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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Mittwoch, 2. März 2022

FAMA Arbeitskreis B2C-Messen: Kollegialer Austausch am 24. März


Um den so wichtigen kollegialen Austausch auch zwischen unseren Messefachtagungen zu ermöglichen, lädt Constanze Kreuser, RAM Regio Erfurt und FAMA-Vorstandsmitglied am 24. März, um 10 Uhr zu einem digitalen Arbeitskreis (via MS Teams). Interessierte wenden Sie sich bitte an die FAMA-Geschäftsstelle info@fama.de und erhalten dann die entsprechenden Zugangsdaten. Wir freuen uns auf den Austausch.

Fünf (+1) Fragen an: Georg Strasser, Head of Marketing, SmartDigital Group



Mit den „Fünf Fragen …“ an Persönlichkeiten mit Messebezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Diesmal steht Georg Strasser, Head of Marketing der SmartDigital Group aus dem österreichischen Judenau, Rede und Antwort. SmartDigital ermöglicht Unterneh-men ihre Daten, Assets und Services zu dokumentieren und revisionssicher nachzuweisen. Die Daten werden in einer fälschungssicheren Blockchain auf einer eigenen Plattform erfasst und mittels KI in einem automatisierten E2E-Prozess verarbeitet. Daten aus der Luft werden mit eigenen Langstreckendrohnen erhoben (Foto: SmartDigital).

Unter welchen Umständen vergessen Sie die Zeit?

Sich in ein neues strategisches Projekt einzuarbeiten mit dem man unternehmerisches Neuland betritt. Vor allem wenn kreative Prozesse am Werk sind, die man einfach nicht unterbrechen will.

Wie hat sich Ihre Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Durch die Bereitschaft sich von seinen eigenen Denkmustern zu distanzieren und offen für neue Aspekte und Standpunkte zu sein. Darin steckt enormes Potenzial für ein neues und breiteres Erkenntnisspektrum.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Sich jeden Tag mit vielen unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten gleichzeitig beschäftigen zu können. Das schafft Abwechslung, macht Spaß und hält agil.

Wer darf Ihnen sagen, dass Sie falsch liegen?

Jeder, der mich von neuen, anderen Sichtweisen überzeugen kann – denn das Bessere ist der Feind des Guten, nur so können und werden wir uns weiterentwickeln. Jeder soll seine Meinung vertreten und diese auch dem anderen mitteilen können. Nur so entstehen gemeinsam neue großartige Ideen.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Sie?

Nicht in der Firma zu sein! Entschleunigung und Besinnung auf das Wesentliche. Sich Zeit für seine Familie, Freunde und sich selbst nehmen.

Ergänzungsfrage: Was hat Covid-19 in Ihrem Alltag verändert?

Draufzukommen, wie wichtig zwischenmenschliche face2face Kommunikation wirklich ist. Marketing und Kommunikation kann nicht ausschließlich im Home-Office stattfinden. Zum Diskutieren und Brainstormen benötigt man ein Gegenüber in persona, um kreative Prozesse initiieren zu können. Mimik und Gestik als wesentliche Bestandteile der Kommunikation können nicht ausreichend via Bildschirm transportiert werden.

Der Sommer wird gut: Dach + Holz weicht einmalig aus


Die Dach + Holz International 2022 findet vom 5. bis 8. Juli in Köln statt. Mit der einmaligen Verlegung in den Sommer wird der Treffpunkt für Dachdecker, Zimmerer und Bauklempner/-spengler zu einem Branchenevent mit vielen neuen Highlights und noch mehr Erlebnischarakter (Foto: GHM). 

„Der Termin im Juli ermöglicht nicht nur eine verlässlichere Planung für alle Messebeteiligten. Es bieten sich neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel zusätzliche Action-Areas von Ausstellern auf dem Freigelände und ein Sommerprogramm mit viel Wow-Effekt“, sagt Messeleiter Robert Schuster. „Auch im Juli bleibt die Dach + Holz International Deutschlands größtes Branchen-highlight 2022.“

Zimmerer-EM: Europas Beste treffen sich in Köln

Die Europameisterschaft der Zimmerer wurde ebenfalls verschoben und findet im Juli parallel zur Messe statt. In Halle 7 kann sich das Messepublikum Europas Nachwuchstalente live bei der Arbeit anschauen und für sein Lieblingsteam mitfiebern. Die Kandidaten bauen anspruchsvolle Dachstuhlmodelle und demonstrieren den fachgerechten Umgang mit Holz. Für die Planung bis zur Ausarbeitung des Modells haben die Gesellen 22 Stunden Zeit: von Dienstagfrüh, 5. Juli, bis Donnerstagabend, 7. Juli. Als Höhepunkt der Dach + Holz International werden die Europameister am Freitag, dem 8. Juli gekürt.

