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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Montag, 28. März 2022

Newsticker smartville.digital: Nachhaltigkeit • Wohin? • Rückkehr


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messe- und Eventwirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Dr. Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Foto: Smartville).

Nachhaltiger Messebau: Wenn ich nicht 10T€ investiere, um meinen Dreck weg zu machen

Die nächste Veranstaltungswirtschaft ist nachhaltig. Jörg Zeißig, CEO von Holtmann+ spricht zur Trendwende in einem für die Umwelt verantwortlichen Umgang. Er selber schont dabei die Messebranche nicht.

Money22/Finanzmetropole Zürich: Wohin geht die Reise?

Jetzt kostenlos zum Summit: Der digitale Wandel stellt alle Finanzhäuser vor große Herausforderungen. Am 17. März spricht im Kongresshaus Zürich Ernst Stocker, Regierungsrat und Vorsteher der Finanzdirektion Zürich mit seinem Keynotereferat zum Thema: «Finanzmetropole Zürich –Wohin geht die Reise»?

Interschutz: Die große Rückkehr im Juni

Ab dem 4. März können in Niedersachsen wieder Messen ohne größere Einschränkungen stattfinden. Jetzt kommt nach sieben (!) Jahren erstmals wieder die Interschutz.

Intertool in Wels: Österreichs Fachmesse für Fertigungstechnik


Wels wird vom 10. bis 13. Mai 2022 zum Maschinenbau-Hotspot. Die Intertool kehrt auf den Messekalender zurück. Mit stark erweitertem Konzept und erstmals in der Industriehochburg Oberösterreich. Ausgehend von ihrem Kern als B2B-Fachmesse für Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge für die trennende und umformende Werkstückbearbeitung, werden Einrichtungen, Verfahren und Systeme entlang der Prozesskette die Grundpfeiler des Messekonzepts bilden. Der Anspruch der Intertool ist, den gesamten Prozess der industriellen Produktion abzubilden – vom CAD-Programm über sämtliche Schritte der Fertigung bis hin zur Qualitätskontrolle (Foto: Reed).

Neue Schwerpunkte, neue Produktgruppen

Entlang dem erweiterten Konzept sind auch die Hallen der Messe Wels geplant: In Halle 20 bilden Werkzeugmaschinen den Schwerpunkt, hinzu kommen die Bereiche Additive Fertigung, Robotik, Handhabungstechnik, Komponenten & Bauteile sowie Kunststofftechnik. Auch die Allianz für Präzisionsfertigung Prozesskette.at wird hier vertreten sein. Halle 21 deckt die Bereiche Automatisierungstechnik, Digitalisierung, F&E, Messtechnik, Qualitätssicherung und Präzisionswerkzeuge ab. Last but not least wird hier auch der steirische Unternehmens-Verbund „Steirer-Eck“ seinen Auftritt haben.

Im Herzen der österreichischen Industrie

Dass die Intertool von der Smart Automation entkoppelt wurde und ab 2022 von Wien nach Wels übersiedelt, ist die Reaktion auf einen vielfach geäußerten Wunsch aus der Branche. Die Messe startet also mitten im Herzen der österreichischen Industrie. Als Teil der 365-Tage-Content-Plattform „Reed Industry“ ist die Intertool zudem in ein ganzjähriges Content-Konzept eingebunden –und wird auch selbst mit hybriden Elementen aufwarten.

Spannende Geschichten erzählen

Ihre Premiere werden im Mai die beiden Content-Bühnen als zentrale Drehscheiben des Wissenstransfers feiern. Zwei technisch perfekt ausgestattete, offene 360 Grad-Showbühnen ermöglichen den Besuchern, in einem Kreis Platz zu nehmen. An den vier Messetagen werden hier konkrete Beispiele aus der industriellen Praxis demonstriert und spannende Geschichten erzählt, die den Besuchern echten Mehrwert bieten.

Neumitglieder stellen sich vor: Friedrich Zenk von MV service-werbung


Die MV service-werbung GmbH aus dem oberpfälzischen Pemfling zählt zu den jüngsten Neuaufnahmen in den Kreis der FAMA Mitglieder. Wir haben mit Friedrich Zenk, Geschäftsführer des Unternehmens, über die Menschen im Bayerischen Wald, digitale Formate und Erwartungen an die Politik gesprochen (Foto: MV service-werbung).

