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Informationsquelle FAMA-Blog

Hier bloggt der FAMA! Positionen, Kommentare, Meldungen zum Vereinsgeschehen und zur Messewirtschaft mit umfassendem Archiv.
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Freitag, 7. August 2026

Der Blick nach vorn: Mehr Sterne entdecken


Genauer hinschauen lohnt sich. Denn dann können wir Dinge entdecken, die wir so vorher vielleicht gar nicht für möglich gehalten haben. Im Business Development ist das eine ganz entscheidende Tugend. Wer in der Abgeschiedenheit der Berge den Blick durch ein Teleskop riskiert, der kommt womöglich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bezeichnenderweise jedoch sind diese Sterne zu jeder Zeit da. Wir können sie nur nicht immer sehen (Bild: Gerd Altmann / Pixabay).

Kolumne von Oliver Schmitt

Frei nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Carl Sagan lässt sich nämlich sagen, dass es nicht mehr Sterne gibt, nur weil wir plötzlich Teleskope haben. Entscheidend ist, dass wir zur rechten Zeit mit den rechten Mitteln den Blick auf die richtigen Stellen richten. Dann erkennen wir Zusammenhänge, die uns im Geschäftsalltag weiterbringen können. Und, schwupps, sind wir wieder beim derzeitigen Dauerbrenner, der künstlichen Intelligenz. Sie kann ein mächtiges Teleskop sein. Leider sind die gezeigten Bilder manchmal schlicht erfunden. Aber darum soll es diesmal gar nicht gehen.

Der Fokus liegt diesmal auf der rechten Zeit, den rechten Mitteln und den richtigen Stellen. Die Verlockung ist groß, mit einem mächtigen Instrument einfach mal allerlei zu entdecken. Es wird sich dann schon ein Anwendungsfall finden. Viel mächtiger wird Geschäftsentwicklung, wenn sie auf einer analytischen Basis aufsetzt, über ein klares Bewusstsein zu den Bedürfnissen der Stakeholder verfügt und einen strategischen Korridor von Entwicklungszielen aufgebaut hat. Ist unsere Nomenklatur zeitgemäß? Haben wir alle relevanten Besucherzielgruppen auf dem Schirm? Erzeugen wir mit unseren Formaten einen spürbaren Mehrwert? Wird dieser Mehrwert auch gebraucht?

Die gute alte SWOT-Analyse, also der neugierige Blick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, offenbart oft bereits sehr Erfolg versprechende Suchfelder. Aber auch dafür braucht es den Willen, den Dingen hin und wieder auf den Grund zu gehen, wenn mehr als nur Allgemeinplätze sichtbar werden sollen. Denn der größte Feind erfolgreicher Messen ist der Übermut: Wir kennen unsere Kunden, wir kennen die Trends, wir machen schon alles richtig. Und plötzlich steht eine Messe, oder schlimmer noch, ein Relaunch-Konzept in Frage, scheinbar aus heiterem Himmel.

Die Sterne sind alle da. Den eigenen Leitstern zu identifizieren, das hängt von der Richtung ab, die man einschlagen möchte. Ich bin kein Astrophysiker und möchte das Bild nicht überstrapazieren. Ich plädiere für Ernsthaftigkeit, Professionalität und – wenn es um den Markt und die Kunden geht – für eine gute Portion Bescheidenheit und Beflissenheit, den Kunden zu dienen. Das schöne ist, dass ernsthaftes Interesse an Kunden dort in der Regel auf offene Ohren stößt. Und dass die KI dann ein mächtiges Teleskop sein kann, das uns hilft, das volle Potenzial eines überwältigenden Sternenhimmels zu entdecken und zu nutzen.

Per aspera ad astra, wer ist dabei?

Newsticker smartville.digital: Exzellenz • Maritim • Hebel


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (DACH-Messefachtagung; Foto: Tobias Schmid).

Exzellenz in Live-Kommunikation lässt sich nicht digitalisieren

Erlebnisse anstatt Messehallen, das sei, was die Messekunden suchten, wurde an der FAMA Fachtagung vom 22. und 23. Juni in der Bernexpo gesagt und die Themen zogen sich wie ein roter Faden durch den gelungenen Anlass. Moderatorin Nadine Brõnnimann sprach erfrischend auch vom „Vertrauen, das man nicht digitalisieren kann“.

Das maritime Herz der Schweiz schlägt am Bodensee

Die grenznahe Lage am Vierländereck Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein und 20 - 30 Prozent der Besucher*innen aus der Schweiz machen die Interboot in der Messe Friedrichshafen gewissermaßen zu einem Schweizer Heimspiel.

„KI ist ein Hebel, kein Risiko“ auf der maintenance Schweiz

Vom 26. bis 27. August 2026 verwandelt sich die Messe Zürich erneut in den zentralen Treffpunkt der industriellen Instandhaltung, Automation und Digitalisierung, wenn die maintenance Schweiz zusammen mit der Partnermesse all about automation ihre Tore öffnet.

Positive Bilanz: Land • Forst • Jagd in Wieselburg lief gut


Aus der Wieselburger Messe wurde die Land • Forst • Jagd und 26.000 Besuchende nutzten die Schwerpunktmesse, um moderne Technik, praxisnahe Lösungen und ein vielfältiges Programm rund um Land-, Forst- und Jagdwirtschaft zu erleben. Die Messe Wieselburg zieht nach vier Messetagen eine erfreuliche Bilanz (Bild: Messe Wieselburg).

