltungsstätten eine zentrale Daueraufgabe. Ökologisch stehen ein verantwortungsvoller Ressourceneinsatz, energieeffiziente Technik und nachhaltigere Veranstaltungsprozesse im Fokus. Ökonomisch müssen diese Maßnahmen langfristig tragfähig sein und zur Stabilität des Unternehmens beitragen. Die inRostock GmbH verfolgt hier einen ganzheitlichen Ansatz und integriert Nachhaltigkeit schrittweise in alle Unternehmensbereiche.
Der Fachkräftemangel ist eine wachsende Herausforderung, die besonders die Veranstaltungsbranche stark trifft. Mit einer Ausbildungsquote von 20 Prozent geht die inRostock GmbH gegen den Fachkräftemangel an. Das Unternehmen bildet regelmäßig Veranstaltungstechniker*innen und Kaufleute für Büromanagement sowie seit 2026 auch für Veranstaltungsmanagement aus. Seit 2003 bietet die inRostock GmbH den dualen Bachelorstudiengang in Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Messe-, Kongress- und Eventmanagement in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg an.
Auf sozialer Ebene spielen faire Arbeitsbedingungen, Barrierefreiheit sowie die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Partner*innen und Gästen eine zentrale Rolle. Im September 2025 hat das Unternehmen ein neues Awareness-Konzept eingeführt, das sich an Mitarbeitende, Gäste und Dienstleister*innen richtet. Ziel des Konzepts ist es, ein respektvolles, diskriminierungsfreies und sicheres Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen.
Warum ist inRostock Mitglied im FAMA und was erwarten Sie sich von unserer Gemeinschaft in Zukunft?
Die Mitgliedschaft im FAMA ist für inRostock Ausdruck des Anspruchs, Teil eines starken Netzwerks professioneller Messeveranstalter zu sein. Der Verband bietet eine wichtige Plattform für Austausch, Erfahrungstransfer und gemeinsame Weiterentwicklung in einem sich wandelnden Marktumfeld.
Gerade vor dem Hintergrund der Markterholung und neuer Anforderungen an Messen erwarten wir vom FAMA vor allem den offenen Dialog zu Zukunftsthemen, praxisnahe Impulse und gemeinsame Lösungsansätze, um die Relevanz und Qualität von Messen langfristig zu sichern.
Wir bedanken uns für das Gespräch.