Cham und der Landkreis liegen in einem wunderschönen Stück Natur, dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Was zeichnet die Menschen und die Wirtschaft in dieser Region aus und wie spiegelt sich das in Ihren Messen?

Wir sind hier einerseits ein sehr bodenständiger Menschenschlag, andererseits aber offen für Neues. Mit der Grenzöffnung 1990 sind wir in die Situation gekommen, plötzlich auch einen Raum für Neues in Richtung Osten zu bekommen. Bereits in diesem Jahr 1990 durften wir zusammen mit dem Landratsamt Cham in Pilsen auf dem damaligen Messegelände Firmen aus dem Landkreis vorstellen. Die Resonanz war riesig! Wir haben damit sicherlich einen Grundstein für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Ostbayern und Westböhmen gelegt.

Umgekehrt haben wir tschechischen Firmen die Möglichkeit gegeben, sich bei uns bei der ChamlandSchau zu präsentieren. Sowohl Firmen als auch Besucher aus dem Nachbarland sind seitdem stetig Gast bei uns. Die Einheimischen mäßig 45.000 bis 55.000 Besucher zählen können.

Klarheit schaffen: Befragung von »Women in Exhibitions D-A-CH«


Das Netzwerk Women in Exhibitions D-A-CH engagiert sich seit 2018 für einen höhe-ren Anteil von Frauen in Führungspositionen bei Messegesellschaften und -veranstaltern. Eine erste Befragung im Jahr 2019 hat ergeben, dass die Messewirtschaft im deutsch-sprachigen Raum im Vergleich zu anderen Ländern, aber auch im Vergleich zu anderen Branchen, unterdurchschnittliche Frauenanteile in der Führung verzeichnet (Foto: WiE DACH).

Um die Entwicklung darzustellen und daraufhin Maßnahmen und Instrumente weiterzuentwickeln, ist das Netzwerk auf eine breite Beteiligung an der neuen Befragung zum aktuellen Status Quo angewiesen. Der FAMA unterstützt dies gerne und ruft seine Mitglieder, Abonnenten und Follower auf, rege an der Befragung teilzunehmen (einfach auf den nachstehenden Link klicken): https://www.surveymonkey.de/r/J3VPX9T

Einladung zu FAMA Arbeitskreisen


FAMA-Arbeitskreis »B2B-Messen«

Um den so wichtigen kollegialen Austausch auch zwischen unseren Messefachtagungen zu ermöglichen, lädt Barbara Niemeier, Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG am 6. April, zwischen 15 und 16 Uhr zu einem digitalen Arbeitskreis (via MS Teams).

FAMA-Arbeitskreises »Geländeeigner«

Am 4. Mai laden Stefan Köster (Deutsche Messe), Heike Schmid (Messe Augsburg) und FAMA-Vorstandsmitglied Michael Kynast (Messe Erfurt) von 15:30 – 16:30 Uhr zum digitalen Gedankenaustausch im Rahmen des FAMA-Arbeitskreises Geländeeigner ein. Auf der Tagesordnung stehen u.a. Aktuelle Lage (Auswirkungen der Corona- und Ukraine-Krisen auf das Geschäft, Problemfelder und Chancen eines Re-Starts) sowie Themen, Ziele und Positionen des AK Geländeeigner. Bitte beachten Sie, dass dieser Arbeitskreis FAMA-Mitgliedern und ihren Mitarbeitern vorbehalten ist.

Interessierte wenden Sie sich bitte an die FAMA-Geschäftsstelle info@fama.de und erhalten dann die entsprechenden Zugangsdaten für die Teilnahme am jeweiligen FAMA-Arbeitskreis. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Ahoi Hamburg: Messefachtagung im Zeichen der Nachhaltigkeit


Vom 20. bis 21. Juni 2022 lädt der FAMA zur Messefachtagung auf dem Gelände der Hamburg Messe ein. Diesmal steht die Tagung ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Nach zwei Jahren Pandemie wartet nämlich bereits die nächste Herausforderung auf die Messewirtschaft: Klimaneutralität und damit verbunden ein verantwortungsvoller Umgang mit knappen Ressourcen verlangen nach neuen Lösungen in der Gestaltung von Messen und für die damit verbundene Kundenreise.

Das Lineup steht zwar noch nicht endgültig fest, aber wir haben echte Aushängeschilder des nachhaltigen Wirtschaftens inner- und außerhalb der Veranstaltungsbranche angefragt. Ergänzt wird das mit inspirierenden Vortragenden zu zeitgemäßer Kommunikation und Campaigning.