Vom 28. bis 31. Mai 2026 wurde das Messegelände Wieselburg erneut zum Treffpunkt für Fachpublikum, Familien und Interessierte. Knapp 300 Aussteller präsentierten auf rund 81.000 m² Ausstellungsfläche die Vielfalt der Land-, Forst- und Jagdwirschaft. Regionale Betriebe, namhafte Anbieter und wichtige Vertreter*innen der Industrie zeigten aktuelle Entwicklungen, innovative Produkte und praxisorientierte Lösungen für den betrieblichen Alltag.

Trotz sommerlicher Temperaturen war das Interesse an persönlicher Begegnung, fachlichem Austausch und einer lebendigen Messeatmosphäre groß. Unter dem Motto „Live Erleben!“ wurden Maschinen, Geräte und Technologien nicht nur präsentiert, sondern vielfach direkt im Einsatz gezeigt. Besonders der Outdoor-Parcours, die Live-Vorführungen von Agrardrohnen, das Lohnunternehmerdorf und die Innovation Farm machten moderne Technik und digitale Anwendungen greifbar.

Weitere Informationen finden sich hier.

Neues Sujet: Olma präsentiert neue Plakatmotive


Das Olma-Sujet 2026 bringt auf den Punkt, was die 83. Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung ausmacht: Leichtigkeit, Erlebnisse und die besondere Spannung rund um die beliebte Publikumsmesse. Entwickelt wurde das Sujet von der St.Galler Alltag Agentur. Die Olma findet vom 8. bis 18. Oktober 2026 mit dem Gastkanton Schwyz statt und steht unter dem Motto «Olma – und Action!» für elf actionreiche Messetage (Bild: Olma Messen).

Es ist das erste Olma-Sujet, das im Sinne von „motion first“ konsequent aus der Bewegung heraus entwickelt wurde. Die Idee stammt von der St.Galler Alltag Agentur und entfaltet ihre Wirkung sowohl im Plakat als auch in der animierten Umsetzung. Den Kern bildet ein verlangsamt dargestellter Sprung: jener Moment zwischen Absprung und Landung, in dem Spannung, Leichtigkeit und etwas Verspieltes sichtbar werden – so der Gedanke der St.Galler Projekt- und Kommunikationsagentur.

Der Gastkanton Schwyz ist subtil in den Auftritt eingewoben. Die beiden Kinder stammen zwar aus Bauernfamilien aus St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden, tragen im Shooting jedoch originale Schwyzer Werktagstrachten mit Gingham-Kleid, Fichu, Fazanetli und Hirtenhemd. So wird der Gastkanton nicht plakativ inszeniert, sondern fein und zeitgemäss übersetzt. Das St.Galler Grün im Hintergrund schafft einen reizvollen Bezug zu Messeort, Herkunft und Auftritt.

Weitere Informationen finden sich hier.

Fünf Fragen an: Helmut Slezak • Messen Austria / Messe Ried


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Als nächstes ist Helmut Slezak, Vorsitzender des frischgebackenen FAMA-Mitglieds Messen Austria und Geschäftsführer der Messe Ried, an der Reihe (Bild: FAMA / Tobias Schmid).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Bei einem gemütlichen Abend mit Familie oder guten Freunden, wenn die Gespräche spannend sind oder es viel zu lachen gibt.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Wenn jemand bessere Argumente oder eine neue Sichtweise einbringt, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu überdenken.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Die Möglichkeit, Dinge aktiv mitzugestalten, Menschen zusammenzubringen und die große Abwechslung, die jeder Tag mit sich bringt.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Meine Familie, enge Freunde und auch langjährige Mitarbeiter. Aber eigentlich jede/r wenn es gut argumentiert ist.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Das wäre für mich eine echte Herausforderung, aber vielleicht wäre genau das ein guter Grund, es einmal bewusst auszuprobieren.

Wieder da: Stadthalle Karlsruhe eröffnet nach Umbau


Nach den Sommerferien nimmt die Messe Karlsruhe ihren Veranstaltungsbetrieb in der Stadthalle wieder auf. Noch vor dem ersten Event im September lädt sie die Bürgerinnen und Bürger dazu ein, die modernisierte Stadthalle im Rahmen kostenfreier Führungen kennenzulernen. Am Mittwoch, den 12. August, Dienstag, den 18. August und Samstag, den 29. August werden Rundgänge durch die Räumlichkeiten angeboten (Bild: Messe Karlsruhe).

Während den einstündigen Führungen geben Mitarbeitende der Messe Karlsruhe einen Blick hinter die Kulissen: Vorgestellt werden die neu gestalteten Säle, die moderne Veranstaltungs- und Bühnentechnik sowie Hintergründe zum geplanten Messe-, Kongress- und Kulturveranstaltungsgeschäft am Standort.

„Die Stadthalle ist ein zentraler Ort der Begegnung für unsere Stadt und das Herzstück des Zentrums am Festplatz. Ich begrüße es daher sehr, dass die Messe Karlsruhe interessierte Bürgerinnen und Bürger noch vor Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs einlädt, sich selbst ein Bild von den Räumen und technischen Möglichkeiten zu machen und ihre Stadthalle wiederzuentdecken“, sagt Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Weitere Informationen finden sich hier.

Ausgezeichnete Marke: Interzoo erhält German Brand Award


Die Interzoo, Weltleitmesse der Heimtierbranche, ist in der Disziplin „Excellence in Brand Strategy and Creation – Brand Design Corporate Brand“ mit dem German Brand Award 2026 ausgezeichnet worden. Der renommierte Preis würdigt die umfassende Erneuerung des Markenauftritts und die Entwicklung eines modernen, flexiblen Corporate Brand Systems, das ein einheitliches Erscheinungsbild über alle Kommunikationskanäle hinweg ermöglicht (Bild: Interzoo).