Rahmenprogramm: Networking großgeschrieben

Die Dach + Holz International versammelt alle Macher der Branche zu einem großen Networking. So widmet sich das Forum an jedem Messetag einem unterschiedlichen Schwerpunktthema: Während Nachwuchs, Influencer und Betriebsinhaber sich am 5. Juli über die Zukunft ihrer Gewerke austauschen, rückt das Forum am 6. Juli die Macherinnen des Dachdecker- und Zimmererhandwerks und ihre Erfolgsstorys ins Rampenlicht. Am Messedonnerstag, dem 7. Juli, drehen sich die Vorträge und Diskussionsrunden rund um Technik, Digitalisierung und Innovationen der Branche. Themen zum Baustoff Holz und die Zukunft des Bauens werden am Messefreitag, dem 8. Juli großgeschrieben: An dem Tag erläutern Experten, welche Chancen und Risiken der Klimawandel für einzelne Handwerksbetriebe birgt und wie die Folgen bewältigt werden können. Praxis-Tipps und erfolgreiche Beispiele aus dem Handwerk runden das Forumsprogramm ab. Zudem lädt die Dach + Holz International am Donnerstag, den 7. Juli zu einem großen Netzwerk-Abend ein.


Newsticker smartville.digital: Eventmanagement • Freedom • Wozu


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalisti­sche Stimme zur Messe- und Eventwirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Dr. Urs Seiler. Drei aktu­elle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Foto: Smartville).

Eventmanagement: Es wird nie wieder wie früher sein

Mit den Erfahrungen aus dem pandemie-induzierten Digitalisierungsschub werden viele Un­ternehmen künftig genauer hinschauen, welche Events, Messen und Kongresse notwendiger­weise in Präsenz stattfinden müssen – oder ob digitale oder hybride Formate sinnvoller sind.

Keine Maske, ohne Zertifikat: Freedom Day auf der Empack in der Bernexpo

Und zur Feier gibts einen kostenlosen Messe-Eintritt! Ende März geht’s – endlich – wieder zur Empack, dem Verpackungsevent des Jahres.

Dann stellt sich die existenzielle Frage: Wozu brauche ich die Messe noch?

Der Großkongress 360-Grad-Entertainment zieht in die Premiumdestination Andermatt. Der Founder des ESB Marketing Netzwerks, Hans-Willy Brockes, äußert sich zur Zukunft des Entertainmentgeschäfts.

Sonnige Aussichten: Messefrühling in Dornbirn


Durch die fast vollständige Aufhebung der Maßnah­men ab 5. März kann das Messequartier Dornbirn wieder das sein, was wir so sehr lieben: ein Ort für echte Begeg­nungen. Die Schau! – Die Vorarlberger Frühjahrsmesse vom 07. bis 10. April und die com:bau, die größte Bau­messe in der Vier-Länder-Region vom 29. April bis 1. Mai, geben den Startschuss ins Messejahr 2022. Die Planungen sind in vollem Gange (Foto: Messe Dornbirn).

Die Schau! und die com:bau sind der Start in ein grenzenloses und bunt gemischtes Messe-und Veranstaltungsjahr im Messequartier Dornbirn. Durch die 20. Ausgabe der Kunst­messe Art Bodensee vom 30. Juni bis 03. Juli wird das Messequartier Dornbirn in eine Aus­stellung für zeitgenössische Kunst- und Kulturformate verwandelt. Die Sportnacht im Rah­men der Schau!, die Fuari vom 25. bis 29. Mai und die Fachmesse Beauty Austria am 11. und 12. Juni sind bereits fixer Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Mit dem HOLI Flash am 25. Juni und der dreitägigen Open Air-Reihe mit Zucchero, der Mega 90’s Party und Sido vom 30.06. bis 02.07. erwartet die Besucher*innen ein bunter Abschluss des ersten Halbjahrs.

Mitglieder stellen sich vor: Sebastian Grein von Aditus


Die Aditus GmbH aus Hannover ist bekannt für ihre Registrierungs- und Zutrittslösungen, unter anderem auch bei den FAMA Messefachtagungen. Wir haben mit Sebastian Grein, COO des Unternehmens, über Customer Journeys, hybride Events und digitale Verlängerungen gesprochen (Foto: Aditus).

Registrierung und Einlasskontrolle haben für Messen im Zuge der Pandemie einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Aus Kundensicht sind das wohl nicht gerade die beliebtesten Bestandteile der Customer Journey?