Die Vision Notes werden am ersten Tag in bewährter Manier in Parallel-Podien vertieft, bevor wir uns am Abend zur FAMA Night treffen werden. Der zweite Tag wird wieder ganz im Zeichen des kollegialen Austauschs in den FAMA Arbeitskreisen stehen. Zum Schluss der Tagung wird auch wieder ein Blick hinter die Kulissen im Rahmen einer Geländeführung angeboten.

Um dem Thema Nachhaltigkeit zu noch mehr Sichtbarkeit zu verhelfen und vor allem, um selbst einen aktiven Beitrag zu leisten, unterstützen wir die Initiative „Climate Mobility Challenge“ der Deutschen Bahn angeschlossen. Im Rahmen dieser Initiative werden die besten Lösungen zu nachhaltiger Mitarbeitenden-Mobilität gesucht und prämiert. Seit jeher bieten wir günstige DB-Veranstaltungstickets zur Anreise an die Messefachtagung an, so auch diesmal. Diese sind bereits freigeschaltet und können hier gebucht werden. Dort findet sich auch ein direkter Link zu den Hotelkontingenten, die ebenfalls bereits freigeschaltet sind.

Besonders ans Herz legen möchten wir allen, die eine Teilnahme planen, auch das beliebte Networking-Format unseres Welcome-Abends, der am 19. Juni ab 19 Uhr im „Altes Mädchen“ des Braugasthaus Schanzenhöfe in der Lagerstraße 28b in Hamburg stattfinden wird (Selbstzahler). Den Ticketshop für die Tagung werden wir öffnen, sobald das komplette Programm steht.

Wenn man uns lässt: Erste ermutigende Frühjahrsmessen


Die AFAG in Nürnberg und Augsburg, Reed am Standort Wien, die Messe Chemnitz in Südwestsachsen, die Messe Ried aus Oberösterreich, das MCC im Münsterland, und die Messe Magdeburg haben das Messefrühjahr eingeläutet und ein ganz wichtiges Zeichen für das Marketinginstrument Messe gesetzt. Unter teils schwierigsten Rahmenbedingungen haben sie achtbare Erfolge erzielt und dafür gesorgt, dass die messefreie Zeit ein Ende hat (Foto: Timm Schamberger_AFAG).

Die AFAG hat innerhalb von nur einer Woche die Fahne gleich zweimal hochgehalten. Für die Freizeit Messe in Nürnberg konnte sie über 40.000 Besucher*innen mobilisieren und bei der unter schwerem Wettbewerbsdruck stehenden Leitmesse für Schleiftechnik GrindTec am Standort Augsburg über 7.000 Fachbesucher*innen aus 44 Ländern verzeichnen.

Nach zweijähriger, Corona-bedingter Pause konnte Reed die Wiener Immobilien Messe erfolgreich durchführen. 70 Aussteller präsentierten den fast 3.000 Besucher*innen aktuelle Wohnbauprojekte, Anlagemöglichkeiten, Ferienimmobilien und Dienstleistungen.

In Chemnitz zog die 17. Auflage des Chemnitzer Frühlings 10.000 Besucher*innen in ihren Bann und konnte auch unter den Ausstellern viel positive Resonanz erzeugen.

Im oberösterreichischen Ried wurde den Verantwortlichen der Sportmesse – quasi in letzter Minute – die Maskenpflicht erspart. Somit durften sich die Besuchenden an rund 50 Stationen über ein tolles Sportfest freuen.

Auf dem Gelände des MCC Halle Münsterland zog die 25. Bauen und Wohnen über 10.000 Besucher*innen in ihren Bann. Auch wenn das Jubiläum Corona-bedingt nicht ausgelassen gefeiert werden konnte, waren auch Aussteller und der Veranstalter zufrieden.

Bei der Messe Magdeburg sorgte die Boots- und Wassersportmesse Magdeboot für zufriedene Gesichter. 90 Aussteller zeigten auf über 8.000 qm die ganze Vielfalt an Booten, Yachten, Hausbooten, Kanus und Kajaks.

Wir beglückwünschen die Kolleg*innen zu ihren erfolgreichen Messen und wünschen allen, deren Messen noch bevorstehen, viel Erfolg und drücken ganz fest die Daumen.

