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Donnerstag, 16. Juli 2026

Unter Druck: Robert Ninnemann kommentiert ifo-Zahlen vom Mai


Die aktuellen ifo-Zahlen zeigen: Die Veranstaltungswirtschaft steht unter Druck – und sie steht stabiler, als manche Stimmung vermuten lässt. Das Geschäftsklima ist schwach, die Geschäftslage bleibt angespannt und viele Unternehmen schauen vorsichtiger auf die kommenden Monate (Bild: Forum Veranstaltungswirtschaft).

Der entscheidende Punkt ist jedoch: Die Branche wird weiter gebraucht. Und gerade der Blick auf Messen und Ausstellungen zeigt ein differenzierteres, hoffnungsvolles Bild. Die aktuellen AUMA-Daten sprechen zwar nicht für Euphorie, sie sprechen für ein Bekenntnis zum multifunktionalen Marketing-Instrument Messe.

Die Zahl der Messebeteiligungen wird vorsichtiger geplant, ja. Auffallend ist dabei, dass sich die Messebudgets deutlich robuster entwickeln: 40 Prozent der ausstellenden Unternehmen planen höhere Messebudgets, nur rund 20 Prozent Kürzungen, weitere 38 Prozent halten ihre Budgets stabil. Das ist in der aktuellen Lage ein starkes Signal.

Auch die strategische Bedeutung bleibt hoch: 97,5 Prozent der Aussteller sehen Messen als unverzichtbare Plattform für Austausch, Innovation und Geschäftsanbahnung. 77,5 Prozent bewerten Messebeteiligungen als wichtig oder sehr wichtig im Marketing-Mix. Das zeigt sehr klar: Unternehmen prüfen Messebeteiligungen genauer. Sie priorisieren stärker. Sie achten stärker auf Wirkung, Qualität und Wirtschaftlichkeit. In Frage gestellt wird das Instrument Messe keineswegs.

Und genau das sollten wir in der Bewertung der ifo-Zahlen nicht übersehen. Die Stimmung ist gedämpft. Aber die Substanz ist da. Messen und Ausstellungen sind eben kein Beiwerk für gute Zeiten. Sie sind reale Marktplätze. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Vertrauen, machen Produkte erlebbar und geben Märkten ein Gesicht.

Hinzu kommt: Messen sind auch volkswirtschaftlich ein relevanter Faktor. Laut AUMA lösen Messeveranstaltungen in Deutschland in einem durchschnittlichen Messejahr direkte, indirekte und induzierte Umsätze von rund 29,9 Milliarden Euro aus, sichern rechnerisch rund 280.000 Beschäftigte und führen zu rund 5,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen.

Deshalb sollten wir die Lage nicht schönreden. Und wir sollten sie auch nicht düsterer darstellen, als sie ist. Die Nachfrage ist da. Die Bedeutung ist da. Und Messen zeigen gerade jetzt, dass persönliche Begegnung, Sichtbarkeit und echte Marktplätze weiterhin Investitionen auslösen.

Oder bildlich gesprochen: Die Veranstaltungswirtschaft fährt gerade nicht auf der Überholspur. Der Motor läuft rund, der Tank ist gefüllt – und die Richtung stimmt. Jetzt geht es darum, wieder Tempo aufzunehmen.