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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Fünf Fragen an: Sebastian Grein • Aditus


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes sind unsere außerordentlichen Mitglieder an der Reihe und den Anfang macht Sebastian Grein, Geschäftsführer von Aditus, dem bekannten Anbieter von Ticket-, Einlass- und Registrierungslösungen (Bild: Aditus).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Wenn aus einer zunächst etwas verrückten Idee plötzlich etwas Konkretes wird. Ich kann mich ziemlich lange in neue Themen verbeißen, vor allem wenn Technik, Geschäft und Menschen zusammenkommen. Privat passiert mir das beim Rennradfahren und beim Kochen. Beim Kochen erreiche ich zwar nicht ganz das Niveau von Henning Könicke, aber ich liebe es und kann dabei tatsächlich komplett abschalten.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Bei künstlicher Intelligenz. Dass AI unsere Art zu leben und zu arbeiten grundlegend verändern wird, habe ich schon länger geglaubt. Was ich deutlich unterschätzt habe, ist die Geschwindigkeit. Ich hätte diese Veränderung eher über die kommenden zehn Jahre erwartet. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass wir schon in den nächsten drei Jahren Veränderungen erleben werden, die für viele von uns heute noch schwer vorstellbar sind.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Die enorme Bandbreite. An einem Vormittag kann es um Unternehmensstrategie, einen Vertrag und ein neues Produkt gehen und am Nachmittag um die sehr konkrete Frage, warum ein Badge an einem Eingang nicht so aussieht oder funktioniert, wie es soll. Ich mag diese Mischung aus großer Flughöhe und ziemlich viel Bodenhaftung. Und vor allem die Möglichkeit, Dinge tatsächlich gestalten zu können.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Marc Luzoff. Und er macht von diesem Recht auch regelmäßig Gebrauch. Ansonsten im Prinzip jeder. Überzeugen muss er mich trotzdem. Im Ernst: Gerade die Menschen, die näher an einem Thema sind als ich, müssen mir widersprechen können. Eine Führungsposition erhöht schließlich nicht automatisch die Trefferquote.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Dass ich deutlich mehr am Notebook sitzen würde. Spaß beiseite: Ich würde mich tatsächlich ziemlich abgehängt fühlen. Ich lese und informiere mich sehr viel über mein Smartphone, und unser Beruf bringt es inzwischen mit sich, dass wir Veranstaltungen und Kollegen auf der ganzen Welt haben. Da möchte und muss ich erreichbar und auf dem Laufenden sein. Das Smartphone ist für mich deshalb weder notwendiges Übel noch digitaler Zwang, sondern schlicht ein Werkzeug, das aus meinem Alltag kaum wegzudenken ist. Und das finde ich ehrlich gesagt auch überhaupt nicht schlimm.