Sie haben Recht, aus Kundensicht ist das etwas, wo man durchmuss. Wir arbeiten daran, dass eben genau das immer einfacher und intuitiver wird. Eine gute Einlasskontrolle ist z.B. eine die man quasi kaum bemerkt. Wenn ich es einfach ausdrücken soll, woran wir jetzt und mit dem Blick nach vorne arbeiten, dann konzentrieren wir uns darauf Registrierung und Einlass permanent einfacher und smarter zu machen.

Einfach heißt beispielsweise, dass der Kunde mit uns sehr viel in einem Schritt erledigen kann und dadurch Zeit und Nerven spart. Kunden können direkt bei Registrierung Ihren Impfnachweis hochladen und sparen so Zeit vor Ort. An der Einlasskontrolle lassen sich am Speedy Check-In, Namens-Badgedruck und Kontrolle des Impf-Genesen-Nachweises direkt erledigen. Also One-Stop im Eingang, kein mehrfaches Anstellen.

Smart bedeutet, dass wir das, wo alle durchmüssen, mit Mehrwerten für Kunden und Organizer anreichern. So kommt der Kunde auf seinem Weg zum Ticket an Werbung für Aussteller vorbei, kann in einem vorbereiteten Social Media Post Werbung für das Event machen, ein Hotel buchen, oder auch schon Kontakt mit Ausstellern aufnehmen und vieles mehr.

Für die nahe Zukunft wird unter der Annahme, dass Corona nicht von heute auf Morgen verschwinden wird Registrierung und Einlasskontrolle sicher erst mal relevant bleiben. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Technologien, die den Einlass flexibler machen und Barrieren abbauen, wie Gesichtserkennung und Einlasskontrolle per App im Vorbeigehen. Spannend und vielleicht zukunftsweisend waren für uns da im vergangenen Jahr Projekte wie die IAA Mobility in München oder die Digital X in Köln, wo es galt, viele, über die Stadt verteilte Sublocations sowie eine digitale Plattform smooth über unser Teilnehmermanagement zusammenzuführen. Im online Bereich werden wir in Zukunft mehr Möglichkeiten zum Content Management bieten und unseren starken Zweig Besuchermarketing weiter ausbauen.

Zahlreiche Messen wurden zuletzt hybrid, also sowohl in Präsenz als auch als digitales Format, durchgeführt. Was bedeutet das aus Ihrer Perspektive für Registrierung, Leadmanagement und die Geschäftsmodelle der Veranstalter?

Bei hybriden, oder auch rein digitalen Formaten hat sich für die Registrierung wenig geändert. Das Wissen um Daten und Interessen meiner Besucher*innen ist genauso wichtig und auch die Einlasskontrolle brauche ich für den digitalen Bereich. Auch der Einlass für das digitale Event sollte natürlich möglichst einfach und angenehm sein. Es kommt auf eine gute Integration – Stichwort Single Sign-On – an.

Für die Zukunft von Messen ist vielfach von einer „digitalen Verlängerung“ die Rede. Wie könnte diese aus Ihrer Sicht über das bloße Streaming hinaus aussehen?

Aus meiner Sicht haben digitale Events vor allem die Erkenntnis gebracht, dass sie zumindest im Segment der Fachmessen weder Organizer noch Besucher glücklich machen. Das Thema hybrid wurde viel als Buzzword benutzt, mit wenig klarem Konzept dahinter. Was ich im Digitalen häufiger gesehen habe sind coole Matchmaking-Funktionen und gute Möglichkeiten, nach Interessen zu suchen und dadurch Aussteller sichtbar zu machen. Das ist vielleicht etwas, was wir aus dem Digitalen mit in Live-Events nehmen können.

Für einen großen Teil dieser Funktionen reicht in vielen Fällen schon ein gezielter Einsatz von Linkedin, dafür muss man nicht zwingend viel Geld ausgeben. Auf jeden Fall ist die Hürde nun kleiner etwas Digitales zu machen. Messe-Marken können das nutzen, um Austellern ganzjährig eine Plattform zu geben und neue Angebote für Content zu kreieren.

Wir hatten diese Frage schon im letzten Newsletter gestellt: Daten seien das neue Gold, heißt es allenthalben. Gilt das auch für die Messe- und Veranstaltungswirtschaft und wie schätzen Sie die Potenziale ein?

Wenn eine Branche Datenschätze hortet, dann sicher die Messebranche. Ich erlebe häufig, dass beim Nutzen der eigenen Daten nur an die Analyse/Reporting oder an Direktmarketing gedacht wird. Vernachlässigt werden Ideen, wie mit den Daten entweder dem Besucher oder dem Aussteller ein Mehrwert geboten werden kann. Den Aussteller interessiert vielleicht, wer ihn wiederkehrend besucht, oder wer ihn online gesucht und sich über in informiert hat, aber es nicht zu seinem Stand geschafft hat.