Mit dem neuen Design präsentiert sich die Interzoo moderner, klarer und noch internationaler. Frische Farben, tierische Motive und eine leichte Modifizierung des ikonographischen Logos, dessen Eigenständigkeit auch im neuen Look erhalten bleibt, spiegeln die Dynamik und Innovationskraft der Messe wider und unterstreichen die hohe Professionalität der Weltleitmesse. Die Jury hob in ihrer Begründung hervor, dass das Redesign der Interzoo die charakteristischen Grundformen bewahre und sie für digitale, internationale Anwendungen präzise weiterentwickelt habe. Farbwelt, Typografie und das modulare Bildsystem würden über Messe, Plattformen und Submarken hinweg einen klar geführten Auftritt schaffen.

Weitere Informationen finden sich hier.

Trier statt Mainz: Rheinland-Pfalz-Ausstellung zieht um


Laut einer Meldung des SWR vom 6. Juli 2026 wird die wohl größte Verbrauchermesse des Landes Rheinland-Pfalz 2027 nicht mehr in Mainz-Hechtsheim stattfinden. Es gibt offenbar Probleme zwischen dem Veranstalter der Messe und dem Betreiber des Geländes in Mainz. In diesem Frühjahr wurde in Mainz noch die 50. Rheinland-Pfalz-Ausstellung gefeiert. Im kommenden Jahr wird die Verbrauchermesse dann auf dem Messegelände in Trier stattfinden (Bild: SWR / D. Brusch).

"Wir sehen uns leider zu diesem Schritt gezwungen, da das Messegelände in Mainz-Hechtsheim nach unserer Auffassung in relevanten Bereichen nicht den gesetzlichen Standards einer Versammlungsstätte entspricht." Das schreibt der Veranstalter der Rheinland-Pfalz-Ausstellung - die expotec GmbH mit Sitz in Berlin. Nach ergebnislosen Gesprächen mit dem Betreiber des Geländes in Mainz habe man nun die Reißleine gezogen.

Der Betreiber des Messegeländes in Mainz-Hechtsheim, die Mainzer Messe Gesellschaft, kann die Argumente der expotec GmbH für den Umzug nach Trier nicht nachvollziehen. Ihr Geschäftsführer Strack wollte nicht ins Detail gehen. Auf SWR-Anfrage sagte er aber, bei dieser Geschichte gehe es ums Geld. Er bemühe sich gerade mit einem anderen Veranstalter eine neue Messe für Mainz auf die Beine zu stellen. Schließlich sei der Name Rheinland-Pfalz-Ausstellung nicht rechtlich geschützt.

Die vollständige SWR-Meldung findet sich hier.

Take care: Pflegemesse in Rostock


Wer pflegt uns morgen? Wie können Pflegekräfte entlastet werden? Und welche Rolle spielen Künstliche Intelligenz, neue Technologien und gesellschaftlicher Zusammenhalt für die Versorgung der Zukunft? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt der Pflegemesse Take Care. Drei Tage lang wird die HanseMesse Rostock zum Treffpunkt der Pflegebranche. Fachkräfte, Auszubildende, Entscheider, Verbände und politische Vertreter kommen zusammen, um aktuelle Heraus-forderungen zu diskutieren und neue Impulse für die Versorgung von morgen zu setzen (Bild: inRostock).

Beim Pflegegipfel sprechen Experten und politische Vertreter über den Wert der Pflege, die Zukunft der Pflegereform und den wachsenden Pflegebedarf einer alternden Gesellschaft. Zu den Gästen zählt unter anderem Sozialministerin Stefanie Drese.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsgewinnung. Mit „Care Up – Dein Tag für Ausbildung und Praxis“ richtet sich die Messe gezielt an Auszubildende und Praxisanleiter. Themen wie Generation Z, psychische Belastungen in der Ausbildung, Prüfungsangst und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxisanleitung zeigen, wie sich die Pflegeberufe verändern.

Weitere Informationen finden sich hier.

Pause beendet: AFAG revitalisiert KRIFA in Münster


Krisenmanagement, Sicherheit und Prävention sind die großen Themen der KRIFA Münster, die nach mehrjähriger Pause im Juli im MCC Halle Münsterland stattfand. Aus der Branche kam die eindeutige Forderung, dass Politik und Kommunen sich stärker mit den Themen der Veranstaltung beschäftigen müssen, da die Gesellschaft mit immer mehr Bedrohungslagen konfrontiert ist. Die KRIFA stellt sich nun neu auf, kommt wieder in einen regelmäßigen Veranstaltungsturnus und findet 2027 erneut statt (Bild: AFAG).

An den zwei Veranstaltungstagen der KRIFA standen Vorträge und Diskussionsrunden rund um die Themen „Strategische Sicherheitslage & Regulierungen“, „Operative Bedrohungen & Angriffsszenarien“, „Physische Sicherheit & Schutzmaßnahmen“, „Resilienz & Betriebssicherheit“ sowie „Innovationen & Zukunft“ im Mittelpunkt. Rund 250 Teilnehmer besuchten die KRIFA 2026 und profitierten vom hochkarätigen Vortragsprogramm, vom Angebot der begleitenden Fachausstellung sowie von den Möglichkeiten zum Netzwerken innerhalb der Branche.

Der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen BSKI hat als ideeller Träger der KRIFA das fachliche Kongress-Programm organisiert und aktuelle Themenschwerpunkte gesetzt. Hochkarätige Referenten aus Behörden, Hilfsorganisationen, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und dem Gesundheitswesen sorgten für praxisnahe Impulse. In Kooperation mit dem BSKI griffen die Fachforen zentrale Themen wie das KRITIS-Dachgesetz, die NIS-2-Richtlinie und moderne Sicherheitskonzepte für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf. Die Diskussionen waren durchweg lebendig und lösungsorientiert – ein Beleg dafür, wie groß der Bedarf an Austausch in diesem Themenfeld derzeit ist.

