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Dienstag, 27. Oktober 2026

Fünf Fragen an: Gunnar Heinrich • adventics


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes sind unsere außerordentlichen Mitglieder an der Reihe und diesmal beantwortet Gunnar Heinrich, Geschäftsführer von adventics, dem Partner für Aussteller-Reporting, Anforderungs- und Produktmanagement, Auswahl von Event Tech Lösungen und Anbieter-Scouting, die Fragen (Bild: adventics).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Noch vor zwei Jahren hätte ich spontan gesagt: Beim Motorradfahren auf irgendwelchen Pässen in den Dolomiten oder den Seealpen. Inzwischen habe ich die Maschine verkauft und das Hobby an den Nagel gehängt. Heute sind es ausgedehnte Essen mit Freunden, irgendwo auf der Welt. Da vergesse ich sehr gerne die Zeit. Beruflich passiert mir das am Aufbautag einer Messe. Ich gehe morgens um acht in die Halle und wundere mich um sieben, warum es draußen dunkel ist.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Ich habe lange geglaubt, digitale Leaderfassung sei etwas für die ganz großen Messen, auf denen ein einzelner Aussteller in drei Tagen schnell über tausend Kontakte erfasst. Inzwischen sehe ich das fast umgekehrt. Auf kleineren Messen sind die Gespräche länger und die Kontakte wertvoller. Gerade deshalb tut es mehr weh, wenn ein Aussteller am Ende nichts in den Händen hält. Die kleine Messe ist oft die bessere Kontaktbörse, sie hat nur das schlechtere Marketing. Das gilt übrigens genauso für B2C-Messen, und Veranstalter wie Aussteller fangen gerade an, das zu erkennen.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Dass die Messe einer der letzten Orte ist, an dem sich Menschen freiwillig gegenübertreten, sich die Hand geben und tatsächlich zuhören. Da kommt keine Videokonferenz ran. Wir sorgen dafür, dass aus diesen Begegnungen auch etwas wird, wenn alle wieder zuhause sind. Und ich mag die Internationalität und die Vielfalt an Branchen und Themen. Das inspiriert, und man lernt jeden Tag dazu.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Jeder, der gute Argumente hat. In der Praxis sind das meistens meine Mitarbeiter und Branchenkollegen, weil sie es am besten wissen. Und meine Familie, weil sie es am häufigsten tut. Ehrlich gesagt würde ich mich freuen, wenn das öfter passiert. Ohne kritisches Feedback geht vieles deutlich langsamer voran. Neuerdings widerspricht mir auch eine KI. Darum habe ich sie ausdrücklich gebeten.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Für jemanden, dessen Produkt auf Smartphones läuft, wäre das so etwas wie ein Berufsverbot. Privat dagegen klingt es auf den ersten Blick verlockend, auf den zweiten durchaus beängstigend. Nach drei Tagen wäre ich vermutlich tiefenentspannt, aber garantiert auch nervös, weil irgendwo etwas passiert, von dem ich nichts weiß. Also: Ohne Smartphone kein Problem, nehme ich halt den Laptop.