Den Besucher interessiert vielleicht, wer aus seiner Peer-Group oder seinem Netzwerk auch vor Ort ist. Oder was es bei den Ausstellern, die er in der Vergangenheit besucht hat, neues gibt. Statt nur über die Daten oder die direkte Vermarktung, empfehle ich über das Nutzenversprechen an den Kunden nachzudenken – wie können die Daten hier Mehrwerte schaffen?

Was hat Sie 2019 bewogen, Mitglied im FAMA zu werden und was erwarten Sie sich zukünftig von Ihrer Mitgliedschaft?

Wir sind sogar bereits seit 2015 mit dem FAMA als Sponsor verbunden. Deswegen fühlen wir uns hier gewissermaßen zu Hause. Seit unserer Gründung konzentrieren wir uns auf Lösungen für die Messebranche, darum ist der fachliche Austausch für uns besonders wertvoll und ist uns Inspiration für unsere Weiterentwicklung. Auch die Hands-on-Mentalität, die wir im FAMA erlebt haben, macht uns den Verband sehr sympathisch. Besonders in der Krise hat der Austausch gutgetan und der FAMA war kommunikativ sehr präsent. Dafür vielen Dank und weiter so!


Offene Fragen: Forum Veranstaltungswirtschaft sieht Perspektive noch kritisch


Die im Forum Veranstaltungswirtschaft kooperierenden Wirtschaftsverbände sind er-leichtert, dass Bund und Länder nun endlich Öffnungsschritte zurück in die Normalität beschlossen haben. Diese sind für die Veranstaltungswirtschaft aber bei weitem nicht der erwartete wirtschaftliche Befreiungsschlag. Die am 16. Februar von den Ministerpräsidenten der Länder und des Bundeskanzlers gefassten Beschlüsse sehen eine stufenweise Öffnung in drei Schritten vor. Änderungen für die Veranstaltungswirtschaft bringt erst der zweite Schritt, mit dem ab dem 4. März bei Indoor-Veranstaltungen die Auslastung bis zu 60% und maximal 6.000 Zuschauer sowie bei Außenveranstaltungen bis zu 75% und maximal 25.000 Besucher betragen darf. Ab 20. März sollen alle „tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen“ entfallen und dann nur noch „niederschwellige Basisschutzmaßnahmen“ gelten (Foto: Pixabay).

Leider lassen diese Begriffe aus Sicht des Forums Veranstaltungswirtschaft wichtige Fragen offen. Dazu zählt insbesondere die Definition der Begriffe ‚tiefgreifend‘ und ‚niederschwellig‘. Auf der Webseite der Bundesregierung findet sich bereits die Einschränkung, dass die ‚strengeren‘ Schutzmaßnahmen (lediglich) ‚weitgehend’ zurückgenommen werden. Zwar werden Kapazitätsbeschränkungen hier beispielhaft erwähnt, aber die Einschränkung lässt den tatsächlichen Umfang der Rücknahme leider offen. „Sollte das bedeuten, dass Kapazitätsbeschränkungen vielleicht lediglich reduziert aber grundsätzlich fortbestehen werden, wäre jedenfalls die Veranstaltungsbranche von einem ‚Freedom Day’ nach wie vor weit entfernt.”, sagt Prof. Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) e. V. „Wirtschaftlichkeit setzt voraus, dass wir zumindest die Chance haben, bei 100 % Kosten auch 100 % Einnahmen zu erwirtschaften. Dazu müssen wir die Hallenkapazitäten voll nutzen können. Solange wir diese Chance nicht haben, lässt sich in unserem Wirtschaftsbereich auch weiterhin nicht von Normalität sprechen.“ 

„Der vorliegende Beschluss der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und des Bundeskanzlers bietet keine Planungssicherheit für die Veranstaltungswirtschaft, auch wenn wir den guten Willen dazu in dem Beschluss erkennen. Solange die Auftragsbücher nicht sicher voll werden, können sich die Unternehmer nicht aus der Corona-Starre befreien“, sagt Marcus Pohl, Vorsitzender des isdv e.V. 