Weitere Infos finden sich hier.

New Bauhaus: Ministerin Hubertz übernimmt Schirmherrschaft


Das Innovationsfestival New Bauhaus 2026 erhält prominente Unterstützung aus Bundes- und Landespolitik: Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, übernimmt die Schirmherrschaft für das Festival am 2. und 3. September in Weimar. Gleichzeitig unterstreicht Ministerpräsident Mario Voigt die Bedeutung  der Veranstaltung für die Zukunft des Bauens (Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, Bild: Steffen Kugler).

Das New Bauhaus Festival versteht sich als Plattform für den Dialog zwischen Architektur, Stadtplanung, Bau- und Immobilienwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kreativwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen Lösungen für die Transformation der gebauten Umwelt. Die Themen reichen von nachhaltigen Baustoffen über Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft bis hin zu gesellschaftlichen, philosophischen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Kunst und Kultur sind ebenfalls ein fester Bestandteil.

„Dass Bundesministerin Verena Hubertz die Schirmherrschaft übernimmt und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt das Festival ausdrücklich unterstützt, ist ein starkes Signal für die Relevanz unseres Formats. New Bauhaus versteht sich als Ort, an dem Ideen, Innovationen und unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Nur im Austausch zwischen den Disziplinen entstehen Lösungen für die gebaute Umwelt von morgen“, sagt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH und Veranstalter von New Bauhaus.

Weitere Informationen finden sich hier.

Ruhiger Sommer: Juli war klein, aber fein


Der Hochsommer bot im Juli wenige Messen, die aber trotz hoher Temperaturen ihr Publikum erreichten. Vier Veranstaltungen gab es, von denen drei aus dem Verantwortungsbereich der AFAG-Gruppe stammen. Wir beglückwünschen daher die Kolleg*innen, dass sie die Messeflagge auch bei steilstem Sonnenstand tapfer in die Höhe halten (Bild: FWTM).

Mitglieder stellen sich vor: Tom Haase • Röder Zelt- und Veranstaltungsservice


Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Diesmal an der Reihe ist Röder Zelt- und Veranstaltungsservice. Röder verbindet technische Kompetenz, hohe konstruktive Sicherheit und die Fähigkeit, individuelle und hochwertige Räume zu schaffen. Tom Haase, Leiter Event, beantwortet uns einige Fragen (Bild: Röder).

Röder ist Anbieter hochwertiger temporärer Raumkonzepte und begleitet die Messewirtshaft schon seit langem. Was ist das Besondere an ihrer Ausrichtung?

Wir verstehen uns nicht als reiner Zeltanbieter, sondern als verlässlicher Partner für modulare Infrastruktur und Räume. Von zusätzlichen Ausstellungsflächen über Hospitality- und Markenwelten bis hin zu kompletten Messehallen oder Industriegebäuden entwickeln wir flexible Lösungen, die exakt auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind.

Dabei beherrschen wir die gesamte Wertschöpfungskette; von der Entwicklung und Konstruktion über Statik und Produktion bis hin zur schlüsselfertigen bzw. eventfertigen Umsetzung. Unser großer eigener Mietpark, sowie unser weltweites Netzwerk aus Tochter- und Partnerunternehmen, ermöglichen es uns, Projekte schnell, flexibel und mit gleichbleibend hoher Qualität umzusetzen.

Mich persönlich begeistert dabei die Verbindung zu meiner eigenen beruflichen Vergangenheit. Ich habe als Messeschreiner im Schatten eines Röder-Doppelstockzeltes im Eventbusiness begonnen und beschäftige mich nun seit über 25 Jahren mit Markeninszenierung und Live-Kommunikation.

Ein Raum ist für mich nie nur eine Konstruktion – er ist immer Teil der Inszenierung und prägt maßgeblich die Wahrnehmung einer Marke oder Veranstaltung. Wir schaffen Räume, in denen Menschen, Marken und Unternehmen auf eindrucksvolle Weise zusammenkommen.

Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist von permanentem Wandel geprägt. Wie hat sich Ihr Geschäft zuletzt entwickelt und was erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Wir erleben derzeit eine spannende Entwicklung. Die klassische Messe bleibt als Marktplatz ein wichtiger Ort für persönliche Begegnungen und Geschäftsanbahnung. Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Unternehmen ihre Messeflächen kritisch hinterfragen und immer mehr Veranstaltungen außerhalb klassischer Messegelände entstehen.

Marken entwickeln eigene Erlebniswelten, Sport- und Musikveranstaltungen werden zu umfassenden Experience-Plattformen und Unternehmen schaffen Formate, mit denen sie Kunden und Communities direkt erreichen. Menschen möchten heute nicht nur Produkte sehen – sie möchten Erlebnisse schaffen und erleben.

Diese Entwicklung wird sich aus meiner Sicht weiter verstärken. Unternehmen erwarten zunehmend flexible Lösungen und entscheiden sehr bewusst, wo und wie sie ihre Zielgruppen erreichen.

Genau hier bieten temporäre und modulare Raumlösungen enorme Vorteile: Die Infrastruktur kommt dorthin, wo das Erlebnis stattfinden soll – nicht umgekehrt. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Messe, Event, Hospitality und Markeninszenierung ebenso wie zwischen permanentem und temporärem Bauen.

