Der FAMA gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder, die wir dann hier vorstellen, damit sie sich schneller ins Netzwerk unseres Verbandes einfügen und sich unsere bestehenden Mitglieder ein Bild machen können. Diesmal an der Reihe ist Röder Zelt- und Veranstaltungsservice. Röder verbindet technische Kompetenz, hohe konstruktive Sicherheit und die Fähigkeit, individuelle und hochwertige Räume zu schaffen. Tom Haase, Leiter Event, beantwortet uns einige Fragen (Bild: Röder).Röder ist Anbieter hochwertiger temporärer Raumkonzepte und begleitet die Messewirtshaft schon seit langem. Was ist das Besondere an ihrer Ausrichtung?
Wir verstehen uns nicht als reiner Zeltanbieter, sondern als verlässlicher Partner für modulare Infrastruktur und Räume. Von zusätzlichen Ausstellungsflächen über Hospitality- und Markenwelten bis hin zu kompletten Messehallen oder Industriegebäuden entwickeln wir flexible Lösungen, die exakt auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten sind.
Dabei beherrschen wir die gesamte Wertschöpfungskette; von der Entwicklung und Konstruktion über Statik und Produktion bis hin zur schlüsselfertigen bzw. eventfertigen Umsetzung. Unser großer eigener Mietpark, sowie unser weltweites Netzwerk aus Tochter- und Partnerunternehmen, ermöglichen es uns, Projekte schnell, flexibel und mit gleichbleibend hoher Qualität umzusetzen.
Mich persönlich begeistert dabei die Verbindung zu meiner eigenen beruflichen Vergangenheit. Ich habe als Messeschreiner im Schatten eines Röder-Doppelstockzeltes im Eventbusiness begonnen und beschäftige mich nun seit über 25 Jahren mit Markeninszenierung und Live-Kommunikation.
Ein Raum ist für mich nie nur eine Konstruktion – er ist immer Teil der Inszenierung und prägt maßgeblich die Wahrnehmung einer Marke oder Veranstaltung. Wir schaffen Räume, in denen Menschen, Marken und Unternehmen auf eindrucksvolle Weise zusammenkommen.
Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist von permanentem Wandel geprägt. Wie hat sich Ihr Geschäft zuletzt entwickelt und was erwarten Sie in den kommenden Jahren?
Wir erleben derzeit eine spannende Entwicklung. Die klassische Messe bleibt als Marktplatz ein wichtiger Ort für persönliche Begegnungen und Geschäftsanbahnung. Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Unternehmen ihre Messeflächen kritisch hinterfragen und immer mehr Veranstaltungen außerhalb klassischer Messegelände entstehen.
Marken entwickeln eigene Erlebniswelten, Sport- und Musikveranstaltungen werden zu umfassenden Experience-Plattformen und Unternehmen schaffen Formate, mit denen sie Kunden und Communities direkt erreichen. Menschen möchten heute nicht nur Produkte sehen – sie möchten Erlebnisse schaffen und erleben.
Diese Entwicklung wird sich aus meiner Sicht weiter verstärken. Unternehmen erwarten zunehmend flexible Lösungen und entscheiden sehr bewusst, wo und wie sie ihre Zielgruppen erreichen.
Genau hier bieten temporäre und modulare Raumlösungen enorme Vorteile: Die Infrastruktur kommt dorthin, wo das Erlebnis stattfinden soll – nicht umgekehrt. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Messe, Event, Hospitality und Markeninszenierung ebenso wie zwischen permanentem und temporärem Bauen.
Für Röder eröffnet das große Chancen: Wir schaffen hochwertige Räume genau dort, wo sie benötigt werden – wirtschaftlich, flexibel und in der Qualität, die moderne Veranstaltungen heute erwarten.
Welchen Stellenwert messen Sie Entwicklungen wie Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Abläufe in der Messe- und Eventwirtschaft bei und wie werden diese die Customer Journey von Messe-Ausstellern und -Besuchenden zukünftig beeinflussen? Welche Rolle spielen dabei temporäre Bauten?
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden unsere Branche nachhaltig verändern. Sie werden Planungsprozesse beschleunigen, Daten schneller auswerten und Veranstaltungen deutlich individueller gestalten.
Das physische Live-Erlebnis werden sie jedoch nicht ersetzen. Im Gegenteil: Je digitaler unser Alltag wird, desto wertvoller werden echte Begegnungen. KI hilft dabei, die Customer Journey bereits vor einer Veranstaltung individuell zu gestalten und Besucher zielgerichteter zu begleiten. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Veranstaltungsformate mit ganz unterschiedlichen Anforderungen an Raum und Infrastruktur.
Genau hier kommen modulare Bauten ins Spiel. Sie ermöglichen es, Räume flexibel an neue Konzepte, Zielgruppen und Erlebniswelten anzupassen. Ich bin überzeugt: Die Zukunft verbindet digitale Intelligenz mit echten Begegnungen. Die spannendsten Formate werden dort entstehen, wo digitale Technologien, hochwertige Räume und handwerkliche Exzellenz zusammenkommen.
Welche Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit und wie gehen Sie bei Röder ganz konkret damit um?
Nachhaltigkeit funktioniert für mich nur ganzheitlich. Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung gehören untrennbar zusammen.
Unsere modularen Systeme sind auf eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt. Aluminiumprofile und zahlreiche weitere Komponenten werden über viele Jahre hinweg immer wieder eingesetzt, neu konfiguriert und am Ende größtenteils wieder dem Rohstoffkreislauf zugeführt. Gemeinsam mit unserem internationalen Netzwerk und unserem umfangreichen Mietpark ermöglicht das einen besonders ressourcenschonenden Einsatz und kurze Transportwege.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber auch wirtschaftliche Vernunft. Temporäre Infrastruktur ist überall dort sinnvoll, wo zusätzliche Kapazitäten nur zeitweise benötigt werden. Das spart Ressourcen und vermeidet dauerhaft ungenutzte Flächen.
Ebenso wichtig sind sichere Arbeitsbedingungen, verlässliche Prozesse und langfristige Partnerschaften. Nachhaltigkeit ist für uns deshalb nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Qualitätsversprechen.
Warum ist Röder Mitglied im FAMA und was erwarten Sie von unserer Gemeinschaft in Zukunft?
Der FAMA ist für uns weit mehr als ein Netzwerk. Er bietet die Möglichkeit, Wissen auszutauschen und gemeinsam die Zukunft der Messewirtschaft zu gestalten. Mit über 65 Jahren Erfahrung im modularen Bauen möchten wir unser Know-how zu Themen wie Statik, Sicherheit, Logistik und nachhaltigen Bauweisen einbringen und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Mitglieder lernen. Unsere Branche befindet sich im Wandel und unter hohem Budgetdruck. Neue Veranstaltungsformate, Digitalisierung und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen lassen sich am besten gemeinsam weiterentwickeln.
Genau darüber möchten wir uns im FAMA austauschen – auf Augenhöhe, mit unterschiedlichen Perspektiven und mit dem gemeinsamen Anspruch, die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten.
Entscheidend ist für mich, dass wir gemeinsam Orte schaffen, an denen Menschen, Marken und Unternehmen erfolgreich zusammenkommen. Genau darin sehe ich die Stärke des FAMA.
Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen viel Erfolg beim Networking unter den Mitgliedern.