Mittwoch, 2. März 2022

Der Blick nach vorn: Jetzt geht's rund...


… sprach der Papagei und flog durch den Ventilator, heißt es in einem dieser unter Kindern so beliebten Flachwitze. Manch Unternehmen aus der Messewirtschaft wird sich derzeit wie nach einem Flug durch besagten Ventilator fühlen: Zerzaust, mit mehr oder weniger heftigen Blessuren, und vielleicht ein wenig schwindelig. Aber auch dankbar, die größte Krise in der Geschichte unserer Branche irgendwie überstanden zu haben. Und, schwupps, biegt die nächste Krise um die Ecke, mit der ein despotischer Führer Europa und die Welt ins Chaos stürzt. Reflexhaft stellt sich die Frage: Können wir denn nicht einfach mal wieder unseren Job machen (Foto: Pixabay)?

Doch ein Reflex ist jetzt der falsche Ansatz. Tatsächlich ist es gar nicht mal so abwegig, dass die politische Krise, in der wir uns gerade befinden, auch damit zu tun hat, dass wir Messemenschen für fast zwei Jahre unseren Job nicht machen durften: Vertrauensbildende Begegnungen im größeren Kontext ermöglichen, mit informellen Gelegenheiten zum Aufbau tragfähiger Beziehungen. Transparenz in komplexe Märkte und Konstellationen bringen, Kräfteverhältnisse sichtbar machen und Gerüchten mit direkt verifizierbaren Fakten begegnen. Das alles hat die Pandemie in einen abstrakt distanzierten Raum verlagert. Nicht nur im Bereich der Wirtschafts- und Marktveranstaltungen, auch die vielen politischen Gipfel mussten entweder ganz ins Digitale ausweichen oder ermöglichten nur einen Bruchteil der so entscheidenden Serendipität.

Bei aller Tragik hat das für die Messewirtschaft auch etwas Ermutigendes. Denn jetzt sind unsere Formate vielleicht so nützlich wie selten zuvor. Auch wenn die verbreitete Verunsicherung und Zurückhaltung erst noch vergleichsweise mühsam wieder abgebaut werden müssen: Persönliche Begegnung ist ein wesentlicher Schlüssel zum Aufbau von Vertrauen zwischen Menschen. Lange aufgeschobene Entscheidungen können endlich wieder mit Informationen und Erkenntnissen aus erster Hand abgesichert werden. Vorurteile und Klischees treten angesichts von Erlebnissen in leiblicher Begegnung in den Hintergrund. „Wandel durch Handel“ bleibt eine Chance, in aufgeheizte Konstellationen und wackelige Lieferketten Klarheit und Besonnenheit zu bringen. Denn Wirtschaft ist das, was uns alle Tag für Tag buchstäblich am Leben erhält. Auch wenn sie sich schneller wandelt, als manchen von uns lieb ist.

Ich sage es nicht gern (aber oft): Mit der herbeigesehnten Normalität wird es wohl auf absehbare Zeit nichts werden. Die Probleme von heute werden sich nicht mit den Ideen und Fertigkeiten von gestern lösen lassen. Wir Messemenschen müssen unsere Kernkompetenz der reibungslosen Organisation ergänzen: Um ein besseres Verständnis von Märkten und deren Akteuren, um mühelose, einladende und menschenfreundliche (digitalisierte) Abläufe, um neue Touchpoints, die laufende Teilhabe an immer komplexeren Entwicklungen ermöglichen. Dazu braucht es reflektierte, aufgeschlossene Macherpersönlichkeiten, diverse Teams mit unterschiedlichsten sozialen, geschichtlichen und kulturellen Hintergründen und überzeugende Lösungen für Kunden, deren Erwartungen homogener sind denn je.

Wie immer endet diese Kolumne auch diesmal mit Zuversicht: In der tausendjährigen Geschichte der Messen haben sie sich immer wieder neu erfunden und ihr Nutzenversprechen überzeugend erneuert. Das wird auch diesmal so sein. Und wenn wir noch mehrfach durch diesen Ventilator durchmüssen: Dann mausern wir uns und erstrahlen im neuen Federkleid. Der Duden schreibt über das Mausern wie folgt: „Sich durch eine Entfaltung der eigenen Anlagen, Möglichkeiten förderliche Entwicklung entscheidend zum Vorteil verändern.“ Wir bringen uns selbst und die Wirtschaft wieder zum Fliegen!