Für Röder eröffnet das große Chancen: Wir schaffen hochwertige Räume genau dort, wo sie benötigt werden – wirtschaftlich, flexibel und in der Qualität, die moderne Veranstaltungen heute erwarten.

Welchen Stellenwert messen Sie Entwicklungen wie Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Abläufe in der Messe- und Eventwirtschaft bei und wie werden diese die Customer Journey von Messe-Ausstellern und -Besuchenden zukünftig beeinflussen? Welche Rolle spielen dabei temporäre Bauten?

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden unsere Branche nachhaltig verändern. Sie werden Planungsprozesse beschleunigen, Daten schneller auswerten und Veranstaltungen deutlich individueller gestalten.

Das physische Live-Erlebnis werden sie jedoch nicht ersetzen. Im Gegenteil: Je digitaler unser Alltag wird, desto wertvoller werden echte Begegnungen. KI hilft dabei, die Customer Journey bereits vor einer Veranstaltung individuell zu gestalten und Besucher zielgerichteter zu begleiten. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Veranstaltungsformate mit ganz unterschiedlichen Anforderungen an Raum und Infrastruktur.

Genau hier kommen modulare Bauten ins Spiel. Sie ermöglichen es, Räume flexibel an neue Konzepte, Zielgruppen und Erlebniswelten anzupassen. Ich bin überzeugt: Die Zukunft verbindet digitale Intelligenz mit echten Begegnungen. Die spannendsten Formate werden dort entstehen, wo digitale Technologien, hochwertige Räume und handwerkliche Exzellenz zusammenkommen.

Welche Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und wie gehen Sie bei Röder ganz konkret damit um?

Nachhaltigkeit funktioniert für mich nur ganzheitlich. Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung gehören untrennbar zusammen.

Unsere modularen Systeme sind auf eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt. Aluminiumprofile und zahlreiche weitere Komponenten werden über viele Jahre hinweg immer wieder eingesetzt, neu konfiguriert und am Ende größtenteils wieder dem Rohstoffkreislauf zugeführt. Gemeinsam mit unserem internationalen Netzwerk und unserem umfangreichen Mietpark ermöglicht das einen besonders ressourcenschonenden Einsatz und kurze Transportwege.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber auch wirtschaftliche Vernunft. Temporäre Infrastruktur ist überall dort sinnvoll, wo zusätzliche Kapazitäten nur zeitweise benötigt werden. Das spart Ressourcen und vermeidet dauerhaft ungenutzte Flächen.

Ebenso wichtig sind sichere Arbeitsbedingungen, verlässliche Prozesse und langfristige Partnerschaften. Nachhaltigkeit ist für uns deshalb nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Qualitätsversprechen.

Warum ist Röder Mitglied im FAMA und was erwarten Sie von unserer Gemeinschaft in Zukunft?

Der FAMA ist für uns weit mehr als ein Netzwerk. Er bietet die Möglichkeit, Wissen auszutauschen und gemeinsam die Zukunft der Messewirtschaft zu gestalten. Mit über 65 Jahren Erfahrung im modularen Bauen möchten wir unser Know-how zu Themen wie Statik, Sicherheit, Logistik und nachhaltigen Bauweisen einbringen und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Mitglieder lernen. Unsere Branche befindet sich im Wandel und unter hohem Budgetdruck. Neue Veranstaltungsformate, Digitalisierung und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen lassen sich am besten gemeinsam weiterentwickeln.

Genau darüber möchten wir uns im FAMA austauschen – auf Augenhöhe, mit unterschiedlichen Perspektiven und mit dem gemeinsamen Anspruch, die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten.

Entscheidend ist für mich, dass wir gemeinsam Orte schaffen, an denen Menschen, Marken und Unternehmen erfolgreich zusammenkommen. Genau darin sehe ich die Stärke des FAMA.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen viel Erfolg beim Networking unter den Mitgliedern.

40 Jahre: Meplan feiert Jubiläum


Seit über 40 Jahren bringt Meplan Marken und Menschen zusammen. Nicht nur über Stände, Konzepte oder Systeme. Sondern über das, was dahintersteht. Am Ende sind es immer die Menschen, die den Unterschied machen. Wie sie zusammenarbeiten. Wie sie mitdenken. Wie sie Verantwortung übernehmen, auch wenn es mal kompliziert wird (Bild: Meplan).

Wenn man auf vier Jahrzehnte Meplan schaut, dann erzählt man eigentlich keine Projektliste. Man erzählt von Begegnungen und Situationen, die hängen geblieben sind. Momente, in denen etwas entstanden ist, das vorher noch niemand genau so gesehen hat. Genau darum geht es in den Meplan-Geschichten. Jede steht für etwas, das sie geprägt hat. Eine Haltung. Ein Schritt nach vorn. Manchmal auch eine Erfahrung, aus der sie gelernt haben.

Ein kurzer Austausch im Team, ein Klick ins Netzwerk – und ein Projekt auf der anderen Seite der Welt rückt plötzlich ganz nah. Das Netzwerk ist groß, klar. Aber entscheidend ist der Servicegedanke dahinter. Menschen, die anrufen, nachfragen, Lösungen finden und dafür sorgen, dass sich ein Projekt überall auf der Welt so anfühlt, als wäre das Team direkt vor Ort. Genauso arbeitet Meplan Viel Abstimmung, viele Partner, viele Orte. Mal geht es um Las Vegas, mal um ganz andere Städte. Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: Man muss sich aufeinander verlassen können.

Wir beglückwünschen das Meplan-Team ganz herzlich zum Jubiläum. Weitere Informationen finden sich hier.

