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Montag, 28. März 2022

Neumitglieder stellen sich vor: Friedrich Zenk von MV service-werbung


Die MV service-werbung GmbH aus dem oberpfälzischen Pemfling zählt zu den jüngsten Neuaufnahmen in den Kreis der FAMA Mitglieder. Wir haben mit Friedrich Zenk, Geschäftsführer des Unternehmens, über die Menschen im Bayerischen Wald, digitale Formate und Erwartungen an die Politik gesprochen (Foto: MV service-werbung).

Cham und der Landkreis liegen in einem wunderschönen Stück Natur, dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Was zeichnet die Menschen und die Wirtschaft in dieser Region aus und wie spiegelt sich das in Ihren Messen?

Wir sind hier einerseits ein sehr bodenständiger Menschenschlag, andererseits aber offen für Neues. Mit der Grenzöffnung 1990 sind wir in die Situation gekommen, plötzlich auch einen Raum für Neues in Richtung Osten zu bekommen. Bereits in diesem Jahr 1990 durften wir zusammen mit dem Landratsamt Cham in Pilsen auf dem damaligen Messegelände Firmen aus dem Landkreis vorstellen. Die Resonanz war riesig! Wir haben damit sicherlich einen Grundstein für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Ostbayern und Westböhmen gelegt.

Umgekehrt haben wir tschechischen Firmen die Möglichkeit gegeben, sich bei uns bei der ChamlandSchau zu präsentieren. Sowohl Firmen als auch Besucher aus dem Nachbarland sind seitdem stetig Gast bei uns. Die Einheimischen mäßig 45.000 bis 55.000 Besucher zählen können.

Sie haben ein Portfolio aus einer allgemeinen Publikumsmesse, einer Gesundheitsmesse, einer Baumesse und einer Karrieremesse. Wie schaffen Sie es, dieses breite Spektrum und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Ausstellern und Besuchern mit einem kleinen Team abzudecken?

Das liegt zum einen daran, dass wir uns bei der ChamlandSchau auf einen Ausstellerstamm von rund 65% bis 70% verlassen können. Diese Aussteller ordern immer bei einer Messe gleich für das nächste Jahr. Damit ist ein großer Teil der Akquisition für die Verbrauchermesse schon erledigt. Einige dieser Firmen beteiligen sich auch an einer oder zwei der anderen Messen.

Vor einigen Jahren haben wir Messen in Niederbayern, Oberbayern, Sachsen und Thüringen durchgeführt, das hat sich allerdings geändert, so dass wir nur noch hier in Cham aktiv sind. Wir haben daher nahen Kontakt zu den Firmen, man kennt uns und vertraut uns. Unsere Messen sind erfolgreich und nehmen uns das ganze Jahr Zeit, um Aussteller zu gewinnen und Verbesserungen und Neuerungen einfließen zu las- sen.

Während der Messen können wir auf ein seit Jahren vertrautes Team aus Messebauern, Helfern, Hallenverleihern und Subunternehmern zurückgreifen, die uns äußerst zuverlässig unterstützen. Und auch die Zusammenarbeit mit den Behörden in der Stadt und im Landkreis ist sehr vertrauensvoll.

In diesem Jahr feiert der damalige Großlandkreis Cham seine 50-jährige Gründung nach der Bayerischen Gebietsreform und das wird mit einem Tag der offenen Tür und einer Lichtshow am Sonntag der ChamlandSchau am 18. September 2022 gefeiert.

Sie bieten alle Ihre Messen ganzjährig im Internet an, z.B. als Chamlandschau24. Derzeit ist das ein Ausstellerverzeichnis mit umfassenden Kontaktdaten. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht und was planen Sie dazu in der Zukunft?

Unsere Erfahrungen sind dahingehend, dass die ChamlandSchau24, ebenso wie die ChamlandVital24, die ChamlandBau24 und jetzt dann auch die ChamlandCareer24 begleitende Maßnahmen zur eigentlichen Messe sind, diese aber niemals ersetzen können.

Wir bewerben diese Onlinemessen regelmäßig, die Seiten werden auch gut besucht und die Firmen haben Gelegenheit, sich ganzjährig bei Kunden und Interessenten in Erinnerung zu rufen und ihren Eintrag auch zeit- oder saisongemäß zu aktualisieren. Wir werden diese Onlinemessen weiter ausbauen, um diese und damit die Präsenzmessen noch bekannter und auch attraktiver zu machen.

Die Politik hat der Messewirtschaft in den vergangenen zwei Jahren viel zugemutet. Sie mussten etwa gerade noch Ihre Baumesse absagen. Was wünschen Sie sich jetzt von Politik und Verwaltung?

Ich denke alle Messeveranstalter, besonders diejenigen, die auf dem flachen Land und nicht in den fixen Messezentren ihre Veranstaltungen durchführen, wünschen sich den Wegfall aller Maßnahmen, die Aussteller und Besucher von Teilnahme und Besuch abhalten. Das ist ja von der Bundesregierung jetzt auch ab dem 2. April so beschlossen. Jedoch haben die Länder dann immer noch die Möglichkeit, Einschränkungen aufzuerlegen. Ich hoffe Bayern ist da nicht wieder das Land, das sich hier wieder besonders ins Zeug legt.

Die Maskenpflicht für Aussteller ist ein Hauptargument, warum Firmen es ihren Mitarbeitern nicht zumuten wollen, sich tagelang damit in einen Stand stellen zu müssen. Auch Interessenten hält diese Pflicht vom Besuch ab. Ich kann da nur der FDP beipflichten, die den Menschen durchaus zutraut, sich eigenständig entscheiden zu können, ob sie sich mit oder ohne Maske in der Öffentlichkeit bewegen wollen.

Sie haben sich inmitten der Corona-Pandemie entschlossen, Mitglied im FAMA zu werden. Was waren die Beweggründe dafür und was erwarten Sie sich zukünftig von Ihrer Mitgliedschaft?

Ich habe schon immer die Arbeit des FAMA verfolgt und sehr viel Gutes darin entdecken können. Besonders das Engagement in der Pandemiezeit hat mir sehr imponiert. Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich der Meinung war, nur „große“ Veranstalter können in dieser Gemeinschaft Mitglied werden. Der ehemalige Geschäftsführer Herr Fuchsgruber hat mich da eines Besseren belehren können und da war es für mich keine Frage mehr eine Mitgliedschaft im FAMA anzustreben. Danke für die Aufnahme!