„Es muss jetzt sichergestellt werden, dass im Sommer Outdoor-Veranstaltungen ohne jegliche Beschränkungen stattfinden können. Dies schließt Stehplätze, ohne Maske, tanzen und feiern ein“, ergänzt Axel Ballreich, Vorsitzender des LiveKomm e.V. „Wenn wir diese Sicherheit nicht sofort erhalten, werden wir aus Fairness gegenüber unseren Gästen, aber auch im Interesse der Schadensminimierung, Veranstaltungen bereits jetzt absagen müssen.“ 

„Es bleiben viele Fragen weiterhin offen: was passiert im Herbst, wenn die Inzidenz wieder steigt? Welche Hilfen werden auch für den Herbst weiterhin zur Verfügung stehen, sollten sie benötigt werden? Im Rahmen des aktuellen Temporary Framework der EU ist eine Verlängerung über den Juni hinaus nicht vorgesehen. Die Veranstaltungswirtschaft kann sich noch immer auf nichts verlassen und deshalb wird auch die Öffnung im März nicht das Wiederanfahren in allen Bereichen bewirken“, mahnt Linda Residovic, Geschäftsführerin des VPLT e.V. 

Michael Kynast, Vorstand des FAMA e.V., fügt hinzu: „Überregionale Messen werden von der Lockerung nur bedingt profitieren können, da durch die Beschlüsse nicht geklärt wird, ob und wie ausländische Messebesucher und Messeaussteller Zugang zu den hiesigen Messeplätzen bekommen werden. Auch fehlt eine echte Perspektive.“ 

Ein weiteres Problem in den Formulierungen zeigt Timo Feuerbach, Geschäftsführer des EVVC e. V. auf: „Der schwammige Begriff der tiefgreifenden Beschränkungen lässt viel Spielraum für Spekulationen. Für unsere Häuser sind Kapazitätsbeschränkungen tiefgreifend. Ob das die Beschlüsse hergeben, konnte auch in der PK trotz direkter Frage nicht klargestellt werden. Darüber hinaus ist schon jetzt absehbar, dass die Bundesländer die Beschlüsse sehr unterschiedlich umsetzen werden. So etwas hilft nicht, sondern macht einen regulären Veranstaltungsbetrieb unmöglich.“

Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist die Allianz sechs maßgeblicher Verbände des Wirt-schaftsbereichs. Dazu zählen: der BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungs-wirtschaft e.V.), der EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.), der FAMA (Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.), die ISDV (Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft e.V.), der LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.) und der VPLT (Der Ver-band für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.).


Beginn einer Zeitenwende: Solidarität mit der Ukraine


Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine droht Europa in vergangen geglaubte Zeiten katapultiert zu werden. Diese Entwicklung steht nicht nur einem freien, rechtsstaatlichen Europa von selbstbestimmten Völkern entgegen. Sie widerspricht auch zutiefst dem Selbstverständnis von Messen als Plattform von friedlicher Begegnung, konstruktivem Austausch und einem fairen Wettbewerb der besten Ideen (Foto: Pixabay).

Den Menschen in der Ukraine gilt unsere volle Solidarität und unsere Gedanken sind bei den vielen unschuldigen Opfern und ihren Familien. In zahlreichen großen und kleinen Städten in ganz Europa sind am Wochenende viele tausende Menschen mit den gleichen Gedanken auf die Straßen gegangen, um diese Solidarität gut sichtbar zum Ausdruck zu bringen. Wenn unsere Werte von despotischen Mächten bedroht werden, ist das gemeinsame Aufstehen gegen Aggression und Unterdrückung ein starkes Zeichen.

Mit den beherzten Beschlüssen der EU setzt diese dem Bestreben nach einer veränderten Weltordnung klare Grenzen. Die gestern kommunizierten Vorhaben der Bundesregierung werden von einer breiten, fraktionsübergreifenden Mehrheit getragen und machen deutlich, dass die freie Welt sich selbstbewusst wehrt. In vielen Kommentarspalten ist von einer Zeitenwende die Rede, weil Europa als Ort der Freiheit, der Rechtsstaatlichkeit und der Selbstbestimmung wie selten zuvor zusammensteht.

Die Gesellschaft - und in ihr die Messewirtschaft - steht gerade noch inmitten einer kritischen Phase der erschütternden Pandemie. Die dennoch aufkeimenden, ermutigenden Zeichen für eine weitreichende Öffnung geben uns Kraft, mit unseren Messen einen spürbaren Beitrag zu leisten für friedliche Begegnung, konstruktiven Austausch und fairen Wettbewerb um die besten Ideen. Allen, die in dieser Zeit als Mandatsträger*innen besondere Verantwortung tragen, wünschen wir Besonnenheit, einen klaren Blick und entschiedene Tatkraft. Jenen, die ihre und unsere Freiheit verteidigen wünschen wir, dass sie bald gesund und unversehrt wieder in den Kreis ihrer Lieben zurückkehren.