Hoch mit Schatten: Marc Stähly kommentiert ifo-Zahlen vom Juni


Die Veranstaltungswirtschaft stabilisiert sich oberflächlich – bleibt aber strukturell angespannt, insbesondere für Selbstständige. Das Geschäftsklima verschlechtert sich im Jahresverlauf kontinuierlich von –10,3 auf –19,2 und zeigt eine wachsende Skepsis gegenüber der Zukunft des Wirtschaftszweiges – obwohl wir wissen: Die Welt kommt ohne uns nicht aus (Bild: FVAW). 

Parallel dazu verbleibt die Geschäftslage trotz kurzfristiger Erholung nach dem massiven Einbruch im Dezember (–35,2) dauerhaft im negativen Bereich und liegt im Juni bei –28. Für viele Selbstständige bedeutet das weiterhin unsichere Auftragslagen und mangelnde Planbarkeit.

Die Umsätze wirken stabiler, mit Werten zwischen 44 und 52 Punkten und einem leichten Aufwärtstrend zum Ende des Zeitraums. Aber Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Wer seine Tagessätze nicht angepasst hat, arbeitet trotz voller Auftragsbücher auf Verschleiß. Dumping mag kurzfristig Kunden bringen – langfristig untergräbt es den eigenen Wert und den der ganzen Branche. Qualität hat ihren Preis – und sollte ihn auch bekommen.

Die Beschäftigungszahlen zeigen einen Aufwärtstrend von –12,8 auf –1,2 – und das, obwohl Soloselbstständige in dieser Statistik gar nicht erfasst sind. Soloselbstständige sind kein Puffer, sie sind Kern des Geschäftsmodells der Veranstaltungswirtschaft. Die Diskussion um Scheinselbstständigkeit verunsichert viele Auftraggeber dabei unnötig. Wer klar strukturierte Verträge nutzt, sauber abgrenzt und das Auftragsgeschehen gut dokumentiert, kann auch eine Prüfung gelassen angehen.

Insgesamt bleibt das Bild fragil. Planungsunsicherheit ist das Grundrauschen. Aber es gibt eine einfache Stellschraube: Frühzeitige Anfragen schaffen Planbarkeit – für alle Seiten. Wer als Auftraggeber früh bucht, bekommt die besten Köpfe. Wer als Auftragnehmer nicht wartet, bis das Telefon klingelt, sondern proaktiv auf Kunden zugeht, schafft sich selbst mehr Planungssicherheit. Der goldene Herbst ist möglich – aber er kommt nicht von allein. 

Parlamentarisches Frühstück: Forum VAW trifft Politik


Das Forum Veranstaltungswirtschaft hat am 9. Juli Vertreter*innen des Deutschen Bundestages zu einem Parlamentarischen Frühstück eingeladen, um über die Zukunft des Messe- und Kongressstandorts Deutschland zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die wachsenden Herausforderungen für eine Branche, die Innovation, Wirtschaftskraft und internationalen Austausch ermöglicht und zugleich erheblich zur Wertschöpfung in Deutschland beiträgt (Bild: FVAW).

Messen und Kongresse gehören zu den wichtigsten Plattformen für Innovation, Wissenstransfer und wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch gerät Deutschland als international führender Messe- und Kongressstandort zunehmend unter Druck. Steigende Energie- und Personalkosten, bürokratische Hürden, langwierige Visa-Verfahren sowie fehlende Investitionsanreize schwächen die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Standorten.

Mit einem gemeinsamen Forderungskatalog appelliert das Forum Veranstaltungswirtschaft an die Bundespolitik, jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Handlungsfelder, welche fordern, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird, ein zentraler politischer Ansprechpartner geschaffen wird und die Standortbedingungen verbessert sowie Innovation und Investitionen gezielt gefördert werden.

Unser Vorstandsmitglied Robert Ninnemann erklärt: „Die Messewirtschaft ist ein zentraler Motor für Export, Innovation und Mittelstand. Wenn internationale Veranstaltungen künftig verstärkt in andere Länder abwandern, verliert Deutschland weit mehr als nur Besucherzahlen – es verliert wirtschaftliche Dynamik. Deshalb benötigen wir entschlossene Maßnahmen zur Stärkung des Standorts.“

Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier.

Schwerer Abschied: Stefany Goschmann verstirbt mit nur 70 Jahren


„Der Maimarkt, das ist mein Leben“ – dieser Satz war von Stefany Goschmann öfters zu hören. Wenn die Vorbereitungen für den Maimarkt, das „Flaggschiff“ der Mannheimer Ausstellungs-gesellschaft (MAG), in die heiße Phase gingen, blieb sie der Fels in der Brandung und sprühte zugleich vor Begeisterung. Am Sonntag, 26. Juli, ist Stefany Goschmann, unser Ehrenvorstandsmitglied, im Alter von 70 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben (Bild: Markus Proßwitz). 

Schon früh war die Tochter des Firmengründers Kurt Langer in das Messegeschäft hineingewachsen. 1956 in Stuttgart geboren, verbrachte Stefany Goschmann die ersten Lebensjahre im Schwarzwald, bis die Familie 1968 nach Mannheim übersiedelte. Am Küchentisch sprachen die Eltern Kurt und Anne-Dore Langer über anstehende Aufgaben beim Maimarkt und bei der Südwest Messe in Villingen-Schwenningen, später trug Tochter Stefany bei Messe-Rundgängen mit Ehrengästen schon mal das „Täfele“.

Nach dem Abitur 1975 arbeitete sie in England als Dolmetscherin und Übersetzerin, absolvierte eine Ausbildung als Heilpraktikerin. Dann rief der Familienbetrieb: 1983 trat sie in die MAG ein und durchlief praktisch alle Stationen des Unternehmens, von der Neukonzeption der Kataloge über Rezeption und Standplanung bis zur Messeorganisation. Über die Jahre hat Stefany Goschmann den Maimarkt Mannheim zu einer modernen Regionalmesse weiterentwickelt.

Über die Verbandsarbeit im Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (AUMA) lernte sie dessen Geschäftsführer Klaus Goschmann kennen, ihren späteren Ehemann, der als Messefachmann, Journalist und Dozent tätig war und ihr beratend zur Seite stand. Dessen Sohn Jan Goschmann kam 2004 als Elektromeister und Veranstaltungstechniker ins Unternehmen, baute die SVT Südwest Veranstaltungsservice und Technik GmbH auf und ist seit 2009 ebenfalls Geschäftsführer.

Ob Aussteller, Lieferpartner, Prominenz oder Besucherinnen und Besucher – in jedem Einzelnen sah die Maimarkt-Chefin den Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorlieben. Das galt stets auch für die rund 60 Mitarbeitenden in Büro und Technik. Als bei der Corona-Pandemie das Unvorstellbare geschah und der Maimarkt zwei Jahre lang aussetzen musste, verstand sie es, die Belegschaft mit Geschick durch die Zeit zu führen. Niemand hat während der Pandemie seinen Job verloren, und im Frühjahr 2022 wurde dann in Rekordzeit der erste Maimarkt „danach“ auf die Beine gestellt.  

Seit Jahren hat Stefany Goschmann sukzessive Verantwortung an Jan Goschmann übertragen. Für sie, die im komplexen Messegeschehen stets auch die Details im Blick hatte, war es eine große Entlastung, sich teilweise zurückziehen und entspannen zu können. Gleichwohl blieb sie bis zuletzt neugierig auf das Geschehen im Büro und auf dem Maimarktgelände, freute sich über Neuheiten ebenso wie über langjährige Kontakte zu Ausstellern und Weggefährten. Ihre Begeisterung für den Maimarkt, ihr offenes Ohr für die Menschen und nicht zuletzt ihr Sinn für Humor werden in Mannheim und Villingen-Schwenningen lange in Erinnerung bleiben.

Im FAMA hat sie lange als Vorstandsmitglied gewirkt, war äußerst engagiert im Verband und wurde schließlich zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. In der Messewirtschaft hat sie sich als tüchtige Unternehmerin großes Ansehen erworben, auch weil ihr die Weiterentwicklung, gerade der großen Publikumsmesssen, sehr am Herzen lag. Sie hat neue Ideen entwickelt und eingefordert und dadurch dem Format, auch über ihren eigenen Wirkungsbereich hinaus, zu neuer Dynamik verholfen. Den Mannheimer Maimarkt hat sie als Ikone der großen Verbraucherausstellungen mit Strahlkraft weit über die Rhein-Neckar-Region hinaus positioniert.

Wir sind dankbar für ihr Wirken zum Wohle unseres Verbands und werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Der Blick nach vorn: Intellektuelle Teilzeit ist keine gute Idee


Für mich hätte sich die Teilnahme an der 4. DACH-Messefachtagung in Bern auch dann gelohnt, wenn alle anderen Beiträge, außer dem von Oliver Hoffman („Die Zukunft der Arbeit ist psychologisch“) ein voller Reinfall gewesen wären. Waren sie natürlich nicht. Und dennoch enthielt sein Vortrag ein paar entscheidend erhellende Einsichten über das, was uns und unsere Organisationen in Zukunft erfolgreich machen kann. Intellektuelle Teilzeit gehört nicht dazu (Bild: generiert mit Perplexity).

Kolumne von Oliver Schmitt

Hoffmann weist darauf hin, dass die Skills, die Menschen und Organisationen in Zukunft erfolgreich machen, stark geprägt sind von psychologischen Anforderungen: Kreatives Denken, Resilienz, Selbstbewusstsein, Empathie, Motivation, oder soziale Einflussnahme. Das Problem, das er sieht: Unternehmen würden zwar über Skills reden, aber nicht über deren psychischen Voraussetzungen. Das Ergebnis: Kreativitätsforderungen ohne innere Ruhe, Resilienz ohne Erschöpfungspotenziale ernst zu nehmen.

Was er vorschlägt, nennt sich das „Modell der inneren Ökonomie“. Analytisches Denken brauche Klarheit, Selbstbewusstsein entstehe durch Integration von Erinnerung und Identität, Empathie erfordere Vorstellungsvermögen und Motivation komme nicht aus Bonusmodellen. Seine Kernfrage: Welche inneren Bedingungen ermöglichen überhaupt erst den wirkungsvollen Einsatz von Skills?

Und was tun wir? Wirbeln wie die aufgescheuchten Hühner um den Fuchs „Künstliche Intelligenz“ und versuchen den Anschluss nicht zu verpassen. Aber den Anschluss woran? Wenn man sich den Umgang mit KI anschaut, stellt man fest, dass oftmals ein Outsourcing der kreativen Auseinandersetzung mit Problemen und deren Lösungen versucht wird. Aber das wird nach hinten losgehen. Im Vortrag und der anschließenden Diskussion fiel der Begriff „intellektuelle Teilzeit“, mit dem unsere Fähigkeit zu Denken und zu echter Kreativität verkümmern, weil wir unser Hirn nur noch in Teilen nutzen. Hoffmann hält das für einen fundamentalen Irrtum. Er fürchtet einen digitalen Hyper-Taylorismus, weil das Denken selbst delegiert wird.

Statt die KI als Hilfsarbeiter für lästige Routineaufgaben einzusetzen, suchen wir nach bequemen Abkürzungen, damit wir uns um die Mühen der Ebene und um intellektuelle Schöpfungstiefe gleichermaßen drücken können. Zurück bleiben intellektuell faule, nicht sonderlich einfallsreiche, aber umso einfältigere Zombies. Klar, ganz so drastisch wird es schon nicht kommen. Aber wenn ich mir das psychologische Skillset von oben so anschaue: Nehmen sich unsere Schulen Zeit für Empathie und Selbstmotivation? Fokussieren unsere Entwicklungsprogramme auf Resilienz und Selbstbewusstsein? Gewähren wir uns und unseren Teams echte Freiräume für kreatives Denken?

Oder sind wir so im Abwettern immer heftiger werdender Krisen gefangen, dass uns gar nicht auffällt, dass wir die Krisen zwar nicht selbst erschaffen, uns aber miserabel darauf vorbereitet haben? Wir haben es in der Hand: Die Märkte und unsere Kunden, sie geben bereitwillig Auskunft, was ihnen echten Mehrwert bietet (oder bieten würde). Dabei dürfen wir sie nicht zu einem plumpen „Wünsch Dir was“ einladen, sondern sollten sie einbinden, um an unseren professionellen, empathischen und zutiefst kreativen Entwicklungsprozessen teilzuhaben. Kunden haben da voll Bock drauf. Ich, wir, Du, Ihr auch?

Fünf Fragen an: Olga Mešan • FAMA e.V.


Mit den „Fünf Fragen…“ an Persönlichkeiten mit Messe- oder Veranstaltungsbezug sollen deren Haltungen und Einstellungen sichtbar gemacht und Impulse für persönliche Begegnungen gefördert werden. Derzeit steht der Reihe nach das FAMA-Team Rede und Antwort.  Nach den Vorständen Henning Könicke, Astrid Jaeger, Stefan Köster, Michael Kynast, Michael Köhler, Robert Ninnemann, Sabine Tichy-Treimel, dem Kommunikationsbeauftragten Oliver Schmitt und Geschäftsstellenleiterin Juliane Heißer, folgt diesmal Olga Mešan, die unsere Geschäftsstelle unterstützt und die Newsletter pflegt und verschickt (Bild: FAMA / Tobias Schmid).

Unter welchen Umständen vergisst Du die Zeit?

Immer. Die Zeit ist mein Endgegner – egal womit ich mich beschäftige. Ob beim Unkraut jäten oder mit Tochter basteln, ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, dass die Zeit so schnell vergehen kann.

Wie hat sich Deine Meinung zu einem Thema zuletzt geändert?

Wie mein Vorname schon verrät, bin ich in der ehemaligen UdSSR aufgewachsen. Dort bin ich mit der Ansicht groß geworden, dass die Welt nur schwarz oder weiß ist. Seitdem ist einige Zeit vergangen und auch meine Umgebung hat sich verändert. Ich habe gelernt, dass es ganz viel verschiedene Grautöne dazwischen gibt.

Was ist das Beste an Deinem Beruf?

Ich fühle es nicht „nur“ als Beruf sondern auch als Berufung. Jeden Tag begegne ich unterschiedlichsten Menschen. Aus jeder Begegnung nehme ich für mich etwas mit und wachse. Ich bin glücklich ein Teil von einem großartigen Team zu sein!

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Wenn der Ton passt – dann darf es jeder. Für mich ist wichtiger die Frage, ob und was daraus gemacht wird.

Eine Woche ohne Smartphone: Was hieße das für Dich?

Wäre möglich – nur eben umständlich. Dann bräuchte ich eine Kamera für Fotos, einen Notizblock, CD-Player oder gar einen Ghettoblaster. Und das Festnetztelefon müsste dann wieder angeschlossen werden. Ich bleibe dann doch lieber beim Bewährten.

Newsticker smartville.digital: Abschied • Vize-Rekord • Erfolgskurs


Smartville bezeichnet sich als unabhängige journalistische Stimme zur Messewirtschaft in den deutschsprachigen Ländern. Es ist ein Newsroom für Marketing- und Kommunikationsleader, die neue Wege in der Marketingkommunikation suchen. Der Fokus liegt auf „digital first“. Herausgeber ist Urs Seiler. Drei aktuelle Meldungen haben wir für diese Ausgabe ausgewählt (Palexpo Genf; Foto: Smartville).

Austausch, Inspiration und Weiterentwicklung: Fachmesse Abschied

Die neue Schweizer Fachmesse Abschied ’26 vom 29. bis 30. Oktober 2026 in der Messe Luzern mit über 70 Ausstellern und Partnern wird mit einem attraktiven Rahmenprogramm mit Fachreferaten, Workshops, Symposien, Studientagungen und Jahreskonferenzen von nationaler Bedeutung ergänzt.

Bernexpo: Zweithöchster Umsatz der Firmengeschichte

Die Generalversammlung vom 27. Mai 2026 bestätigte ein operativ solides Ergebnis sowie das erfolgreiche Ende einer umfassenden Transformations- und Investitionsphase, die mit der Eröffnung der Festhalle ihren Höhepunkt fand. Die BERNEXPO AG blickt auf ein intensives und erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Präsidiumswechsel im Verwaltungsrat ist vollzogen.

Palexpo bestätigt seinen Erfolgskurs

2025 war ein entscheidendes Jahr für Palexpo: Nach den Jahren der Covid-Pandemie kehrt das Messegelände zu Stabilität zurück, sein Programm erstrahlt in neuem Glanz, es wurden bedeutende strukturelle Verbesserungen vorgenommen und die Ambitionen für die Zukunft von Veranstaltungen wurden gestärkt.